Das gesunde Maß ist schnell überschritten

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Das berühmte Glas Rotwein am Abend, das vor Herzkreislauferkrankungen schützen soll, ist nicht unumstritten. Die Grenze, bis zu der Alkohol vorbeugenden Charakter hat, ist sehr schnell erreicht. "Zehn bis zwölf Gramm Alkohol bei Frauen, 20 bis 24 Gramm Alkohol bei Männern gelten als Grenze. Zehn Gramm Alkohol entsprechen etwa einem Achterl Wein, 0,3 Liter Bier oder einem doppelten Schnaps", sagt Dr. Heinz Peter Slatin vom Österreichischen Roten Kreuz. Schon geringe Mengen mehr würden Leber und Bauchspeicheldrüse in ungesundem Ausmaß belasten.

Die Wirkung von Alkohol hängt auch von der Art und Weise des Trinkens ab. Wer unter der Woche auf Alkohol verzichtet und am Wochenende exzessiv trinkt, wird sich kaum mit Alkohol vor Herzkreislauferkrankungen schützen. Slatin: "Alkoholkonsum bringt in jedem Fall gesundheitliche Risiken mit sich, die größer als der Nutzen sein können. Jeder, der Alkohol trinkt, sollte sich daher der Risiken bewusst sein."

So steigt etwa das Risiko eines Mannes, an Mundhöhlen- oder Rachenkrebs zu erkranken, um das dreieinhalbfache, wenn täglich zwischen 25 und 49 Gramm Alkohol getrunken werden. Das ist ungefähr die Menge zwischen drei kleinen und drei großen Bier. "Das Risiko steigt mit steigendem Alkoholkonsum enorm an. Mehr als ungünstig ist es, wenn dazu noch geraucht wird., so Slatin. Weiters erhöht Alkoholkonsum auch das Risiko von Speiseröhren-, Magen- oder Dünndarmkrebs. Neben der Bauchspeicheldrüse zählt die Leber zu den am meisten von Alkohol geschädigten Organen.

"In Österreich sind mehr als 300.000 Menschen alkoholkrank. 1999 ereigneten sich mehr als 2.400 Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von Alkohol. 93 Menschen starben, mehr als 3.400 wurden verletzt. Angesichts dieser Tatsachen ist wohl eher davon abzuraten, Alkohol zur Vorbeugung zu sich zu nehmen", sagt Slatin. Die eigene Gesundheit bleibe sicher eher durch gesunde Ernährung, sportliche Betätigung und Verzicht auf das Rauchen erhalten. "Wer das nicht tut, dem nützt es auch nichts mehr, wenn er Alkohol trinkt, um Herzkreislauferkrankungen vorzubeugen", schließt Slatin.

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