Jeder kann Leben retten

gesundheits tipps

Die ersten Minuten sind entscheidend. Mehr als 43.000 Verkehrsunfälle sind im Vorjahr auf Österreichs Straßen passiert. Im Durchschnitt wurden pro Tag zwei bis drei Verkehrstote und 154 Verletzte gezählt. "Viele von ihnen könnten heute noch leben oder würden keine Behinderungen haben, wenn es im Straßenverkehr mehr Rücksicht geben würde und wenn sie nach dem Unfall schnellstmöglich richtig versorgt worden wären", sagt Dr. Susanne Schunder-Tatzber vom Österreichischen Roten Kreuz.

Es ist selten, dass ein Unfall direkt vor dem Eingang eines Krankenhauses passiert. Es geschieht schon eher auf einer Freilandstraße, fernab von schneller professioneller Hilfe. Ein Verletzter liegt bewusstlos in einem demolierten Auto. Nur ein Drittel der Österreicher traut sich in so einer Situation zu, Erste Hilfe zu leisten. Dabei sind es nur einfache Handgriffe, die aber für den Verletzten eine große Wirkung haben. So kann ein Mensch zwar 30 Tage ohne Nahrung und drei Tage ohne Wasser leben, aber nur drei Minuten ohne Sauerstoff. Schunder-Tatzber: "Wer in so einem Fall eine Herzmassage und eine Beatmung durchführen kann, der rettet ein Leben."

Gemeinsam mit der Europäischen Kommission führt das Rote Kreuz die Kampagne "Road Safety" durch. Erste-Hilfe-Kenntnisse sollte zwar jeder haben. Die Kampagne richtet sich aber besonders an Führerschein-Neulinge und Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren. Das sind die Gruppen mit dem höchsten Unfallrisiko. Moderne Technik und bauliche Veränderungen an den Straßen können das Unfallrisiko senken. Schunder-Tatzber: "Doch das nützt nichts, wenn es an Rücksicht fehlt, wenn Autos alkoholisiert gelenkt werden oder gerast wird. Daher ist es auch ein Ziel der Kampagne, an die Verantwortung jedes einzelnen zu appellieren."

Ein Kurs in Erster Hilfe ist Pflicht, will man den Führerschein bekommen. Doch schnell ist vergessen, was lebensrettende Sofortmaßnahmen sind, was getan werden muss, um Leben zu erhalten und schnellstmöglich ärztliche Hilfe herbeizuholen. "Jeder kann sein Wissen in wenigen Minuten überprüfen. Das geht sogar online und anonym über die Homepage des Österreichischen Roten Kreuzes. Wer den Test nicht besteht oder sich unsicher fühlt, hat die Möglichkeit, sein Wissen in zahlreichen Kursen wieder aufzufrischen. Denn eines sollte man bedenken: Jeder einzelne kann tagtäglich in die Situation kommen, Erste Hilfe von seinen Mitmenschen zu benötigen", sagt Schunder-Tatzber.

socialshareprivacy info icon