28.09.2011 14:31

Hilfe am Horn von Afrika

Eine sehr detaillierte Zusammenfassung der Situation am Horn von Afrika mit Stand 28. September 2011

Hilfe am Horn von Afrika

LAGE

Die sehr schwachen Regenfälle in der betroffenen Region, führten in weiten Teilen zu Ernteausfall, extremer Knappheit an Weideland und natürlichen Wasserressourcen. Die Folgen sind stark steigende akute Unterernährung, sehr hohe Mortalität des Viehbestands (bis zu 60%) und inflationäres Ansteigen der Preise für Grundnahrungsmittel. Interne Spannungen im Kampf um diese Ressourcen steigen. Hundertausende Flüchtlinge bilden komplexe Migrationsströmen innerhalb ihres Landes und grenzüberschreitend, vor allem in Richtung Auffanglager in Kenia und Äthiopien. Dies bedeutet eine zusätzliche Belastung für die ohnehin durch Konflikt und Dürre geschwächte ansässige Bevölkerung. Die Zahl der Menschen, die mit Nahrungsmittelhilfe erreicht wurden, hat sich von Juli auf August beinahe verdoppelt und ist auf den Weg dies von August auf September wieder zu tun.

 
Somalia

Die Abwesenheit vieler internationaler Hilfsorganisationen in Somalia bzw. der andauernde militärische Konflikt mit verstärkten Kampfhandlungen seit Beginn des Jahres 2011, erschweren zusätzlich die Situation. In 6 Gebieten Somalias herrscht lt. UN nun offiziell Hungersnot. Während die Wettervorhersagen bis Dezember im südlichen Somalia überdurchschnittlich viel Niederschlag prognostizieren, gehen sie im nördlichen Teil des Landes von unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen aus. Hunger und der anhaltende Konflikt führen zu einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten. Todesfälle durch Malaria, Masern, Lungenentzündung und starken Durchfallerkrankungen sind daher im Steigen begriffen. Die Grenzregion zwischen Somalia und Kenia stellt zunehmend ein Risiko für die Bevölkerung dar. Hunderte Familien mussten vor Kämpfen zwischen den Al-Shabaab Milizen und regierungstreuen Kämpfern fliehen.

 
Kenia

Neben der kritischen Lage in den Flüchtlingscamps in Kenia (v.a. in Dadaab), sind weitere 3,75 Mio Menschen in ländlichen Gebieten schwer von der Dürre betroffen. Besonders die nördlichen Regionen leiden unter hoher Kindersterblichkeit sowie an akuten Wassermangel. Die Nahrungsmittelversorgung sollte sich mit Oktober beginnen zu verbessern. Regenfälle sind vorhergesagt und die humanitären Hilfsmaßnahmen werden weiter fortgesetzt. Es besteht allerdings die Gefahr von Überflutungen.

 
Äthiopien

In Äthiopien gibt es zwar sporadische, regionale Regenfälle, die Prognosen gehen aber von unterdurchschnittlichen Regenmengen in den kommenden Monaten aus, besonders in den südlichen und östlichen Regionen. Die Anzahl nimmt der starken Durchfallerkrankungen zu. Vor allem in den Flüchtlingslagern trägt sie zu einer erhöhten Kindersterblichkeit bei. Im Flüchtlingslager Kobe sind Cholera, schwerer Durchfall und Masern für 68% der Todesfälle der Kinder unter 5 Jahren verantwortlich. Dank des Engagements der Hilfsorganisationen ist die Sterberate in den Flüchtlingslagern stark zurückgegangen, z.B. im Kobe Camp von 3,9/10.000 am Tag auf 2/10.000, wobei auch diese Zahl sehr hoch ist.

