03.02.2020 16:23

LIBANON: UNRUHEN WEGEN FINANZ- UND WIRTSCHAFTSKRISE

LIBANON: UNRUHEN WEGEN FINANZ- UND WIRTSCHAFTSKRISE

Die Woche vom 14. Januar 2020 wurde als "Woche des Zorns" ausgerufen, wobei sich die Proteste besonders gegen die Banken richten, die mit Restriktionen (Seit Beginn der Proteste können die Menschen nur noch begrenzt Fremdwährung von ihren Konten - 300 USD/Woche abheben; die Fremdwährung benötigen sie zur Wertsicherung ihrer Ersparnisse), die Krise anheizen. Während die Proteste mit Sitzblockaden und Musik bisher meist friedlich vonstattengegangen sind, scheinen im Moment brennende Autoreifen und eingeschlagene Fensterscheiben das Bild zu bestimmen.

Dazu eine kurze Übersicht der Tätigkeiten des Libanesischen Roten Kreuzes während des 14. und 15. Jänners als Beispiel:

- The Lebanese Red Cross, with 745 EMTs and 135 ambulances in service, transported 554 patients in emergency need to hospitals, 64 patients from Hospital to Hospital and 292 patients from Hospital to Home.

- As for the Protests all over Lebanon, 110 cases were transported to the Hospitals by the LRC, Civil Defense and other organizations and 53 cases were treated on site by LRC.

- The Lebanese Red Cross also distributed a total of 239 Blood Units through its Blood Transfusion Centers.

- In addition, the LRC served 1681 beneficiaries through the Mobile Clinics that are continuing their work in the needed areas: Hermel, Baalbeck(1&2), Akkar, Tripoli, Tyre, Saida and Chouf.

- Also on the 15th, the LRC responded through multiple teams to a fire that occurred in a refugee camp in Tal Abbas in the North where 3 cases were transported to the Hospitals with EMS, 65 people were evacuated to safe tents through DMS while providing blankets and water to the displaced.

- All Sectors especially the EMS stand on high alert to respond with the current situation.

Leider wirkt sich die unruhige Situation auch auf die Implementierung der Projekte des ÖRK im Libanon aus. Einerseits werden Projektabschlüsse und Berichtslegung für Projekte verzögert (weil viele Kapazitäten der Ansprechpartner beim Libanesischen Roten Kreuz anderweitig gebunden sind). Andererseits ist im Moment auch nicht an Monitoring zu denken, weil internationales Personal gemäß Sicherheitsrichtlinien des Libanesischen Roten Kreuzes und der Föderation Beirut nach wie vor nicht verlassen darf.

Vor diesem Hintergrund wurden bereits vergangenen November geplante gemeinsame Projektbesuche mit dem Geldgeber ADA sowie die Entsendung des Kommunikationsdelegierten vorerst auf Februar 2020 verschoben. Angesichts der Verschärfung der Krise und der zurzeit schwer einzuschätzenden weiteren Entwicklung der Lage stehen auch diese Reisen derzeit unter keinen guten Voraussetzungen.

Von den Einschränkungen, Fremdwährung zu beheben, ist auch die ÖRK-Delegation in Beirut betroffen. Um den Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können, wurden die Mitarbeiterinnen mit Bargeldvorschüssen ausgestattet.

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