08.10.2009 Von: Petra Griessner

Was am Ende zählt

„Leben bis zuletzt“: Im Salzburger Haus des Roten Kreuzes ist die Individualität und der Patientenwille oberste Priorität.
Was am Ende zählt

„Ich habe mein Haus geräumt, die Möbel verkauft, meine Schlüssel abgegeben und meine Schäferhündin Alina einschläfern lassen, sie ist alt, sie gewöhnt sich nicht mehr an ein neues Herrchen“, erzählt Justine. Justine ist 60 Jahre alt und Patientin im Hospiz des Roten Kreuzes. Das Salzburger Hospiz verfügt über neun Betten für Menschen, die laut dem medizinischen Ausdruck „austherapiert“ sind und keine Chance auf Heilung haben.

 

Menschen in dieser Phase des Lebens sind sehr verletzlich. „Es ist ein Geben und Nehmen, wir bekommen auch sehr viel zurück von Patienten und Angehörigen“, so Dr. Susanne Preston. Das Helga Treichl Hospiz liegt idyllisch in Anif, sogar die Festung Hohensalzburg kann man von hier aus sehen. Beim Betreten riecht es nicht nach Krankenhaus, nicht steril, nicht nach Medikamenten. Angenehm und frisch gelüftet erscheint das Haus, in das der Tod häufig kommt. Durchschnittlich drei Wochen ist jeder Patient im Hospiz, manchmal sind es nur drei Tage, selten ein Jahr.

 

„Die Palliativmedizin – besser „Palliative Care“ - ist ein wichtiger Teil der Medizin“, sagt Frederic Ruckert, er ist Medizinstudent und absolviert hier sein Praktikum. „Wie die letzte Zeit eines Menschen in unserer Welt aussieht, ist wichtig, natürlich für ihn selbst, aber besonders auch für  Eltern, Geschwister, Kinder und Freunde, denn sie leben weiter und das fällt leichter, wenn die letzten Erinnerungen an einen geliebten Menschen während seiner Letzten Lebensphase gut sind“, so Dr. Susanne Preston.

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