30.01.2008 13:24

Lücken im Integrationsbericht, Zuwanderung völlig ausgeklammert

Rotkreuz-Generalsekretär Kopetzky vermisst „wichtige Zutaten im Integrations-Rezept“

Rotkreuz-Generalsekretär Dr. Wolfgang Kopetzky

Wien (Rotes Kreuz) – „Wir haben uns die Zeit genommen, den am 22. Jänner vorgestellten Integrationsbericht des Innenministers genau zu studieren“, sagt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK). Das ÖRK begrüße grundsätzlich die Bemühungen von Bundesminister Platter um eine Weiterentwicklung der Integrationsagenden. Zahlreiche Fragen blieben aber offen, das Thema Zuwanderung selbst sei völlig ausgeklammert worden, bedauert der Generalsekretär.

 

„Die Art und Weise der Zuwanderung und die nachfolgende Integration stellen ein untrennbares Kontinuum dar“, so Kopetzky. „Integrationsmaßnahmen hängen ja davon ab, wer zu uns kommt.“ Für ihn sei daher fraglich, ob ein Rezept, bei dem wesentliche Zutaten fehlten, zum gewünschten Ergebnis führe: „Wer eine Geburtstagstorte bäckt, beginnt ja auch nicht damit, die Kerzen in die Eier zu stecken“, so der Rotkreuz-Generalsekretär. Zudem sei es vor dem Hintergrund der demografischen Alterung notwendig, klare und transparente Kriterien für die Zuwanderung nach den Bedürfnissen des Zuwanderungslandes festzulegen.

 

Darüber hinaus mache schon das Inhaltsverzeichnis des Integrationsberichts klar, dass „nur etwa fünf Prozent der behandelten Themen in die Zuständigkeit des Innenministeriums fallen“, so Kopetzky weiter. Bis jetzt sei nicht in Erfahrung zu bringen gewesen, ob andere betroffene Ressorts wie etwa Bildung, Arbeit oder Wirtschaft in die Entstehung des Integrationsberichts eingebunden gewesen wären oder ebenso wie die zivilgesellschaftlichen Organisationen erst nach Fertigstellung von dessen Inhalt Kenntnis erlangt hätten. Dasselbe gelte laut Kopetzky für die Gebietskörperschaften.

 

Die Einbindung anderer Ressorts und der Gebietskörperschaften wäre aber von entscheidender Bedeutung für die nächsten notwendigen Schritte: „Eine Fülle von Vorschlägen liegt nun auf dem Tisch“, erklärt der Generalsekretär. Nun gelte es, Prioritäten zu setzen, Maßnahmen und einen Zeitplan festzulegen sowie die Finanzierung und die Evaluierung zu diskutieren. „Der Innenminister hat recht, wenn er sagt, dass ganz Österreich eine Integrationsplattform sei“, so Kopetzky. „Deshalb gilt es nun zu klären, was von wem wann und wie umgesetzt wird.“ Wie überall gehe es auch im Integrationsbereich „nicht um gute Ideen, sondern um die konkrete Umsetzung guter Ideen“, so der Generalsekretär.

 

 

Rückfragehinweis:

Mag. Andrea Winter
ÖRK-Pressestelle
Tel.: 01/58900-153
Mobil: 0664 / 823 48 54
E-Mail: andrea.winter(at)roteskreuz.at
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