 

FACTS & FIGURES:

  • 13,3 Mio Personen mit Bedarf an humanitärer Hilfe:

    • 4,6 Mio Personen in Äthiopien (fast 5% der Bevölkerung)
    • 4 Mio Personen in Somalia (fast 50% der Bevölkerung)
    • 3,8 Mio Personen in Kenia (ca 10% der Bevölkerung)
    • 146.000 Personen in Dschibuti (ca 16% der Bevölkerung)
    • 841.000 Flüchtlinge

  • Kenia – Dadaab Flüchtlingslager:

    • Zzt. 440.754 Personen in Dadaab untergebracht. Die 40.000 auf ihre Registrierung wartenden Flüchtlinge wurden auf 1.909 dezimiert.
    • Weitere 180.000 Flüchtlinge werden bis Dez erwartet
    • Durchschnittlich 1100 / Tag Neuankommende;
    • 25% der neuankommenden Kinder unterernährt
    • Kindersterblichkeit (unter 5 Jahre) 3,2-6 mal so hoch wie 2010
    • Gesamtanzahl Flüchtlinge in Kenya: 560.587

  • Äthiopien – Dollo Ado Flüchtlingslager

    • Dzt. 122.115 Personen in Dollo Ado untergebracht. Die Lager haben eine Kapazität von 85.000 Personen. Es ist geplant ein weiteres Lager in Dollo Ado zu errichten.
    • 80.000 Neuankommende bisher in 2011
    • 50% der neuankommenden Kinder unterernährt
    • Die Zahl der Neuankommenden geht stark zurück
    • Gesamtzahl Flüchtlinge: 261.500 (180.000 Somalis)
    • Im Flüchtlingslager Kobe ist die Kindersterblichkeit innerhalb von einer Woche um fast 20 Prozent gestiegen, hauptsächlich bedingt durch Masern.

  • Somalia

    •  4 Mio Menschen betroffen von Hungersnot (50% der Bevölkerung)
    • 750.000 davon sind in unmittelbarer Lebensgefahr in den nächsten 4 Monaten, falls es zu keiner angemessenen Reaktion kommt.
    • 1,5 Mio Menschen sind in Somalia auf der Flucht
    • 470.000 Flüchtlinge in Mogadischu
    • Flüchtlinge nach Kenia pro Tag: 1.500
    • Flüchtlinge nach Äthiopien pro Tag: 300
    • Jedes 3. Kind in Südsomalia ist unterernährt
    • Getreidepreise haben sich seit dem letzten Jahr deutlich erhöht, in manchen Regionen bis zu 350%

  • Dschibuti: Gesamtzahl Flüchtlinge: 19.042

    • Regenfall: gebietsweise weniger als 30% des langjährigen Durchschnitts
    • Mortalitätsrate Vieh: bis zu 60%

 
 

HILFSAKTIVITÄTEN DER ROTKREUZ- UND ROTHALBMOND-BEWEGUNG:

 

Die RK/RH Bewegung ist in allen betroffenen Ländern aktiv. Die Föderation (IFRC), das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und die nationalen RK/RH Gesellschaften erweitern derzeit massiv die seit Monaten bestehenden internationalen Hilfsaufrufe. Das Ziel der Hilfsaktivitäten ist einerseits mit lebenserhaltenden Soforthilfemaßnahmen möglichst viele Personen zu erreichen, andererseits aber auch durch längerfristigen Kapazitätsaufbau der betroffenen Bevölkerung zu verhindern, dass bei zukünftigen, zyklischen Dürreperioden derartige Katastrophensituation wieder entstehen. Ziel der Aktivitäten ist nachhaltiger Kapazitätsaufbau und die Gewährleistung der Wasserversorgung sowie Nahrungsmittelsicherheit.

