Verbesserte Wasser- , Sanitärversorgung und Siedlungshygiene für syrische Flüchtlinge & die Aufnahmegemeinde in Haouch er Rafqa II

Hintergrund

Der mittlerweile über 8 Jahre dauernde Syrien-Konflikt macht dem Libanon ganz besonders zu schaffen. Das Land hat gegenüber den syrischen Schutzsuchenden außergewöhnliche Solidarität bewiesen, was dazu geführt hat, dass mittlerweile fast jeder dritte Einwohner ein Flüchtling ist.


Die Krise im benachbarten Syrien hat die sensible Stabilität wie auch die ohnehin schon schwache Infrastruktur, die öffentlichen Dienstleistungen, (Ab-) Wasser- und Abfallwirtschaft sowie die chronisch überlasteten Gesundheitseinrichtungen zusätzlich unter Druck gebracht. Die allgemeine Armut ist im Steigen begriffen, die Belastbarkeit der bedürftigen Gemeinden überstrapaziert, zumal deren Ersparnisse und Ressourcen weitgehend erschöpft sind.

Einerseits sind die Vertriebenen aus Syrien aufgrund des anhaltenden Schwunds ihrer finanziellen Mittel bzw. des eingeschränkten Zugangs zu Verdienstmöglichkeiten in ihrer Existenz gefährdet und daher auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben. Andererseits leben auch viele Libanesen unter prekären Bedingungen. Statistiken aus den Jahren 2008 und 2011 zufolge lebten bereits vor dem Syrien-Konflikt 28% der Libanesen in Armut und mussten mit weniger als $ 3.84 pro Tag ihr Auskommen finden. Extrem arme libanesische Haushalte machen etwa 10% der Bevölkerung des Landes aus. Sie leben hauptsächlich im Norden (45%) und der Bekaa-Ebene (21%).

Hygieneschulung Libanon

Aufbauend auf den Maßnahmen des Vorgängerprojekts in Haouch Er Rafqa, in dem für Flüchtlinge und die bedürftige Aufnahmegemeinde der Zugang zu sauberem Trinkwasser auf individueller Ebene verbessert wurde, soll in Phase II verstärkt auf institutioneller Ebene - d.h. in Schulen und Gesundheitszentren - an der Verbesserung des Zugangs zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen gearbeitet werden. Dieser Zugang berücksichtigt die Erfahrungen von Phase I, welchen zufolge über Gesundheitseinrichtungen und Schulen die verletzlichsten Gruppen (ältere Frauen und Männer und Kranke) einerseits bzw. junge Menschen als Gestalter zukunftsträchtiger Entwicklungen andererseits noch besser erreicht werden können.

Gleichzeitig wird die erfolgreiche Pilotierung elektronischer Gutscheine, mit welchen schutzbedürftige Familien Hygieneartikel ihren tatsächlichen Bedürfnissen entsprechend erwerben können, ausgeweitet und dadurch für Kontinuität gesorgt bzw. zur Vermeidung von Konflikten beigetragen.

Mit großflächigeren Reinigungsaktionen, von denen Aufnahmegemeinden und Flüchtlinge gleichermaßen profitieren bzw. in die sie zu gleichen Teilen eingebunden sind, wird ein Beitrag zur Reduzierung der negativen Einflüsse einer durch Müll belasteten Umwelt auf die Gesundheit der betroffenen Menschen geleistet. Darüber hinaus fördert insbesondere letztgenannte Maßnahme das Zusammenleben zwischen Aufnahmegemeinden und Flüchtlingen.

Mit diesem Projekt werden

  • 4.900 Menschen direkt erreicht.
  • Indirekt kommen die Aktivitäten ca. 30.000 Personen in den Gemeinden Haouch Er Rafqa, Qsarnaba, Temnine Et Tahta, Misraya und Beit Chama zugute.

Projektumsetzung

Projektziel

Das Projekt leistet einen Beitrag zu erhöhter Resilienz von Flüchtlingen und Aufnahmegemeinden durch gerechten Zugang zu angemessenen Wasser-, Sanitärversorgung und Siedlungshygiene im Distrikt von Baalbek (Nachhaltiges Entwicklungsziel 6).

 

Resultate

  1. Frauen, Männer, Mädchen und Buben bedürftiger Flüchtlingsfamilien bzw. Aufnahmegemeinden verfügen über einen besseren gleichberechtigten Zugang zu sauberem Wasser auf individueller und institutioneller Ebene.

  2. Frauen, Männer, Mädchen und Buben bedürftiger Flüchtlingsfamilien bzw. Aufnahmegemeinden verfügen über einen besseren gleichberechtigten Zugang zu angemessenen sanitären Einrichtungen auf individueller und institutioneller Ebene.

  3. Frauen, Männer, Mädchen und Buben verfügen über mehr Wissen über sichere Hygienepraktiken sowie gesteigertes Umweltbewusstsein.


Wirkung

Das Projekt trägt dazu bei, das durch die anhaltende Krise in Syrien verursachte Leid zu lindern. Wiederkehrende soziale Spannungen und Ressentiments libanesischer Aufnahmegemeinden gegenüber syrischen Flüchtlingsfamilien werden gemildert, indem das Projekt beiden Gruppen zugutekommt.

 

Laufzeit

24 Monate (Oktober 2019 - September 2021)

Zu Besuch bei Familien, denen geholfen wurde

Verbesserte Wasser- und Sanitärversorgung macht einen großen Unterschied im Leben der geflüchteten Familien und jenen aus der Aufnahmegemeinde. Wir haben uns vor Ort davon einen Eindruck gemacht (englische Untertitel).

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