Hilfe auf Knopfdruck

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Es ist spät in der Nacht, als die 81-jährige Frau auf dem Rückweg vom Badezimmer ins Bett stürzt und sich dabei den Oberschenkel bricht. Die starken Schmerzen erlauben es ihr nicht, sich zu bewegen. Das Telefon ist außer Reichweite. Die schwachen Hilferufe hört niemand. "Ein unüberhörbarer Hilferuf ist nur über die so genannte Rufhilfe möglich. Diese wird von mehr als 23.000 Menschen in Österreich benützt. Es ist ein Notrufsystem, mit dem 365 Tage im Jahr rund um die Uhr Hilfe geholt werden kann", erklärt Mag. Monika Wild vom Österreichischen Roten Kreuz.

Das Rufhilfesystem ist denkbar einfach zu bedienen und besteht aus zwei Teilen: einem Sender, der am Körper entweder wie eine Uhr oder ein Halsband getragen wird, und einer Basisstation, die beim Telefon installiert ist. Wild: "Am Sender befindet sich ein großer Druckknopf. Wird dieser gedrückt, wird erstens automatisch eine Verbindung zur Rufhilfezentrale hergestellt. Man kann über eine Freisprecheinrichtung sofort sprechen. Zweitens scheinen in der Zentrale Name und Adresse des Rufers auf." Die Rufhilfezentrale schickt sofort Rettungswagen oder Notarzt an die Adresse und informiert Angehörige.

Mit der Rufhilfe ist also gewährleistet, dass zum Beispiel alte und gebrechliche oder kranke und alleinstehende Menschen, aber auch Schwangere sofort Hilfe herbeiholen können. Ein einfacher Knopfdruck genügt. Wild: "Auch für Angehörige ist dieses System eine große Erleichterung. Sie wissen, dass im Notfall für die gebrechliche Mutter oder den zuckerkranken Vater gesorgt ist."

Die Monatsmiete für die Rufhilfe ist je nach Bundesland verschieden und liegt zwischen 20 und 32 Euro. In einigen Bundesländern wird auch eine einmalige Installationsgebühr verrechnet, die etwa eine Monatsmiete beträgt. In der Miete enthalten sind weiters Wartung und Austausch der Geräte, eine ausführliche Erklärung des Systems und ein Schlüsseldepot. Teilnehmer am Rufhilfesystem können einen Wohnungsschlüssel beim Roten Kreuz deponieren, um den Helfern raschen Zugang zu ermöglichen. Die Rufhilfe kann monatlich gekündigt werden.

Auch im Fall der 81-jährigen Frau machte sich das Rufhilfesystem bezahlt. Per Handsender alarmierte sie die Rufhilfezentrale. Schon wenige Minuten später waren Notarzt und Sanitäter bei ihr und konnten sie raschest versorgen.

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