Über 100 Millionen Landminen und Blindgänger von Streumunition gibt es weltweit. Sie sind das schreckliche Überbleibsel von teils Jahrzehnte zurückliegenden Kriegen und Auseinandersetzungen. Ihre Opfer sind meist Kinder, die nichts ahnend mit den heute so unscheinbar aussehenden Teilen spielen. Dieser Podcast ist der erste Teil einer Serie, die das rotkreuz•factbook:STREUMUNITION um Multimedia-Inhalte ergänzt.
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Über 100 Millionen Landminen und Blindgänger von Streumunition gibt es weltweit. Sie sind das schreckliche Überbleibsel von teils Jahrzehnte zurückliegenden Kriegen und Auseinandersetzungen. Ihre Opfer sind meist Kinder, die nichts ahnend mit den heute so unscheinbar aussehenden Teilen spielen.
Streubomben, im Englischen „Cluster Bombs“ genannt, bestehen aus Behältern die in ihrem Inneren bis zu 3000 kleinere Sprengkörper enthalten. In einer bestimmten Höhe öffnet sich der Behälter und verteilt seine tödliche Last über eine Fläche in der Größe mehrerer Fußballfelder. Dadurch sind sie heutzutage eine der am häufigsten eingesetzten Waffen und werden vorwiegend gegen sogenannte „weiche Ziele“, also Fahrzeuge, Infanterie oder auch Straßen und Felder eingesetzt. Ob bei einem Bombardement jedoch ausschließlich militärische Ziele getroffen werden, ist bei Streubomben nie sicher.

Streumunition besteht aus bis zu 40 Prozent Blindgängern. Diese sind erschreckenderweise zum Teil sogar gewollt, um Angst zu schüren. Menschen können sich nicht mehr frei bewegen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden rund 200 verschiedene Typen von Streumunition entwickelt, 70 Staaten der Erde besitzen Streubomben. Und ein weiterer Trend macht sich bemerkbar. Zahlreiche Industriestaaten „entsorgen“ scheinbar ihre alten Streubomben, indem sie diese an wirtschaftlich schwächere Staaten verkaufen. Dadurch wird in den Lagern wieder Platz für neue, verheerendere Bomben.
Da die Zahl der Opfer von Streubomben immer stärker steigt, treten eine Reihe von Organisationen, darunter auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz für eine Ächtung von Streumunition, ähnlich wie dem Verbot von Minen ein. Ein erster kleiner politischer Schritt in diese Richtung ist auch schon gesetzt: Das europäische Parlament und einzelne Staaten wie Belgien und Norwegen haben sich ebenfalls für ein Moratorium ausgesprochen.

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