12.01.2020 13:16

10 Jahre Erdbeben in Haiti: Rotes Kreuz erinnert an eine der größten Hilfsaktionen

Nach dem verheerenden Erdbeben vor 10 Jahren waren Millionen Menschen obdachlos. Die internationale Rotkreuz-Bewegung hat geholfen.

10 Jahre Erdbeben in Haiti: Rotes Kreuz erinnert an eine der größten Hilfsaktionen

Wien (Rotes Kreuz) – Vor genau zehn Jahren, am 12. Jänner 2010, erschütterte ein schweres Erdbeben Haiti. Mehr als 300.000 Menschen kamen laut Angaben der Regierung ums Leben, über 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Was folgte war die größte internationale Hilfsaktion der Rotkreuz-Bewegung in einem Land.

„Kurz nach dem Erdbeben um 16:53 ging die Sonne unter. Die Betroffenen mussten die Nacht in völliger Dunkelheit und Ungewissheit verbringen. Das ganze Ausmaß der Zerstörung wurde erst am nächsten Morgen sichtbar“, sagt Andrea Reisinger vom Österreichischen Roten Kreuz. Andrea Reisinger war eine der ersten internationalen Rotkreuzhelfer im Land. „Die Bilder werde ich nie vergessen. Überall waren Trümmerhaufen, den überlebenden Menschen fehlte es an allem“, sagt Reisinger. 

Heute stehen in der Stadt Leogane, nahe dem Epizentrum des damaligen Bebens, wieder Häuser - errichtet auch mit Spendengeldern aus Österreich. Im Rahmen der Katastrophenhilfe und des Wiederaufbaus entsendete das Österreichische Rote Kreuz 64 Expertinnen und Experten nach Haiti. Sie leisteten Nothilfe, bauten sanitäre Einrichtungen, bereiteten Wasser auf und führten Hygienemaßnahmen durch. In einem gemeinsamen Projekt mit dem Deutschen Roten Kreuz konnten vom Österreichischen Roten Kreuz insgesamt rund 3000 Unterkünfte und Latrinen errichtet, sowie zwei Gemeindezentren und drei Schulen wieder aufgebaut werden. 

Die Hilfe für Haiti dauert bis heute. Der Inselstaat zählt zu den ärmsten Ländern der westlichen Hemisphäre und ist immer wieder von schweren Hurrikans und Erdbeben betroffen. Katastrophenvorsorge und -hilfe ist daher ein wichtiger Schwerpunkt der internationalen Rotkreuz-Hilfe. 

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