28.01.2009 09:54

Gelder für Entwicklungsländer zur Klimawandel-Anpassung: Keine Almosen, Wiedergutmachung für längst vorhandene Schäden

Allianz für Klimagerechtigkeit fordert ausreichende Mittel, die den Ärmsten zugute kommen müssen

Gelder für Entwicklungsländer zur Klimawandel-Anpassung: Keine Almosen, Wiedergutmachung für längst vorhandene Schäden

Wien, 27. Jänner 2009 – „Es ist höchste Zeit, dass sich die EU bewegt“, konstatiert die österreichische Allianz für Klimagerechtigkeit in Zusammenhang mit der morgigen Vorlage der EU-Position zur Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern im Vorfeld des UN-Klimagipfels in Kopenhagen. „Wenn die EU Leadership in Sachen Klimawandel übernehmen will, dann ist es endlich notwendig, konkrete Zahlen für die kommenden Verhandlungen vorzulegen“, erklärt Silva Herrmann von GLOBAL 2000.
 
Die Allianz für Klimagerechtigkeit fordert, dass die EU-Länder, die in hohem Maß mit ihrem CO2-Ausstoß zum Klimawandel beitragen, die Verantwortung für die bereits vorhandenen Auswirkungen übernehmen. „Gelder für Anpassung sind keine Almosen. Es sind Kompensationszahlungen für jene Menschen, die heute schon massiv unter den Folgen des Klimawandels leiden“, erklärt der Experte für Klimawandel und Entwicklung von CARE Österreich, Andreas Zahner. Die EU beziffert die Kosten für Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern zwischen 23 und 54 Mrd. Euro jährlich. „Wir gehen davon aus, dass 50 Mrd. Euro das Mindestmaß darstellen“, meint Zahner.
 
Schließlich würden zunehmend Dürren, häufigere und stärkere Stürme oder Überschwemmungen Millionen von Menschen gerade in den ärmsten Ländern gefährden. „Extreme Wetterphänomene können nicht verhindert werden, aber sie müssen nicht in verheerenden Katastrophen enden“, ergänzt Max Santner, der Leiter der internationalen Hilfe des Roten Kreuzes. „Die Investitionen in Klimawandelanpassung und Katastrophenvorsorge bedeuten, dass die Zahl der Menschen, die von Katastrophen betroffen sind, deutlich gesenkt werden kann.“
 
Erste EU-Vorschläge sehen eine Finanzierung der Anpassungs-Programme durch die Versteigerung der Verschmutzungszertifikate und durch Abgaben auf den internationalen Luft- und Schiffstransport vor. „Als Klimaallianz begrüßen wir  alle innovativen Finanzierungskonzepte. Wichtig ist aber, dass die Gelder gesichert und vorhersehbar zur Verfügung stehen“, erklärt Josefa Molitor-Ruckenbauer, die Koordinatorin der Kampagne ‚Klima fair bessern’ der katholischen Hilfswerke.
 
Die Allianz für Klimagerechtigkeit fordert außerdem eine gerechte Verteilung der Gelder: „Von den Mitteln dürfen nicht nur Großprojekte oder Schwellenländer profitieren“, betont Herbert Wasserbauer von der Dreikönigsaktion der katholischen Jungschar. „Bei der Verteilung der Gelder muss es eine Mitsprache der Zivilgesellschaft in den Ländern geben.“ Nur so sei sichergestellt, dass auch die ärmsten Bevölkerungsschichten davon profitieren könnten.
 
Die "Allianz für Klimagerechtigkeit" umfasst folgende NROs:
 
Arche Noah, Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt, CARE, Dreikönigsaktion - Hilfswerk der Katholischen Jungschar, GLOBAL 2000, Greenpeace, HORIZONT3000, Klimabündnis Österreich, Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Internationale Entwicklung und Mission (KOO), Naturfreunde Internationale, Österreichisches Rotes Kreuz (ÖRK), Respect, WWF.

Rückfragehinweis:  
Andrea Winter
Presse- und Medienservice
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