Gefährdet ist jeder

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Konsumiert wird alles, was verfügbar ist: Drogen, Psychopharmaka und Alkohol, beschreiben Experten den Trend. Und: Etwa die Hälfte aller Anzeigen im Zusammenhang mit Drogen betraf Menschen unter 25 Jahren. "Prävention bedeutet, einer Sucht zuvorkommen. Moderne Suchtprävention hat wenig mit Abschreckung, dafür aber viel mehr mit einer guten Beziehungskultur zu tun", sagt Mag. Andrea Lehner vom Österreichischen Jugendrotkreuz.

Gefährdet ist jeder. Alkohol, Zigaretten oder illegale Drogen als Suchtmittel, Internetsucht, Fernsehsucht, Spielsucht, Magersucht oder Kaufsucht als zwanghafte Verhaltensweisen, die Liste ist lang. Gefährdet sind nicht nur Kinder und Jugendliche. Lehner: "Gerade aber bei Kindern spielt die Familiensituation eine wichtige Rolle. Zur Prävention können Familie und Elternhaus viel beitragen, sie können Kindern und Jugendlichen eine Heimat, bei der Suche nach dem eigenen Weg durch das Leben eine Stütze sein."

Eltern sind Vorbilder in ihrem Verhalten, in der Art, wie sie mit Konflikten umgehen und wie sie Beziehungen gestalten. "Sucht beginnt im Alltag, dort wo wir leben, lernen, arbeiten, spielen und lieben. Suchtprävention ebenso. Lassen Sie keine Alkoholreste stehen, schicken Sie Kinder nicht zum Einkaufen von Zigaretten oder Alkohol", sagt Lehner.

Eine alltägliche und sozusagen "homöopathisch" wirksame Möglichkeit, das eigene Kind von früh an zu stärken, ist zum Beispiel die gute alte Gute-Nacht-Geschichte. Lehner: "Es macht einen Unterschied, ob man in einer Atmosphäre der Geborgenheit zur Ruhe kommt oder ob der Tag mit all seinen Aufregungen einfach wie eine Nachttischlampe ausgeknipst wird."

Nicht Angst, Abschreckung oder Ausgrenzung sind das Ziel. Fallweise müssen aber dennoch Grenzen gesetzt sowie Mut und Verantwortungsgefühl gezeigt werden. "Es sind immer noch die Eltern dafür verantwortlich, dass ihre Kinder um 2.00 Uhr nachts zu Hause und nicht in der Disco sind", so Lehner.

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