20.02.2013

Bangladesch: den Stürmen trotzen

Eine Reportage über "Stille Katastrophen" von Maherin Ahmed aus Dhaka
Bangladesch: den Stürmen trotzen

Bangladesch ist eines der Länder der Welt, in dem Wetterextreme wie tropische Wirbelstürme und Überschwemmungen am häufigsten auftreten. Jedes Jahr sind hunderttausende Menschen betroffen. Gleichzeitig ist Bangladesch eines der ärmsten und am dichtesten besiedelten Länder Asiens.

 

„Der Sturm fing um drei Uhr morgens an und ging bis sieben. Ich dachte, das Dach könnte jederzeit einstürzen. Ich lief mit meiner Familie nach draußen und kurz darauf brach mein Haus zusammen“, sagt Mohammad Shahidullah, ein Tagelöhner aus einem abgelegenen Küstenstreifen, der im Oktober 2012 von einem Tropensturm verwüstet wurde.

 

„Durch den starken Wind konnten wir auch nicht draußen bleiben. Wir sind zum Nachbarhaus gerannt und haben uns in Sicherheit gebracht. Besonders für meine Mutter war es schwer. Wir hatten es kaum aus dem Haus geschafft, da stürzte es ein“, sagt Shahid, wie er genannt wird.

 

Einmal mehr wurde Bangladesch in den Küstengebieten Noakhali, Bhola und Chittagong von einem starken Sturm heimgesucht. Der Sturm entwickelte sich so schnell, dass es für die Gemeinschaften in der betroffenen Gegend fast keine Vorwarnung gab. Bei dem Wirbelsturm kamen 36 Menschen ums Leben, er zog eine Spur der Verwüstung nach sich. Häuser wurden weggerissen, Boote und Fischernetze gingen verloren, Ackerland wurde verwüstet und Existenzen wurden zerstört.

 

Shahid wurde vom Heulen des Windes geweckt. Sein klappriges Haus wurde vom draußen tobenden Sturm gebeutelt. Mit der bösen Vorahnung, dass etwas nicht stimmte, weckte er seine Frau, seine zwei Töchter und seine 90 Jahre alte Mutter. Sie entkamen nur knapp, fast wären sie unter den Trümmern ihres Hauses begraben worden.

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