25.07.2008 09:59

Pflege ist ein solidarisch zu tragendes Risiko

Thema Pflege nicht auf 24 Stunden Betreuung reduzieren

Pflege ist ein solidarisch zu tragendes Risiko

Wien (Rotes Kreuz) – „Die überbordende Vorwahl-Diskussion zur 24-Stunden-Betreuung darf von den wirklichen Pflege-Herausforderungen nicht ablenken“, sagt Werner Kerschbaum, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes.

 

Nur geschätzte 20.000 Personen von insgesamt 400.000 Pflegegeldbeziehern können oder wollen sich eine ganztägige  Betreuung zu Hause leisten. Rund 100.000 Menschen nehmen mobile Dienste in Anspruch, und der überwiegende Teil unserer pflegebedürftigen Mitmenschen ist ausschließlich auf familiäre und nachbarschaftliche Unterstützung angewiesen.
„Das Pflegegeld ist seit 1993 nur zweimal erhöht worden. Eine rasche Steigerung um zumindest 5 Prozent ist daher umzusetzen. Die besondere Berücksichtigung der Situation demenzkranker Menschen ist dabei ein Gebot der Stunde“, mahnt Kerschbaum.

 

„Dabei sind auch unterschiedliche Prozentsätze in einzelnen Pflegestufen denkbar. Wichtig ist, dass die Erhöhung des Pflegegeldes in Zukunft mittels gesetzlicher Regelung indexgebunden funktioniert. Alles andere wäre beschämend und unfair gegenüber unseren „Alten“,  so Kerschbaum.

Bei der mobilen Pflege sollte auf weiteren  Ausbau differenzierter Betreuungsformen, auf Leistbarkeit und einheitlichere Tarife besonderes Augenmerk gelegt werden. „Die Steuerlast ist in Österreich überall gleich. Es ist daher nicht verständlich, warum Kostenbeiträge für mobile Pflege und stationäre Betreuung stark unterschiedlich sind. Nimmt man in der Steiermark einen mobilen Pflegedienst in Anspruch, so zahlt man beinahe das Doppelte wie in Oberösterreich“, erläutert Kerschbaum.

 

„Die vergangenen Jahre haben leider gezeigt, dass die österreichische Pflegepolitik meist das Dringende vor das Wichtige stellt und isolierte Reparaturmaßnahmen überwiegen. Ein zukunftsweisendes inhaltliches und finanzielles Gesamtentwicklungskonzept für die Pflege inklusive einer Ausbildungsreform ist nicht in Sicht“ bemerkt der stv. Generalsekretär des Roten Kreuzes resignierend.

 

Rückfragehinweis:
Mag. Petra Griessner
Presse- und Medienservice
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