Sanitäter für Ruanda

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt den Aufbau eines Rettungssystems in Ruanda.

In dem afrikanischen Land soll nach österreichischem Vorbild ein neues Rettungssystem entstehen. Derzeit ist die Versorgung lückenhaft.
Ruanda gilt als die Schweiz Afrikas. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit ist niedrig und die Armut in den vergangenen Jahren stark gesunken. Das Land ist dicht besiedelt: Auf rund einem Drittel der Fläche Österreichs leben 13 Millionen Menschen. Nur ein zuverlässiges Rettungssystem gibt es nicht – noch nicht. Denn mit der Unterstützung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung hat das Österreichische Rote Kreuz mit dem Ruandischen Roten Kreuz ein Ausbildungsprogramm für Rettungssanitäter entwickelt.

Roland Maier vom ÖRK koordiniert den Aufbau des Rettungsdiensts gemeinsam mit dem Ruandischen Roten Kreuz. Foto: ÖRK

„Bald starten die ersten Kurse“, erzählt Roland Maier vom Rotkreuz-Landesverband Steiermark, der das Projekt betreut. Das belgische Rote Kreuz steuert zwei neue Rettungsautos bei und die Else Kröner-Fresenius Stiftung übernimmt einen Teil der Finanzierung. „Vorbild war die österreichische Ausbildung, die wir an die lokalen Gegebenheiten angepasst haben“, sagt Maier. Ziel ist es, 70 Sanitäter auszubilden. Zunächst absolvieren 16 Rotkreuz-Mitarbeiter den Kurs, die dann den Dienst in zwei ländlichen Regionen aufnehmen werden.

Wer einen Unfall hat, muss sich entweder von einem Helfer der Gemeinde, meist per Moped, in ein Gesundheitszentrum bringen lassen, oder es selbst irgendwie dorthin schaffen. Denn nur diese Zentren werden von den Ambulanzen der Krankenhäuser angefahren. Darin sitzt meist nur eine Krankenschwester, und auch das nicht immer. Die Fahrer haben meist keine medizinische Ausbildung. Die Ausrüstung der Wägen ist sehr einfach: Bis auf eine Liege, Verbandszeug, Schienen und wenige Medikamente befindet sich darin nicht viel.

Foto: Ruanda Red Cross

Ziel ist es, schneller helfen zu können und Verletzte bereits am Unfallort oder zu Hause abzuholen –mit einem Sanitäter an Bord. In die Umsetzung des Projekts sind auch Vertreter des Gesundheitsministeriums eingebunden. „Die Chancen stehen gut, dass der Staat das Modell nach einer Pilotphase landesweit umsetzt und das Rettungssystem auch gesetzlich neu regelt“, sagt Maier. „Wenn dann noch Freiwillige mit eingebaut werden, könnte ein ziviler Rettungsdienst wie in Österreich entstehen. Obwohl es noch viel Verbesserungspotential gibt, ist es schön zu sehen, wie begeistert die Kollegen bei der Sache sind. Und man lernt auch schätzen, wie gut bei uns das Rettungssystem funktioniert.“
    
Wir danken der Else Kröner-Fresenius-Stiftung sehr herzlich für die Unterstützung!

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