16.12.2009

1,2 Milliarden Euro für die Tsunami-Hilfe

Auf die Bedürfnisse der Bevölkerung Rücksicht nehmen: Das Rote Kreuz blickt zurück auf fünf Jahre Tsunami-Hilfe und zieht Bilanz.
1,2 Milliarden Euro für die Tsunami-Hilfe

Sri Lanka war eines von 13 Ländern, das der Tsunami am 26. Dezember 2004 überrollte. Auf dem Inselstaat südlich von Indien waren 35.322 Tote und Vermisste zu beklagen. Über eine halbe Million Menschen verlor durch die Katastrophe ihr Zuhause.

 

Als nächstes schwappte eine beispiellose Hilfswelle über Sri Lanka. Plötzlich waren hunderte Helfer im Land, es standen Euromilliarden für den Wiederaufbau zur Verfügung - und es wurden viele Fehler begangen. Max Santner, Leiter der Internationalen Hilfe des Roten Kreuzes (ÖRK), blickt zurück und zieht Bilanz.


Zwei Jahre in Sri Lanka


"Ich sag' immer: Zuerst kam der Tsunami, dann der Medien-Tsunami und danach der Hilfs-Tsunami." Nur wenige kennen Sri Lanka und dessen Küstenregionen so gut wie Santner. Der heute 55-Jährige flog nur ein paar Tage nach der vernichtenden Flut nach Fernost und blieb zwei Jahre lang im Krisengebiet.

 

Er hat die verschiedenen Phasen, die das Land - kleiner als Österreich, aber fast dreimal so viel Einwohner - seither durchlebte, aus nächster Nähe mitbekommen. Und er hat erlebt, wie die Verteilung der Hilfsgelder dazu beitrug, den politischen Konflikt zwischen Singhalesen und Tamilen wieder voll aufzubrechen.

 

In Phase eins, unmittelbar nach der Todeswelle, war die Bevölkerung noch auf sich gestellt. "Zuerst werden die eigenen Ressourcen angezapft - das funktioniert für gewöhnlich sehr gut. Dieser instinktive Mechanismus wird meist unterschätzt", sagt Max Santner. Entscheidend sei dann, wie leicht es internationalen Helfern gemacht wird, ins Land einzureisen. Im Fall von Sri Lanka sehr leicht.

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