Ruanda kämpft weiter um die Zukunft

Die Einwohner Ruandas haben mit Naturkatastrophen zu kämpfen.

Auf einer Fläche, die ungefähr einem Drittel der Fläche Österreichs entspricht, leben zwölf Millionen Menschen. Seit dem Bürgerkrieg und Genozid 1994 hat Ruanda eine Phase des politischen, sozialen und wirtschaftlichen Wiederaufbaus durchlaufen und die institutionellen Voraussetzungen für eine stabile Entwicklung des Landes geschaffen. In den Bereichen Schulbildung, Verringerung der Kindersterblichkeit sowie HIV/AIDS Rate wurden bereits sichtbare Erfolge erzielt. Dennoch sind die Herausforderungen der Armutsbekämpfungen groß.

Die Einwohner Ruandas haben des Öfteren mit Naturkatastrophen zu kämpfen, darunter periodisch wiederkehrende Dürren, Überflutungen und Erdrutsche aber auch Erdbeben und Vulkanausbrüche in der Region der Afrikanischen Großen Seen. Im westlichen Teil von Ruanda stehen noch immer etwa 45 Prozent der Menschen kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Es fehlen die Mittel, um Gesundheitsversorgung, Wassersysteme und Siedlungshygiene auszubauen. Des Weiteren hat Ruanda eine sehr junge Bevölkerung und eine der höchsten Zahlen an Waisen. Vor allem leidet die ländliche Bevölkerung unter den Folgen der Naturkatastrophen. Weit weg von städtischen Gebieten fehlt es den ohnehin schon verarmten Menschen an Ressourcen und Möglichkeiten, ihre Lebensumstände zu verbessern. Genau für diese Menschen tritt das Österreichische Rote Kreuz ein.

Mit verschiedenen Projekten engagiert sich das Rote Kreuz, die Menschen im Lande in Bereichen der Gesundheit, Landwirtschaft und Risikomanagement zu unterstützen und auszubilden. Durch die hohe Anzahl an Naturkatastrophen beteiligte sich das Österreichische Rote Kreuz am Aufbau des lokalen Rettungsdienstes. Ein weiteres Projekt sorgte für besseren Zugang zu Trinkwasser und Hygiene in den Dörfern. Von Experten unterstützt informieren und schulen die Team-Mitglieder die Menschen, sich vor Naturkatastrophen zu schützen, das Land effizient zu bewirtschaften und schärfen das Bewusstsein der Gemeinden für Malaria und Aids.

In einem der neuesten Projekte des ÖRK sind all diese Komponenten vereint: dem Model Village Projekt. Mit diesem Ansatz, welcher von der Regierung gefördert wird, werden die Gemeinden mehrfach gestärkt. Das dreijährige Vorhaben kommt insgesamt 8.500 Menschen in den ärmsten Gemeinden des Sektors Kirimbi im Distrikt von Nyamasheke zugute, wobei auf die Förderung bedürftiger Frauen besonderes Augenmerk gelegt wird.

Unterstützer

Dieses Projekt mit einem Volumen von 494.800 EUR wird in Zusammenarbeit mit dem Ruandischen Roten Kreuz umgesetzt und von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, FAIR Styria und Jugend Eine Welt gefördert.

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Kick-offs zum Resilience-Projekt

"Viele Menschen leben in großer Armut, haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und ausreichender Nahrung. Durch das Anlegen von Gemüsegärten, den Bau und die Reparatur von Wassersystemen sowie Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge soll die Situation von rund 700 besonders benachteiligten Familien in den kommenden drei Jahren nachhaltig verbessert werden", sagt Bernhard Helmberger, Delegierter des Roten Kreuzes vor Ort und ergänzt: "In der Krise sind es oft Kinder, die mit großen Kanistern losgeschickt werden, um Wasser zu holen. Das zu sehen tut weh. Trotz der schlimmen Lage ist es aber motivierend, wenn man Menschen konkret helfen kann." Das Rote Kreuz sowie das Jugendrotkreuz helfen in der Region. Das Kick-off-Event zu einem Resilience-Projektes in Kirimbi / Nyamasheke ist erfolgreich über die Bühne gegangen.

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Ein Rettungsdienst entsteht

Das Rettungsdienstprojekt, das in Zusammenarbeit mit dem Ruandischen Roten Kreuz durchgeführt wird, soll den Aufbau eines zivilen Rettungsdienstes vorantreiben. Der Hauptfokus liegt auf der Einführung des Berufsprofiles "Rettungssanitäter/in". Ruanda kämpft mit einem Personalengpass im Gesundheitsbereich, das neue Berufprofil soll dazu beitragen diese Lücke im präklinischen Bereich zu schließen. 

Mit  zwei Rettungswägen an zwei Standorten im ländlichen Bereich wird die Pilotphase zur Evaluierung der Ausbildung und der Effektivität des neuen Systemes genutzt. Wenn diese Pilotphase zu positiven Resultaten führt, soll das System flächendeckend ausgerollt werden. 

Dieses Projekt mit einem Volumen von 470.000 EUR wird gemeinsam mit dem Ruandischen Roten Kreuz umgesetzt und von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung und dem Landesverband Steiermark unterstützt.

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