Haiti: Hurrikan Matthew

Hurrikan Matthew hat in den letzten Tagen Teile der Karibik und der Ostküste der USA zerstört. In Haiti ist er im Südwesten als der stärkste Sturm seit 50 Jahren auf Land getroffen. Der sintflutartige Regen im Gefolge des Sturms hat Städte und Straßen überschwemmt. Die Departements im Süden, Südwesten und auch im Nordwesten des Landes wurden am schlimmsten getroffen. Die Hauptverkehrsverbindung in den Süden ist unterbrochen, damit sind die Katastrophengebiete schwer zu erreichen. Nach Schätzungen der UNO brauchen ungefähr 350.000 Menschen humanitäre Unterstützung.

 

Der Zugang zu den Katastrophengebieten war in den vergangenen Tagen sehr schwierig, weil Straßen zerstört wurden und die Kommunikationskanäle unterbrochen waren. Lagebeurteilungen durch Rotkreuz-Experten finden statt und tragen dazu bei, ein umfassendes Bild von der Lage zu erhalten. Auf diesen Ergebnissen werden die Einsätze der internationalen Hilfteams basieren. Derzeit sind 30 Delegierte der Rotkreuz-Bewegung im Land, sie arbeiten in enger Abstimmung mit dem Haitianischen Roten Kreuz, für das 3.000 Freiwillige im Dauereinsatz sind.

 

In der Hauptstadt Port-au-Prince sind bereits Hilfsflüge des Roten Kreuzes gelandet. An Bord waren Hygiene-Sets, Kanister, Zeltplanen, Küchen-Sets und Baumaterial für etwa 1.000 Familien. Die Hilfsgüter werden in den kommenden Tagen in den am schlimmsten betroffenen Regionen verteilt. 

 

In den betroffenen Gebieten werden mehr als 800 Tote befürchtet, 85 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche wurden zerstört. Aufgrund der Cholera-Epidemie nach dem Erdbeben im Jahr 2011 besteht Sorge, dass die Cholera erneut ausbricht. Dem entsprechend sind sauberes Trinkwasser und Abwassermanagement ein Fokus der Rotkreuz-Hilfe.

Matthew - die Spur der Verwüstung

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