Die Lernhäuser des Roten Kreuzes

Die Idee. Was aus Kindern wird, hängt hauptsächlich vom Bildungsstand ihrer Eltern ab: 8 von 10 Kindern erreichen höchstens den Bildungsabschluss der Eltern, nur zwei kommen weiter. Und 4.000 Kinder brechen jährlich die Pflichtschule ab! Österreich lässt derzeit zu viele Bildungsverlierer_innen zurück. Das wollen wir ändern und einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Kinder den Pflichtschulabschluss schaffen und damit bessere Chancen im Leben haben.

Die Lernhäuser schließen eine Lücke und richten sich an Kinder aus bildungsfernen Familien, die sich Nachhilfe nicht leisten können. Das Lernhaus ist keine Konkurrenz zur Schule, sondern ein zusätzliches tägliches Angebot, das sowohl Kinder mit als auch ohne Deutsch als Erstsprache fördert. In Kleingruppen lernen die Kinder, machen ihre Hausübungen und üben für Schularbeiten und Tests. Neben dem Lernen und den Vorbereitungen für die Schule fördert das Lernhaus auch den kulturellen Austausch und bietet gemeinsame Aktivitäten (Museumsbesuche, Ausflüge, Workshops) an, die im Alltag der Kinder sonst keinen Platz haben. In Wien und Graz erhalten die Jugendlichen der 9. Schulstufe - vor dem Pflichtschulabschluss - ein individuelles Coaching zur Berufsorientierung und werden über weiterführende Schulen informiert.

Lernhäuser gibt es aktuell in Wien und Graz, an fünf Standorten in Niederösterreich (Tulln, Neunkirchen, Herzogenburg, Gänserndorf und Bruck/Leitha) und in Tirol (Kufstein und Wörgl).

Lernhaus Wien

Das Lernhaus ist eine Anlaufstelle für sozial- und bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 15 Jahren. Es bietet unentgeltliche Hausaufgabenbetreuung und Lernhilfe, sowie ein vielfältiges Freizeitangebot, an und dient als Schnittstelle zwischen Schüler_innen, Lehrer_innen und Eltern. Das Lernhaus Wien bietet zwei Projekte an, die sich mit unterschiedlichen Schulstufen, Altersgruppen und somit auch den jeweiligen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Herkunftsländern (zB Türkei, Syrien, Afghanistan, Serbien, Russische Föderation, Indien, Ägypten etc.) beschäftigen.

Ins Leben gerufen wurde das Bildungsprojekt vom Österreichischen Roten Kreuz und dem Verein Kurier Aid Austria (KAA) in Kooperation mit dem Unternehmen Accenture. Das Lernhaus Wien hat 2011 seinen Betrieb aufgenommen.

Nachmittagsprojekt

Das Nachmittagsprojekt unterstützt maximal 22 Schüler_innen im Alter zwischen 6 und 12 Jahren. Neben der Aufgaben- und Lernbetreuung in Form von Kleingruppenunterricht oder Einzeltraining, Test- bzw. Schularbeitsvorbereitung, zeichnet sich das Angebot besonders durch individuelle Lern- und Leseeinheiten aus. Sprachliche Defizite können so abgemildert und Selbständigkeit und Eigenverantwortung gefördert werden. 

Abendprojekt

Im Abendprojekt werden Schüler_innen zwischen 10 und 15 Jahren, die eine Pflichtschule besuchen, betreut. Hier gibt es Plätze für max. 36 Jugendliche. Neben der Verbesserung von Schulleistungen steht der individuelle Umgang mit gesellschaftlicher Benachteiligung, die Bewältigung alltäglicher Problemsituationen und die Förderung der Eigenverantwortung der jungen Besucher_innen im Fokus.

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