02.06.2009 14:54

Erste Hilfe-Tipps im ORF

Überknöcheln und umknicken: Wie hilft man richtig und was bei einer Bergwanderung im Rucksack sein sollte.

EH-Experte im Studio: Alexander Kurucz. Foto:M.Hechenberger
EH-Experte im Studio: Alexander Kurucz polstert einen verstauchten Knöchel. Foto:M.Hechenberger

In der ersten Folge erklärt Notfallsanitäter Alexander Kurucz, wie man richtig hilft, wenn jemand überknöchelt – und was für solche Fälle jedenfalls bei einer Bergwanderung im Rucksack mit dabei sein sollte.

 

Erste Hilfe bei Überknöcheln

 

Bei Verletzungen von Gliedmaßen lässt sich in den meisten Fällen nicht unterscheiden, ob es zu einer Quetschung oder Verstauchung, zu einer Verrenkung oder gar zu einem Knochenbruch gekommen ist. Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit sind bei diesen Verletzungen die gemeinsamen Anzeichen, bei Verrenkungen und Knochenbrüchen kann es auch zu Fehlstellungen der Gliedmaßen kommen. Versuchen Sie nicht, Gliedmaßen selbst einzurenken. Sie sollten sofort die Rettung rufen.

Erste Hilfe-Maßnahmen


Versuchen Sie dem Verletzten Schmerzen zu nehmen, indem Sie zum Beispiel mit Jacken oder Rucksäcken das Bein polstern und stabilisieren. Schuhe, wenn möglich öffnen. Schwellungen können mit Kaltkompressen aus der erste Hilfe-Ausrüstung gelindert werden.


Achten Sie auf Schocksymptome wie Teilnahmslosigkeit, stark beschleunigten Puls oder blasse Haut. Öffnen Sie beengende Kleidungsstücke des Verletzten, sprechen Sie ihm ruhig zu und rufen Sie die Rettung.


Ist der Verletzte bei Bewusstsein, lagern Sie ihn bis zum Eintreffen der Rettung mit leicht erhöhtem Oberkörper und Kopf.

 

Ausrüstung

 

Bergtouren erfordern eine besondere Ausrüstung. Festes Schuhwerk mit geeigneten Sohlen sollte selbstverständlich sein, um ein Ausrutschen oder Umkippen zu verhindern.

 

Unbedingt in den Rucksack gehört auch eine Erste-Hilfe-Ausstattung, um Verletzungen erstversorgen zu können. Darin enthalten sollten sein: Heftpflaster, Mullbinde, Universalbinde, Dreieckstuch, Pflaster, Kompressen und Handschuhe.

 

 

Rotkreuz-Gesundheitstipps zum Thema Bergwandern:

 

  • 2,6 Millionen Menschen sind jährlich in den Bergen unterwegs. Die Eindrücke und die Bewegung sorgen für körperliches Wohlbefinden und seelische Gelassenheit. Wer sich richtig vorbereitet, kann das Wandern auch wirklich genießen.

    Die persönliche Vorbereitung beginnt lange vor dem Urlaub in den Bergen. Für die nötigen körperlichen Voraussetzungen sorgt Konditionstraining. Ein sportmedizinischer Test hilft, die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit zu erkennen.

    • Wählen Sie Routen aus, die Ihrem Leistungsvermögen angepasst sind und bedenken Sie, dass es auch einen Rückweg gibt.

  • Gehen Sie es langsam an und wählen Sie für die ersten 30 Minuten ein langsames Tempo. Mindestens alle zwei Stunden sollte eine Rast gehalten, ein wenig gegessen und getrunken werden. Zwei bis vier Liter Flüssigkeit für einen Erwachsenen sind bei einer Tagestour einzuplanen.
  • Wenn eine Gruppe unterwegs ist, richtet sich das Tempo nach dem schwächsten Mitglied. Achten Sie darauf, dass niemand den Anschluss verliert.

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