 
Somalia:

Das Internationale Rote Kreuz (IKRK) und der Somalische Rote Halbmond sind derzeit die einzigen Hilfsorganisationen, die in allen von der al – Shabaab Miliz kontrollierten Gebieten Zugang zu den Bedürftigen haben und gleichzeitig über die logistischen Kapazitäten verfügen, um substantielle Hilfe in diesen Gebieten zu leisten. Das IKRK ist eine der wenigen bzw. teilw. die einzige Organisation mit Zugang zu einem Großteil der nicht-zugänglichen Gebiete. Das IKRK hat daher am 3.8. seinen Internationalen Hilfsaufruf erweitert. Zielgebiet der erweiterten Hilfstätigkeiten sind v.a. die von der al- Shabaab Miliz kontrollierten Gebiete: Inhaltlich liegt der Fokus auf:

  • Priorität auf lebensrettenden Sofortmaßnahmen, komplementiert durch nachhaltige Programme zum Wiederaufbau der Lebensgrundlage der am stärksten betroffenen Gemeinschaften;
  • Verteilung von zusätzlichen Lebensmittelnotfallpaketen für 3 Monate für mehr als 1 Mio Bedürftige;
  • Eröffnung von weiteren 12 Ernährungsstationen für Internally Displaced People (IDPs); Zielgebiet ist hier v.a. der stark betroffene Afgoye Korridor und die Banadir Region.
  • Verstärkung des mobilen Ernährungsprogrammes um 10 weitere mobile Gesundheits- und Ernährungsteams (auf 13) zur Versorgung der Bedürftigen ohne Zugang zu Gesundheitseinrichtungen
  • Erhöhung der Zahl von therapeutischen Ernährungszentren für v.a. Kinder, Schwangere, stillende Mütter von 18 auf 28; damit betreibt das IKRK/SRCS Ernährungszentren in ganz Somalia inklusive der Bereiche der Hungersnot.
  • Errichtung von Trinkwasserversorgung für 100.000 IDPs in Flüchtlingslager in Somalia;
  • Trinkwasserversorgung durch chemische Wasserreinigung für weitere 140.000 Bedürftige

 

Bisherige Hilfsaktivitäten des IKRK:
  • Verteilung von Trinkwasser an knapp 350.000 Personen in Südsomalia und nachhaltiger Zugang zu Trinkwasser (z.B. Brunnen) für weitere 50.000 Personen; 1 Mio Chlortabletten zur Wasserentkeimung wurden v.a. an örtliche Gesundheitszentren verteilt.
  • Erweiterung des bestehenden therapeutischen Ernährungsprogrammes: 36.000 (ursprünglich 5.500) besonders bedürftige Personen (Schwangere, Kinder, stillende Mütter) erhalten mit Nährstoffen angereicherte Lebensmittel; zusätzliche mobile Teams in der Middle Juba Region erreichen die bedürftigsten Gruppen, die keinen Zugang zu stationären Gesundheitseinrichtungen haben. Das IKRK geht davon aus, dass durch diese Maßnahmen mindestens 95% der behandelten Kinder in 2 Monaten genesen werden.
  • Intensivierung der Lebensmittelverteilungen: Lebensmittelnotfallpakete für 39.000 Personen wurden bereits in den Regionen Sool, Burhoodle und Eyl verteilt; eine weitere Lebensmittelferteilung für 162.000 Personen in Südsomalia wurde im August ohne Zwischenfälle abgeschlossen (Lebensmittelpakete für 1 Monat).
  • Stärkung / Wiederherstellung der Lebensgrundlage: Verteilung von lebensnotwendigen Haushaltsgütern an 240.000 Vertriebene in Mittel- und Südsomalia; Verteilung von Saatgut und Unterstützung beim Getreideanbau durch Bewässerungspumpen; Cash-for-work Programme zur Verbesserung von Bewässerungskanälen; 
  • Unterstützung der medizinischen Infrastruktur: Verteilung von medizinischen Hilfsgütern (Verbandsmaterial, Operationsausrüstung, etc.) und personelle Unterstützung für Spitäler in Mogadishu, Nord- und Südsomalia sowie knapp 40 Basisgesundheits-stationen im ganzen Land. 7,2 Tonnen medizinische Hilfsgüter wurden somalischen Spitälern zur Verfügung gestellt. 39 Gesundheitszentren des Somalischen Roten Halbmonds erhalten Unterstützung, wodurch 115.000 Personen im Juli und August behandelt werden konnten.
  • Impfprogramme: 16.000 Kinder wurden gegen Polio, Masern, Diphterie und Tetanus geimpft;
  • Aufgrund der gewalttätigen Konflikte in der somalisch-kenianischen Grenzregion verschlechtert sich dort die humanitäre Situation. Das IKRK verstärkt daher seine Hilfsmaßnahmen in dieser Region.

