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Charity umschreibt vorbehaltlose Hilfeleistungen in Form von Benefiz oder Spenden (finanzielle Mittel, Sach- und Zeitspenden) an Bedürftige und kann sich an Einzelpersonen oder Organisationen richten.
Die Bandbreite an Aktivitätsfeldern ist groß und reicht von Armutsbekämpfung über soziale Hilfestellung bis hin zur Unterstützung für Gesundheitsleistungen. Charakteristisch sind aber die kurzfristige und schnelle Möglichkeit zur Hilfestellung sowie die Einbettung von Charity in diverse Veranstaltungen bzw. Aktionen von Privatpersonen oder Unternehmen. Ursprünglich eine Form der Hilfe, die mit religiösen Überzeugungen verbunden war, hat sich der Charity-Ansatz mit Ausweitung der wohlfahrtsstaatlichen Aktivitäten als ein eher unmoderner Ansatz erwiesen.
Neuere Formen wie Venture Philanthropy, Giving Circles oder Social Venture Capital setzen eher auf nachhaltige Strategien zur Bekämpfung der Ursache anstatt der Linderung von Symptomen. Im britischen Sprachraum werden unter Charities auch spendenfinanzierte Organisationen verstanden. (1)

 

 

Corporate Citizenship (CC) beschreibt einen weiteren Teil der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen und bezeichnet das über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinausgehende Engagement von Unternehmen zur Lösung sozialer Probleme in seinem lokalen Umfeld.
Maßnahmen des Corporate Citizenship sind oftmals Sponsoring, das zur Verfügung stellen von Mitarbeiterzeiten (Corporate Volunteering), Unternehmensspenden (Corporate Giving) oder Unternehmensstiftungen (Corporate Foundations). Viele dieser Maßnahmen werden in Kooperationen mit gemeinnützigen Organisationen umgesetzt. (1)

 

 

Corporate Governance steht für eine Unternehmensführung und Kontrolle, die verantwortungsbewusst und auf langfristige Wertschöpfung hin orientiert ist. Dieses vor allem für börsennotierte Unternehmen wichtige Konzept legt Wert auf die Beziehung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, auf Achtung der Interessen der Anteilseigner und auf Offenheit im Umgang mit Stakeholdern. (3)

 

 

Corporate Volunteering Freiwilligenarbeit oder ehrenamtliche Tätigkeit ist nicht auf Entgelt ausgerichtete Beschäftigung, meist zugunsten von Vereinen oder karitativen Organisationen. Wird die Freiwilligenarbeit im Rahmen der Dienstzeit und auf Initiative des Unternehmensdurchgeführt, bezeichnet man sie auch als „Corporate Volunteering". (3)

 

 

Corporate Social Responsibility (CSR) umschreibt freiwillige Beiträge von Unternehmen zu einer nachhaltigen Entwicklung, die über die gesetzlichen Forderungen (Compliance) hinausgehen.
Im Wesentlichen bedeutet CSR, dass die negativen externen Effekte wirtschaftlichen Handelns auf Gesellschaft und Umwelt vermieden und die positiven gestärkt werden.
CSR kann zahlreiche Formen annehmen, von Einzelmaßnahmen bis zu CSR als strategische Option im Rahmen der wirtschaftlichen Tätigkeit: Dabei werden Produktangebot, Wertschöpfungskette und soziale bzw. ökologische Themen so verbunden, dass sowohl gesellschaftlicher als auch unternehmerischer Nutzen generiert wird. (1)

 

 

Im Rahmen von GIVING CIRCLES schließen sich Privatpersonen zu einer Gruppe zusammen, um ihre Ressourcen für gemeinsame philanthropische Aktivitäten und soziale Ziele zu bündeln.
Sie agieren in ihre Entscheidungsfindung üblicherweise unabhängig von bestimmten einzelnen wohltätigen Organisationen und können sich als kleine Gruppen oder lose Netzwerke formieren bzw. als formalisierte Organisation ausgeprägt sein. (1)

 

 

