20.10.2009 11:25

Internationale Rotkreuz-Studie: Jugendliche am stärksten betroffen

Humanitäre Auswirkungen der Wirtschaftskrise

Internationale Rotkreuz-Studie: Jugendliche am stärksten betroffen

Wien/Brüssel (Rotes Kreuz) – Die Wirtschaftskrise schafft neue Gruppen von Hilfsbedürftigen. „In Europa trifft die Wirtschaftskrise Jugendliche, die keinen Job finden und den Mittelstand am härtesten. Das zeigt die neue Rotkreuz-Studie, die Daten aus 40 europäischen Ländern auswertet“, sagt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, anlässlich der heutigen Studien-Präsentation in Brüssel.

 

Von Island über Schweden bis Ungarn und Kirgisistan: In ganz Europa und Zentralasien berichten Rotkreuz-Gesellschaften über eine steigende Zahl von hilfsbedürftigen Menschen.

 

„In Österreich sind heuer um ein Drittel mehr Männer und Frauen zur Rotkreuz-Spontanhilfe gekommen. Sie können Heizkostenrechnungen, Kosten für Ausbildungen, Miete oder dringend benötigte Medikamente nicht mehr bezahlen. Dieser Trend ist in ganz Europa festzustellen“, so Kopetzky. „Alarmierend ist die wachsende Zahl junger Menschen, die aufgrund der Krise keinen Einstieg in die Arbeitswelt finden, Bedürftigkeit ist primär mit Arbeitslosigkeit verbunden.“ Der Bericht befürchtet weitreichende sozial-ökonomische Konsequenzen und soziale Spannungen in Folge wachsender Konkurrenz in weniger privilegierten Gruppen um Jobs.

 

Bestehende Kredite und Leasingverträge treiben die Verschuldung von Haushalten der Mittelschicht in die Höhe, Großfamilien und Alleinerzieher sind ebenfalls besonders betroffene Bevölkerungsgruppen.

 

Das Rote Kreuz fordert die Regierungen der EU-Staaten auf, verstärkt in Sozialprogramme zu investieren, um die Folgen der Krise abzufedern. Trotz schrumpfender Einnahmen in vielen europäischen Rotkreuz-Gesellschaften, erweitern alle ihre Hilfsprogramme, um den steigenden Bedarf an Hilfe zu decken.

 

Rückfragehinweis:
Mag. Andrea Winter
Österreichisches Rotes Kreuz
Presse- und Medienservice
Tel.: +43 1 589 00-153
Mobil: +43 664 823 48 54
E-Mail: andrea.winter(at)roteskreuz.at

http://www.roteskreuz.at/

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