Bildung definiert die Zukunft

Ein Interview mit Klaus Malle, Country Managing Director von Accenture

In Österreich engagiert sich Accenture seit 2011 gemeinsam mit dem Österreichischen Roten Kreuz und dem Verein Kurier Aid Austria im Projekt „Lernhaus“ für die Förderung von Jugendlichen auf ihrem Weg ins Berufsleben. Das Lernhaus ist als Ergänzung zur Schule konzipiert und bietet Förderunterricht in Kleingruppen und Einzelbetreuung durch Pädagoginnen und Pädagogen.

Accenture Kerschbaum Malle
Kerschbaum und Malle ein weiteres Jahr im Lernhaus vereint.

Accenture hat sich für eine Vertragsverlängerung entschieden. Warum eigentlich?

Malle: Nach zwei Jahren Lernhaus- Betrieb zeigt sich, dass die Jugendlichen bereits stark von der Förderung der Mentoren in den Hauptfächern profitiert haben. Die Noten haben sich verbessert, die Schülerinnen und Schüler trauen sich jetzt vermehrt aktive Mitarbeit im Unterricht zu, ihre Sprachkompetenz ist gestiegen und das hat wiederum das Selbstvertrauen der Schüler gestärkt. Diese positive Entwicklung wollen wir weiterführen, denn unser Ziel ist es die Jugendlichen bis zum erfolgreichen Berufseinstieg zu betreuen.

Kann man die Erfolge der Jugendlichen steuern?

Malle: Damit in diesem Jahr ein noch zielgerichteteres Angebot an Lerninhalten für die Kinder und Jugendlichen geschaffen werden kann, hat Accenture ein Lernhaus-Evaluierungstool entwickelt. Dieses Tool ermöglicht es den PädagogInnen eine nachhaltige Messung des Lernerfolgs vorzunehmen. So werden den Lernhaus Besuchern mögliche Defizite und gemachte Fortschritte sehr transparent aufgezeigt.

Um welche Jugendlichen handelt  es sich?

Malle: Accenture unterstützt konkret Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren - meist mit Migrationshintergrund-, in Form von ehrenamtlichen Mentoren, die Pflichtschule positiv abzuschließen. Jugendliche mit Lernschwierigkeiten sollen so bestmöglich auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden oder sich für eine weiterführende Ausbildung qualifizieren.

Welche Bedeutung haben Einrichtungen wie das Lernhaus für die Gesellschaft bzw. für Unternehmen?
 

Malle: Um in wirtschaftlicher und demokratiepolitischer Hinsicht wettbewerbsfähig sein zu können, braucht es gut gebildete und ausgebildete junge Leute. Wir müssen die Voraussetzungen für gute Ausbildung schaffen.
Accenture hat deshalb die globale Initiative „Skills to Succeed“ gestartet, mit der bis zum Jahr 2015 rund 500.000 Menschen auf das Berufsleben vorbereitet werden sollen. Dafür investieren wir US$ 100 Millionen.

Wie schaut das Engagement von Accenture im Lernhaus konkret aus?

Malle: Das Engagement von Accenture stützt sich auf drei Säulen:
1. Finanzielle Unterstützung, 2. Pro-Bono-Beratungsstunden (unentgeltliche Beratungsstunden) und 3. das freiwillige Engagement von Mitarbeitern als Coaches und Mentoren vor Ort.

Wie viele Accenture Mitarbeiter rechnen, schreiben und lesen im Lernhaus?

Malle: Im Rahmen des Projektes „Lernhaus“ bietet Accenture seinen Mentoren die Möglichkeit, die freiwilligen Stunden im Lernhaus zur Hälfte als Arbeitszeit zu verbuchen. 2011 waren das ca. 800 Stunden. Momentan sind es 8 fixe Accenture Mitarbeiter, die dieses Projekt aus Überzeugung unterstützen und dies sogar zum Großteil in ihrer Freizeit. Im Rahmen der Pro Bono Leistung hat Accenture Österreich auch eine Evaluierung des Lernhauses durchgeführt. Die daraus gewonnen Kenntnisse sind dann direkt in den Betrieb des Lernhauses eingeflossen.

Fähigkeiten abseits von schulischen Erfolgen – wie etwa social skills - braucht man im Leben und im Beruf auch. Wie sieht es damit aus?

Malle: Abgesehen von schulischen Erfolgen profitieren die Jugendlichen auch von der fixen Struktur des Nachmittags und Abends im Lernhaus: Nicht nur Hausaufgaben- und Lernbetreuung wird geboten, auch das Knüpfen von stabilen persönlichen Beziehungen, die Auseinandersetzung und das Aufeinander eingehen wird eingeübt, ein keineswegs selbstverständlicher Lernprozess für Kinder aus Familien, die teils durch schwierige Migrationserlebnisse, aber auch durch wirtschaftliche Situation stark belastet sind.

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Kerschbaum und Malle ein gutes „Gespann“. Fotocredits: ÖRK/KellnerHollyThomas

Das Lernhaus ist Teil eines großen, weltweiten Engagements von Accenture:

Skills to Succeed
Nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" trägt Accenture im Rahmen seiner weltweiten Initiative "Skills to Succeed" dazu bei, Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen aus allen Teilen der Erde erfolgreich in das Wirtschaftsleben zu integrieren. Dafür stellt der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 100 Millionen US-Dollar bereit - in Form von Spenden, Pro-Bono-Projekten und ehrenamtlichem Engagement von Mitarbeitern.

Accenture hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2015 auf der Welt 500.000 Personen mit Fähigkeiten auszustatten die es ihnen erlauben, am Wirtschaftsleben teilzuhaben und ihren Beitrag dazu zu leisten. Das tun wir, indem wir sie ausbilden oder bei der Existenzgründung unterstützen.

"Skills to Succeed" umfasst weltweit über 200 Initiativen, die sich zum Ziel gesetzt haben, Menschen mit den notwendigen Fähigkeiten auszustatten, um erfolgreich am Wirtschaftsleben teilzuhaben. Dabei versteht sich Accenture nicht nur als Geldgeber, sondern vor allem als aktiver Mitgestalter sozialer Verantwortung und leistet Unterstützungsarbeit in den Bereichen, die zu den eigenen Kernkompetenzen gehören - insbesondere bei der Vermittlung von Wissen in den Bereichen Projektmanagement, Wirtschaft und IT.


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