 

Am 23. September hat die Föderation einen Hilfsaufruf zur Unterstützung des Somalischen Roten Halbmonds (SRCS) in den nördlichen Regionen Somalias gestartet (in den südlichen ist das auf Grund der instabilen Sicherheitslage das IKRK aktiv). 150.000 Menschen solle in den kommenden 12 Monaten wie folgt geholfen werden:

  • Verteilung von Hilfsgütern (Decken, Küchensets, Fischereiequipment, Erste Hilfe Material, Hygienepakete, etc);
  • Nahrungsmittelhilfe, besonders für Kinder
  • Medizinische Versorgung
  • Trinkwasser und Errichtung von sanitären Einrichtungen;
  • Hygieneschulungen und Bewusstseinsbildung

Der SRCS hat in Puntland, im Norden des Landes, Nahrungsmittel, die vom World Food Programme (WFP) zur Verfügung gestellt wurden, verteilt. In 18 Kliniken wurden insgesamt 8,8 Tonnen Getreide, 67,3 Tonnen Hülsenfrüchte, 1,3 Tonnen angereicherter Spezialnahrung und 57.000 Liter Speiseöl verteilt. Zudem hat der SRCS mit seinen 13 mobilen Gesundheitsteams 12.391 Menschen behandelt.

 
Äthiopien:

Die Föderation hat am 5.8. ihren Internationalen Hilfsaufruf für Äthiopien veröffentlicht und diesen am 26.9. erweitert.

Inhalt:

  • Lebensmittelverteilungen (Lebensmittelpakete für 1 Monat, 2.100 Kalorien/Tag plus angereicherte Ergänzungsnahrung für Kinder, Schwangere, Ältere, Kranke) für 135.000 Bedürftige; die Verteilung von 8.100 Tonnen Mais, 810 Tonnen Bohnen, 725 Tonnen angereicherte Spezialnahrung und 270.000 Liter Speiseöl beginnt mit Ende September
  • Cash-transfers für 20.000 Bedürftige (4.000 Familien) mit Zugang zu funktionierenden Märkten; Lebensmittelversorgung; Wiederaufbau der Lebensgrundlage (bsp. Vieh, Produktionsmittel);
  • Seuchenkontrolle durch präventive und kurative Gesundheitsversorgung und Hygienetrainings für 120.000 Bedürftige für 12 Monate; Impfkampagnen gg. Masern; die Verteilung von 50.000 Moskitonetzen beginnt Ende September
  • Trinkwasserversorgung, Sanitäreinrichtungen und Hygieneschulungen. Errichtung von 48 neuen Tiefbohrbrunnen (deep well boreholes); Erneuerung von 72 Wasserstellen (water points), 12 Wasserteichen (water ponds) und 69 Brunnen (shallow wells); Water-trucking in absoluten Notfällen; 486.000 Chemikalien zur Wasseraufbereitung für 27.000 Haushalte; Schulungen zur Vorbeugung von durch Wasser übertragenen Krankheiten wie schweren Durchfall; Errichtung von Latrinen;
  • Das UNHCR erhebt zurzeit die Möglichkeit ein weiteres Flüchtlingslager in Bora Mino (Dolo Ado Region) zu eröffnen. Es wird eine Kapazität von 60.000 Personen haben. Das äthiopische Rote Kreuz, in Zusammenarbeit mit der Föderation, plant, wichtige Funktionen für das Lager zu übernehmen (u.a. Gesundheitsversorgung, Water and Sanitation) und wurde bereits vom UNHCR angefragt. Eine Expertenkommission befindet sich zurzeit in der Region um mögliche Maßnahmen zu eruieren.
  • Die Föderation wird das ERCS auch logistisch in seinen Tätigkeiten unterstützen (Planung, Einkauf, Transport, Ausbau der Kapazitäten, Kommunikation)

