Experten gehen heute davon aus, dass weltweit 600 bis 700 verschiedene Minentypen existieren, die in über 60 Staaten hergestellt werden bzw. wurden. Grob kann man zwei Arten unterscheiden. Zum einen die Antipersonenminen, die gegen Menschen gerichtet sind. Sie werden meist durch direkten Kontakt mit dem Zünder oder auch nur durch die Nähe eines Menschen ausgelöst. Zum anderen die Antifahrzeugminen, die je nach Bauart, einfach explodieren, wenn sie überfahren werden oder mit Sensoren ausgestattet sind, die auf Motorwärme, Motorgeräusche oder auf Bodenerschütterung reagieren. Sie gefährden also auch zivile Fahrzeuge wie Lkws, Helikopter oder Traktoren und natürlich die Menschen, die darin sitzen oder die sie direkt auslösen. Fast alle Antifahrzeugminen werden zur unkalkulierbaren Gefahr durch integrierte Aufhebesperren (eine Art "Schutzvorrichtungen"). Dieser Mechanismus soll die Räumung bzw. Ortung einer Mine verhindern.

 

Zwischen einem Soldaten, einem humanitären Minenräumer oder einem Kind, das die Mine beim Spielen entdeckt, können auch die Minen mit Aufhebesperren nicht unterscheiden. Laut Ottawa Vertrag ist eine Mine mit Aufhebesperre verboten, die auf Grund einer unbeabsichtigten Aktion einer Person reagiert. Eine Unterscheidung zwischen einer unbeabsichtigten und einer beabsichtigten Störung einer Mine ist nach Expertenmeinung nicht möglich. Antifahrzeugminen mit Aufhebschutz sind deshalb de facto Antipersonenminen. Heute kann man nicht mehr eindeutig zwischen Antipersonenminen und Antifahrzeugminen unterscheiden. Hersteller von Minen machen sich diesen Umstand gerne zu Nutze und erklären so manche Mine zur Antifahrzeugmine, die eindeutig auch von Personen ausgelöst werden kann. Während die Ottawa-Konvention Antipersonenminen verbietet, sind Minen, die per Definition nicht gegen Personen sondern gegen Fahrzeuge gerichtet sind, weiterhin erlaubt - obwohl auch sie Menschen gefährden und töten.

 

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