10.08.2016 09:39

Aleppo: Zwei Millionen Menschen ohne medizinische Grundversorgung

Das Rote Kreuz fordert Feuerpausen und weist auf das humanitäre Völkerrecht hin.

Aleppo: Zwei Millionen Menschen ohne medizinische Grundversorgung

Wien (Rotes Kreuz) – „Die humanitäre Not hat weltweit ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht“, sagt Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes anlässlich des Welttages der Humanitären Hilfe am 19. August, „besorgniserregend ist vor allem die humanitäre Lage in Aleppo, die sich in einer Abwärtsspirale befindet“. Wie Rotkreuz-Kollegen aus der umkämpften Stadt berichten, fallen vor allem Zivilisten den Angriffen zum Opfer, Bomben und Schüsse seien rund um die Uhr zu hören. Die Not der Bevölkerung ist gewaltig. Die Bewohner sind von Hilfe fast gänzlich abgeschnitten, lebenswichtiges Trinkwasser, Strom und Nahrungsmittel sind Mangelware. Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und deren Personal lassen Menschen ohne Hoffnung auf Behandlung zurück. Viele sterben, weil medizinische Hilfe in zerstörten Spitälern nicht mehr möglich ist. „Das sind Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht“, so Schöpfer.

 

Ein weiteres Zeichen der Nichtachtung des Völkerrechts und der Genfer Konvention seien die zahlreichen Übergriffe auf freiwillige Helfer des Roten Halbmonds. „Seit Beginn des Syrienkonflikts sind 61 lokale Helfer in Syrien und zehn im Jemen während ihres Einsatzes ums Leben gekommen“, sagt der Rotkreuz-Präsident. „In humanitären Notlagen sind freiwillige Helfer unverzichtbar, ihre Lebensversicherung ist die Einhaltung des Völkerrechts. Sie retten Leben, lindern Leid und stellen Schutz und Versorgung von betroffenen Menschen sicher.“

 

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Syrisch Arabische Rote Halbmond erhalten nach langwierigen Verhandlungen mit allen Konfliktparteien immer wieder humanitären Zugang zu belagerten Städten und Gebieten. Zurzeit befinden sich 55 IKRK-Delegierte und hunderte lokale Helfer in Aleppo. In den vergangenen Tagen versorgten sie täglich über 70.000 Menschen mit Lebensmitteln, Hilfsgütern, provisorischen Unterkünften, Trinkwasser und medizinischer Hilfe. „Die Dimension der derzeitigen Hilfe entspricht bei Weitem nicht dem Ausmaß der humanitären Katastrophe“, sagt Schöpfer, „ohne entsprechende Mittel vor allem für die medizinische Hilfe werden noch mehr Zivilisten unterversorgt sterben.“ Das Rote Kreuz fordert regelmäßige Feuerpausen und freien Zugang in umkämpften Gebieten für die Hilfsorganisationen, um ungehindert Hilfsgüter und medizinische Hilfe zu den Menschen bringen zu können.

 

Das Österreichische Rote Kreuz bittet um Spenden
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Rückfragehinweis:
Mag. Andrea Janousek
Österreichisches Rotes Kreuz
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Tel.: +43 1 589 00-153
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E-Mail: andrea.janousek(at)roteskreuz.at
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