 

Kenia:

Die Föderation hat am 22.7. seinen internationalen Hilfsaufruf massiv erweitert und unterstützt damit die Hilfsaktivitäten des Kenianischen Roten Kreuzes (KRCS), welches bereits im Jänner 2011 einen großangelegten Hilfsaufruf für präventive Maßnahmen gegen die Dürre veröffentlicht hat. In den kommenden 12 Monaten werden eine Million bedürftige Menschen unterstützt.

  • Ausweitung der Ernährungsprogramme in Schulen:Von derzeit knapp 50.000 Schulkinder an gesamt 320 Schulen soll das Ernährungsprogramm auf zusätzliche 150.000 Schulkinder erweitert werden; Verteilung von gesamt 2.900 Tonnen Lebensmittel; bis dato wurden folgende Verteilungen durchgeführt:

    • Turkana: 28,3 Tonnen in 66 Schulen
    • Wajir: 50 Tonnen in 26 Schulen
    • Marsabit: 50 Tonnen in 36 Schulen

  • Sicherstellung/Wiederherstellung der Lebensgrundlage: Verteilung von dürreresistentem Saatgut und Training in angepassten Anbaumethoden an/für 100.000 Familien; Unterstützung von Dorfgemeinschaften/Schulen beim Bau von Glashäusern zur nachhaltigen Lebensmittelproduktion; Aufbau von Dürrefrühwarnsystemen; Ankauf von Vieh zu fairen Preisen von betroffenen Viehbauern, Schlachtung und Verteilung an die Dorfbevölkerung;
  • Zugang zu Trinkwasser für 800.000 Bedürftige: Trinkwasserverteilungen; Reparatur von bestehenden und Bohrung von neuen Brunnen; Verteilung von chemischen Wasserreinigern, Stärkung von Dorfkapazitäten zur Trinkwasserlagerung; Hygieneerziehung; 370.000 Personen wurden bisher mit sauberem Trinkwasser versorgt;
  • Gesundheitsversorgung für 800.000 Personen: Mobile Teams zur Basisgesundheitsversorgung; spezieller Fokus auf Mütter und Kinder; in den letzten Wochen waren 16 mobile medizinische Teams im Einsatz. Knappe 10.000 Personen erhielten medizinische Versorgung, Entwurmungen bzw. Impfungen.
  • Reduzierung der akuten Unterernährung durch Aufbau eines Referenzsystems für Betroffenen und Verteilung/Verabreichung von Nahrungsergänzungsmittel;
  • Mobile Gesundheits- und Erste-Hilfe Teams helfen in den Grenzregionen zwischen den Flüchtlingslagern von Dadaab und der somalischen Grenze. Auf diesem 40km langen Abschnitt, sind zehntausende Flüchtlinge unterwegs, die teilweise dringend Hilfe benötigen.;

 

Das Kenianische Rote Kreuz (KRCS) implementiert seit einigen Jahren Katastrophenvorsorgeprojekte zur Verhinderung von Dürrekatastrophen. Es hat sich gezeigt, dass diese Dorfgemeinschaften wesentlich weniger stark von der derzeitigen Dürre betroffen und die negativen Auswirkungen der Dürre weit weniger gravierend sind als in vergleichbaren Dörfern ohne Vorsorgeprojekte.

Das KRCS hat bereits 130t an Nahrungsmitteln in die Städte Garissa, Wajir und Mandera transportiert (Provinz Nordost). Weitere 150t nach Marsabit und Moyale (Nordwesten) wurden ebenfalls zugestellt. Zusätzliche 150t sind für Ende August den Bezirk Turkana bestimmt.