Impacts beschreiben langfristige Veränderungen in einer Organisation oder in der Gesellschaft. Diese treten meist zeitver-zögert auf und lassen sich nicht unmittelbar oder ausschließlich auf ein konkretes Projekt zurückführen.
Als Impact gelten z.B. eine verringerte Arbeitslosenquote oder mehr Wirkungsorientierung bei der sozialen Investition.
Die Impacts zahlen zusammen mit den Outputs und Outcomes auf den Social Impact ein und werden beim Social Impact Measurement herangezogen. (2)

 

 

License to operate Mit License to Operate bezeichnet man die Zustimmung der Gesellschaft zu den Aktivitäten eines Unternehmens, eine Art „Freigabe" für dessen Tätigkeit, die aber im Krisenfall durch breite Ablehnung auch wieder
entzogen werden kann. (3)

 

 

Outcomes bezeichnen die von einem Projekt bewirkten Veränderungen bei den Zielgruppen. Sie zeigen sich z.B. in der Erweiterung des Wissens, der Änderung von Einstellungen sowie der Steigerung der Fähigkeiten der Projektteilnehmer, aber auch in verändertem Verhalten oder veränderten Lebensumständen.
Die Outcomes zahlen zusammen mit den Outputs und Impacts auf den Social Impact ein und werden beim Social Impact Measurement herangezogen. (2)

 

 

Outputs, unter Outputs versteht man die erarbeiteten Produkte und konkreten Leistungen eines Projekts, z.B. Teilnehmerzahlen und produzierte Publikationen. Sie lassen erste Rückschlüsse auf den Erfolg eines Projekts zu. Die Outputs zahlen zusammen mit den Outcomes und Impacts auf den Social Impact ein und werden beim Social Impact Measurement herangezogen. (2)

 

 

Philantropie, wörtlich übersetzt Menschenliebe, umfasst im Wesentlichen finanzielle (Spenden) oder andere materielle Zuwendungen von Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen. In einem weiteren Verständnis werden darunter auch Zeitspenden (Freiwilligenarbeit) erfasst.
Philanthropie ist Ausdruck gesellschaftlicher Solidarität und bürgerschaftlichen Engagements. Besonders im Rahmen des Engagements von gemeinnützigen Stiftungen bzw. wohlhabender Privatpersonen (high-net worth individuals) hat sich der Venture Philanthropy-Ansatz etabliert.
Der in den USA geprägte Begriff des Philanthropen wird dabei oftmals auf wohlhabende Einzelpersonen bzw. auf gemeinnützige Stifterinnen und Stifter angewandt. (1)

 

 

Shared Value Nach Michael E. Porter sind Wirtschaft und Gesellschaft voneinander abhängig. Entscheidungen bzw. Aktivitäten sollten daher für beide Seiten förderlich sein und dem Prinzip des gemeinsamen Mehrwerts folgen. Ziel ist es, gleichzeitig ökonomischen und gesellschaftlichen Wert zu schaffen, der langfristigen Erfolg für Wirtschaft und Gesellschaft verspricht. (3)

 

 

Social Impact, auf Deutsch gesellschaftliche Wirkung, beschreibt die langfristige Wirkung, die gemeinwohlorientierte Projekte mittels ihrer Outputs,
Outcomes und Impacts erzielen. Wirkung im Sinne von Social Impact bezieht sich z.B. auf größere Bevölkerungsgruppen, eine Region oder die gesamte Gesellschaft und somit auch auf Menschen, die nur mittelbar von den Veränderungen, beispielsweise einer niedrigeren Arbeitslosenquote, betroffen sind. (2)

 

 

Social Impact Measurement ist ein Überbegriff für verschiedene Methoden der Analyse von Wirkungen (social Impact) sozialer Projekte. In dem Zusammenhang werden auch Begriffe wie Non-Profit-Analyse, Wirkungsbeobachtung oder Wirkungsmonitoring verwendet.
Wichtig für das Social Impact Measurement ist die Unterscheidung zwischen Outputs, Outcomes und Impacts. Eine Methode des Social Impact Measurements ist Social Return on Investment oder auch die PHINEO-Analyse. (2)

 

 

Social Sponsoring, unter Social Sponsoring versteht man die Förderung von gemeinnützigen Organisationen und Projekten mit Geld-, Sach- oder Dienstleistungen. Anders als bei einer Spende erwarten die Sozialen Investoren hierbei jedoch eine Gegenleistung, die ihr Image fördert. (2)

