Wenn es zu heiß wird

gesundheits tipps

Der Tisch ist gedeckt, die Salate sind fertig, die ersten Gäste sind auch schon da, aber leider, die Holzkohle im Grill will und will nicht brennen. Da kommt dem Gastgeber eine zündende Idee: Brennspiritus vom letzten Fondue-Abend. Rasch holt er die Flasche, öffnet sie, schüttet den Spiritus über die Holzkohle und ... plötzlich entzündet sich der Spiritus an einem kleinen verborgenen Glutnest in der Holzkohle. Eine Stichflamme springt aus dem Griller. Die Flasche explodiert. Schreiend versucht der Gastgeber mit brennenden Kleidern wegzulaufen.

"Als erstes müssen die brennenden Kleider gelöscht werden", sagt Dr.Heinz Peter Slatin, Chefarzt des Österreichische Roten Kreuzes. "Man kann den Betroffenen am Boden wälzen, ebenso aber mit Tüchern, Wolldecken oder Kleidungsstücken versuchen, die Flammen zu ersticken. Auch Wasser oder ein geeigneter Feuerlöscher können verwendet werden. Wird ein Feuerlöscher verwendet, darf dieser nicht auf das Gesicht gerichtet werden."

Kleidungsreste sollten vorsichtig abgelöst, eingebrannte Reste aber nicht losgerissen werden, so Dr.Slatin. Um den Schock zu bekämpfen, die Hitze zu dämpfen und den Schmerz zu lindern, den verbrannten Körperteil etwa zehn bis 15 Minuten unter reines, fließendes kühlendes Wasser halten. Bei großflächigen Verbrennungen sollte dies nur innerhalb der ersten 30 Minuten erfolgen. Danach bestehe erhöhte Schockgefahr. Zum keimfreien Abdecken der Brandwunden gebe es z.B. Brandwundenpäckchen, notfalls würden aber auch frische Leintücher reichen. Bis zum Eintreffen der Rettung Fortsetzen der Schockbekämpfung.

"Verbrennungen verursachen mehr oder minder tiefgreifende Gewebsschäden", erklärt Dr.Slatin. Die Schwere hängt ab von Ausdehnung (%), Tiefenwirkung (Verbrennungsgrade), Alter, Gesundheitszustand, Zusatzverletzungen, Temperatur sowie Art, Dauer und Lokalisation der Hitzeeinwirkung. Drei Gefahren drohen: Schock, durch Verbrennung entstandene Allgemeinstörungen (Verbrennungskrankheit) und Infektion. "Verbrennungen 3.Grades (Schorfbildung, Verkohlung) gehören prinzipiell ärztlich versorgt. Verbrennungen 2.Grades (Blasen) dann, wenn die Blasenfläche größer als die Handfläche des Verletzten ist."

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