16.01.2010 17:23

Erdbebenhilfe in Haiti: Stand 16. Jänner

Bereits 150 internationale Rotkreuz-Mitarbeiter sind vor Ort. Weltweit sind Experten alarmiert und auf dem Weg. Ein aktueller Überblick listet die Rotkreuz-Hilfsaktivitäten nach dem dramatischen Erdbeben auf Haiti.

Haitianischer Rotkreuz-Helfer. Credits American Red Cross

Insgesamt sind bereits rund 150 internationale Rotkreuz-Mitarbeiter in Port-au-Prince helfen, darunter drei österreichische Rotkreuz-Mitarbeiter. Die Hilfsmassnahmen der Rotkreuz-Bewegung sind weltweit angelaufen und die ersten Hilfseinheiten und -Güter sind bereits in Port-au-Prince gelandet.

 

Die Situation in Haiti

Immer noch erschüttern immer wieder Nachbeben die Ouest Provinz in Haiti. Es besteht die Gefahr, dass weitere fragile Gebäude einstürzen bzw. Erdrutsche abgehen. Menschen schlafen daher auf den Straßen und an Sammelplätzen. Viele Obdachlose versuchen außerhalb der Stadt Unterkunft zu finden. Zudem haben die Überlebenden verständlicherweise Angst vor den Nachbeben.

 

Das Wasser im Erdbebengebiet funktioniert nur zum Teil, die Elektrizitätsversorgung ist abgeschaltet – auch die Telefonverbindungen sind größtenteils zusammengebrochen.

 

Es gibt weiterhin keine offiziellen Zahlen über Tote und Verletzte. Klar ist, dass tausende Menschen ihr Leben verloren haben und viele Zigtausende verletzt wurden. Immer noch gelingt es einigen Menschen, die unter den Trümmern eingeschlossen sind, via SMS Kontakt mit Angehörigen und Freunden herzustellen. Neun internationale Rettungsteams sind rund um die Uhr aktiv Verschüttete zu befreien, mit jeder Stunde nimmt die Zahl der Suchmannschaften zu.

 

Alle noch funktionierenden Spitäler sind an ihren Kapazitätsgrenzen was personelle und andere Ressourcen betrifft. in einigen Teilen von Port-au-Prince gibt es Wasser , in anderen nicht.

 

Auch für die Rotkreuz-Hilfe ist die  Logistik im Moment eine Herausforderung. Der Flughafen in der Haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince ist nur beschränkt verwendbar, die Hafenanlagen sind komplett zerstört. Auch die Strassen im ganzen Land sind – so sie es nicht schon vor den Erdstössen waren – durch das Beben ebenfalls in stark Mitleidenschaft gezogen worden. Hilfsmaterial und Teams werden daher im Moment großteils über Santo Domingo und Panama in das Katastrophengebiet gebracht. 

 

Rotkreuz-Hilfe in Haiti

Zahlreiche internationale Rotkreuz-Helfer waren zur Zeit des Bebens in Haiti stationiert, um langfristige Aufbauprogramme durchzuführen. Es gab dort Delegationen des Kanadischen, US-amerikanischen, deutschen und spanischen Roten Kreuzes, des IKRK und der Föderation. Diese Mitarbeiter haben vor Ort gemeinsam mit den Mitarbeitern des Haitianischen Roten Kreuzes von Stunde Null an geholfen,  haben das Hilfsmaterial aus den bestehenden Vorsorgelagern noch in den ersten 48 Stunden verteilt und Erste Hilfe geleistet. Sie unterstützen auch die weiteren laufend eintreffenden Hilfsmannschaften aus aller Welt.

 
Trinkwasseraufbereitung in Betrieb

Mit dem Aufbau erster Wasserverteilung in provisorischen Unterkünften wurde begonnen. Das in Haiti langfristig stationierte spanische Rotkreuz-Team arbeitet mit in ihrem Lager vorhandenen internationalen Hilfsmaterial, das nach dem Hurrican des Jahres 2008 dort eingelagert wurde.

 
Rotkreuz-Hilfslieferungen kommen an

Zwei Rotkreuz-Flugzeuge mit Mitarbeitern, 40 Tonnen medizinischem Material und 3.000 Leichensäcken sollten noch heute in Port-au-Prince landen. Weitere Materiallieferungen werden laufend vorbereitet: Hilfsmaterial für 20.000 Familien liegt im Rotkreuz-Lager in Panama bereit zum Transport. Auf dem Landweg von Santo Domingo ist ein Hilfskonvoi das Roten Kreuzes aus 40 LKWs auf den Weg ins Katastrophengebiet. Neben Hilfsmannschaften werden auch ein Feldspital, eine Trinkwasseraufbereitung und Hilfsgüter transportiert.

 
Experten sind bereits vor Ort

Ein internationales Rotkreuz-Assessmentteam (FACT) ist in Port-au-Prince eingetroffen und unterstützt nun die vor Ort befindlichen Rotkreuz-Mitarbeiter. Zahlreiche Rotkreuz-Flüge mit Material und Rotkreuz-Teams sind unterwegs und zum Teil bereits in Port-au-Prince gelandet: Insgesamt drei  Basisgesundheitsversorgungseinheiten für je 30.000 Menschen, ein weiteres 9-köpfiges Medizinerteam, ein Feldspital, zwei Spezialistenteams für Hilfsgüterverteilung,

Trinkwasseraufbereitungsanlagen zur Versorgung von  30.000 Menschen ein

Logistik-Team, ein IT/Telecom-Team, eine Einheit für das Rotkreuz-Basecamp (zur Unterbringung der eigenen Teams).

 

Rotes Kreuz hilft bei der Vermisstensuche

Bis heute wurden bereits fast 20.000 Namen von Vermissten auf der Suchdienst-Webseite des IKRK registriert. Direkt in Haiti haben 1.400 Menschen beim Roten Kreuz enge Angehörige als vermisst gemeldet.

 

Hilfsappell des Roten Kreuzes veröffentlicht

Das Rote Kreuz veröffentlichte seinen internationalen Hilfsappell. Mit rund € 60 Mio leistet das Rote Kreuz Nothilfe und unterstützt die Betroffenen in den kommenden 3 Jahren im Wiederaufbau. Das Österreichische Rote Kreuz versorgt im Rahmen dieser koordinierten Hilfe Menschen mit sauberem Trinkwasser und dringend notwendigem Hilfsmaterial.

 
Spendenaufruf

Wir rufen weiterhin um Spenden auf: online: spende.roteskreuz.at per SMS an 0664 660 0020 oder auf das Konto 2.345.000 bei der PSK (BLZ 60.000) Kennwort "Erbeben Haiti"

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