Socially Responsibility Investing (SRI) wird üblicherweise im Kontext von Finanzinvestitionen diskutiert. Je nach Auftraggeber (z.B. Pensionsfonds) können die Investitionen an bestimmte Auflagen gebunden sein
und zahlreiche unterschiedliche Zielfunktionen berücksichtigen, wie Umweltaspekte, Menschenrechte u.v.m. (vgl. auch Ethical Investing).
Im Rahmen von SRI können positive oder negative Screening-Maßnahmen von Investments, also das bewusste Aus- oder Einschließen bestimmter Investitionstitel, unterschieden werden.
Bei der sogenannten shareholder action (proxy voting) machen die Anlegervertreter ihr Abstimmungs- und Entscheidungsverhalten von bestimmten sozialen und/oder ökologischen Forderungen abhängig und versuchen aktiv, die Strategien von Unternehmen, in die sie investieren, zu beeinflussen. (1)

 

 

Social Return on Investment (SROI) wörtlich übersetzt der gesellschaftliche Ertrag einer Investition, bezeichnet eine gegenwärtig viel diskutierte Methode des Social Impact Measurement, mit der sich die Soziale Rendite eines gemeinnützigen Projekts ermitteln lassen soll.
Sie wird anhand hypothetischer Annahmen (Wie viel Geld hätte der Staat für dieses Ergebnis aufwenden müssen? Welchen Preis würde die Zielgruppe für das Ergebnis zahlen?) in Geldeinheiten umgerechnet und den Investitionen (zum Beispiel Arbeitsstunden, Geldausgaben) gegenübergestellt.
Dieser Vergleich verdeutlicht, wie viel Euro an sozialer Wertschöpfung für jeden investierten Euro geschaffen wurden.
Die Methode kann jedoch nur als Annäherung an die tatsächlich erzielte Wirkung verstanden werden, denn eine mathematisch genaue Berechnung des Social Return on Investment ist kaum möglich. (2)

 

 

Social Venture Capital, darunter werden soziale Investitionen verstanden, bei denen der Investor einen Teil oder die gesamten Erwartungen an finanzielle Renditen zugunsten bestimmter gewünschter sozialer Wirkungen bzw. Zielsetzungen aufgibt.
Die Investition kann als Eigenkapitaleinlage, als Kredit, Kreditlinie, Spende oder in Form von Garantien erfolgen. Während Venture Philanthropy oftmals im Kontext von Stiftungen ansetzt, wird Social Venture Capital auch von Unternehmen oder sozialen Fonds zur Verfügung gestellt.
Neuere Fonds-Ansätze bedienen sich des Crowd Fundings, bei dem kleinere bis mittlere Beiträge sowie Projekte über Internetplattformen gesammelt und finanziert werden. (1)

 

 

Venture Philanthropie (VP) ist ein Konzept, das auch unter den Begriffen „Strategic Philanthropy“, „High-Engagement Philanthropy“ oder „Philanthropic Investment“ bekannt ist.
VP ist eine Übertragung von Ansätzen der Venture-Capital-Finanzierung auf die Philanthropie und entlehnt auch Methoden des traditionellen Venture Capital-Bereichs, in dem gemeinnützige Organisationen und Initiativen im Rahmen einer aktiven Partnerschaft unterstützt werden.
Kennzeichen sind ein längerfristiges Engagement, die Unterstützung mit Finanzmitteln, aktive Mitarbeit bzw. Mithilfe bei der Organisationsentwicklung sowie die Zurverfügungstellung von Know-How, die Forderung nach einer adäquaten Performance-Messung (Social Impact Assessment) sowie gegebenfalls ein Rückzug (Exit) aus dem Engagement zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Organisation z.B. mit erwirtschafteten Einkünften selbst trägt oder weitere Ressourcen aus anderen philanthropischen Quellen angezogen werden konnten.
Die Ausprägungen dieses Engagements können in unterschiedlichen Formen erfolgen; so kann eine Eigenkapitalposition oder aber ein rein hilanthropisches
Investment angestrebt werden. (1)

 

 

Quellen:
1: Industriellen Vereinigung
2: Phineo
3: Respact

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