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Sozialleistungen – keine einfache Lösung der Armutsproblematik

Sozialleistungen („monetäre Transferleistungen“) bilden eine wichtige Säule des Sozialsystems. Die Frage, wer in welcher Notlage Anspruch auf welche Art von Leistung hat und auch welche Ziele mit der Vergabe primär verfolgt werden, wird allerdings sehr verschieden gehandhabt. Die Vergabe von Sozialleistungen fördert bestimmte gesellschaftliche Normvorstellungen, die bestimmte Lebensweisen ablehnen und entsprechend finanziell sanktionieren. Der Erhalt von Sozialleistungen allein kann die Existenz finanzieller Armut jedoch nicht verhindern.

 

„Der österreichische Sozialstaat trägt mit all seinen Leistungen auch dazu bei, Armutsgefährdungen und Ausgrenzung einzudämmen. Bei aller Dichte und Reichweite werden durch dessen Leistungssystem allerdings weder Ausgrenzung und Verarmungsgefährdung verhindert, noch durch sozialstaatliche Sach- und Dienstleistungen bestehende Bedarfslagen ausreichend abgedeckt.“
(Dr. Emmerich Tálos)

 

Das österreichische Sozialleistungssystem ist außerdem dahingehend problematisch, als es sich nur schlecht an veränderte Lebensgewohnheiten und die aktuelle Arbeitsmarktsituation anpasst – dies fördert wiederum verstärkt die Debatten um entsprechende Reformen und eine bedarfsorientierte Mindestsicherung.

 

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