 

Das UN Flüchtlingswerk (UNHCR) steht mit dem KRCS in Verhandlungen zur Unterstützung für eines der Flüchtlingslager in Dadaab (IFO2 mit ca 18.000 Bewohnern). Es soll das Camp-Management, inklusive der Versorgungsaufgaben (Gesundheit, Wasser, Sanitäreinrichtungen, Nahrung und Unterkunft) übernommen werden.

Da tausende Somalier auf ihrer Flucht nach Kenia den Kontakt zu ihren Verwandten verloren haben, unterstützt sie das IKRK dabei ihre Familien zu kontaktieren. Mehr als 7.200 Flüchtlinge, darunter zahlreiche Minderjährige, konnten so mit ihren Verwandten telefonieren.

 
Dschibuti:

Basierend auf einer aktuellen Bedarfserhebung der Föderation und des lokalen Partners, ist folgender Bedarf gegeben:

  • 1 x IFRC Operations Coordinator für 1 Jahr;
  • Verteilung von Hilfsgütern (Hygienepakete, Küchensets und Wasserkanister);
  • Cash-Transfer Projekt: 1.000 bedürftigen Familien mit Kindern < 5 Jahren erhalten einen Nahrungsmittelzuschuss;
  • Gesundheits- und Hygieneprojekte im Raum Balbala zur Behandlung und Betreuung von bis zu 30.000 Personen mit personeller Unterstützung der Föderation

 

Österreichisches Rotes Kreuz:

Laufendes Monitoring der Situation.

In Äthiopien führt das ÖRK mit einer ständigen Delegation Projekte in den Regionen SNNP, Benishangul-Gumaz, Amhara, Afar und Oromia durch, um die Widerstandsfähigkeit der Dorfgemeinschaften gegen Dürresituationen zu stärken. Es werden u.a. Trinkwasserbrunnen erreichtet und Hygieneschulungen durchgeführt.


Die ÖRK Delegation in Äthiopien wurde am 31.7. durch die Entsendung eines weiteren Delegierten (Klaus Palkovits, GS) verstärkt.

Das ÖRK unterstützt zum Teil mit Mitteln aus der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit seit 2008 die Hilfsaktivitäten des Roten Kreuzes in den Dürregebieten von Äthiopien und Kenia. Einerseits wurden Soforthilfemaßnahmen gesetzt, andererseits die Selbsthilfekapazitäten von Dorfgemeinschaften für Dürresituationen gestärkt;

Somalia

Kenia

Äthiopien

1.005t Getreide

2.000 Stk Küchensets

50.000 Moskitonetze

6t Spezialnahrung (Erdnussbutterpaste)

600 Wasserkanister

 

81t Bohnen

4,5 Mio Chlortabletten

 

10.000 Stk Küchensets

Saatgut für Getreideanbau (Volumen EUR 100.000,-)

 

6.050 Stk. Wasserkanister

 

 

    

  • Entsendung von ÖRK Experten.
  • Nachhaltige Hilfe: Das ÖRK wird gemeinsam mit dem Kenianischen RK in dem von Dürre und Überflutungen betroffenen Bezirk Magarini/Marafa Region ein 12-monatiges Katastrophenvorsorgeprojekt implementieren (Start: 10/2011) Fokus wird dabei auf Ernährungssicherheit durch Verteilung von Saatgut und Stecklingen, der Errichtung eines Bewässerungssystems und mehreren Glashäusern, sowie dem Ankauf von moderner Ausrüstung gelegt.
  • Spenden: Das ÖRK bittet die österreichische Bevölkerung um Spenden für die betroffenen Menschen in Ostafrika. Spendenmöglichkeit besteht unter PSK (BLZ: 60.000), Kto-Nr. 2.345.000, Kennwort: Dürre Ostafrika oder unter https://spende.roteskreuz.at/?code=SDURAF oder SMS-Spenden SMS: 0664- 660 00 20.

 

 

 

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