Patientenverfuegung

Das Recht auf Selbstbestimmung ist ein verbrieftes Patientenrecht. Daher kann jeder Mensch einer medizinischen Behandlung zustimmen oder sie ablehnen. Um den Willen eines Menschen auch dann berücksichtigen zu können, wenn er sich nicht mehr äußern kann, besteht die Möglichkeit einer schriftlichen Patientenverfügung. Diese dient als klare Willensäußerung und muss vom Arzt beachtet werden (Download Patientenverfügung)

Das Gesetz unterscheidet zwischen beachtlicher und verbindlicher Patientenverfügung:

  • Die „Beachtliche Patientenverfügung“ ist eine Orientierungshilfe für den behandelnden Arzt und muss in seine Entscheidungsfindung einfließen. Sie soll bei ihrer Errichtung mit einem Arzt besprochen werden, um klar zu beschreiben aufgrund welcher Argumente eine bestimmte medizinische Maßnahme abgelehnt wird.
  • Die „Verbindliche Patientenverfügung“ kommt wegen sehr strenger Kriterien insbesondere für einen kleinen Teil der Menschen mit bekannter Grunderkrankung in Frage. Voraussetzung für diese Form ist, dass die abgelehnten Maßnahmen ganz konkret beschrieben werden und dass der Patient aufgrund eigener Erfahrung die Folgen der Patientenverfügung zutreffend einschätzen kann. Sie muss schriftlich unter Angabe des Datums vor einem Anwalt, einem Notar oder einem rechtskundigen Mitarbeiter der Patientenvertretung errichtet werden. Die verbindliche Patientenverfügung gilt jeweils für fünf Jahre und muss dann nach den gleichen strengen Kriterien wieder bestätigt werden.


Anmerkung: Das Patientenverfügungsgesetz lässt medizinische Notfallversorgung unberührt, sofern der mit der Suche nach einer Patientenverfügung verbundene Zeitaufwand das Leben oder die Gesundheit von Patienten ernstlich gefährdet.

Rotkreuz-Engagement


Das Rote Kreuz setzt sich für die „Bedürftigsten“ ein. Dazu zählen Menschen, die nicht in der Lage sind, ihren Willen zu artikulieren. Als humanitäre Organisation arbeitet das Rote Kreuz insbesondere nach dem Grundsatz der Menschlichkeit.

 

Daher ist der Organisation auch das Recht der Menschen, über deren medizinische Behandlungen möglichst weitgehend selbst zu bestimmen, ein Anliegen.

 

Informationen für Krankenanstalten

 

Das Patientenverfügungsregister liegt im Generalsekretariat des Österreichischen Roten Kreuzes auf. Krankenanstalten und Ärzte können rund um die Uhr das Bestehen einer Patientenverfügung telefonisch abfragen.

 

Weitere Informationen für Krankenanstalten bietet die Notariatskammer. Krankenanstalten, die sich für eine Anmeldung zur Abfrage des Patientenverfügungsregisters interessieren, können per E-Mail Informationen sowie ein Anmeldeformular anfordern.

 

Informationen für Privatpersonen
 

Alle Informationen zur Patientenverfügung sind in der Rotkreuz-Broschüre "Patientenverfügung" zusammen gefasst. (Download der Rotkreuz-Broschüre: Patientenverfügung)

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