19.12.2012 11:30

Ein Job mit Verantwortung und Vertrauen

Der Vorarlberger Benedikt Hämmerle berichtet über seinen Zivildienst beim Roten Kreuz.

Ein Job mit Verantwortung und Vertrauen

Anfang Februar begann ich meinen Zivildienst. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Umso spannender war der erste Tag, den ich mit ca. 40 anderen künftigen Zivildienern beim Landesverband in Feldkirch verbrachte. Den letzten Erste-Hilfe-Kurs hatte ich bereits Jahre zuvor absolviert. Zu meiner Erleichterung wurden wir aber darüber informiert, dass wir uns die folgenden sieben Wochen intensiv mit Erster Hilfe beschäftigen werden.


Ausbildung zum Sanitäter


Nach der Grundausbildung wurden wir unseren Dienststellen zugeteilt. Fortan gab es für mich nicht mehr bloß Rettungsautos und gebrochene Beine, jetzt hieß das alles RTW, KTW, NEF, Fraktur, Kontusion usw.

 

Ich muss zugeben, dass ich die ersten Wochen die Rotkreuz-Mitarbeiter gar nicht verstanden habe, wenn sie mit Fachwörtern und Abkürzungen aus dem Rettungsdienst um sich warfen. Das bekam ich aber bald in den Griff. Beim Landesverband büffelten wir vormittags Theorie. Nachmittags konnten wir das Gelernte dann an aufwändig inszenierten Traumabeispielen unter Beweis stellen. Weil ich keine Erfahrung in Erster Hilfe und Rettungsdienst hatte, fand ich die gesamte Ausbildung sehr interessant.


Als ich die Ausbildung beendet hatte, fürchtete ich, dass ich nun allein mit den Aufgaben im Rettungsdienst zurechtkommen müßte. Diese Angst war aufgrund der Hilfsbereitschaft und dem Verständnis von anderen Zivildienern, hauptamtlichen und ehrenamtlichen Rotkreuz-Mitarbeitern, wofür ich mich herzlich bedanken möchte, unbegründet.


Nicht immer nur Action



Die Aufgaben des Zivildieners beschränken sich nicht nur auf spannende Einsätze und aufregende Blaufahrten, nein, zum Aufgabenbereich des Zivildieners gehören vor allem der Krankentransportdienst und das Erledigen diverser Arbeiten in der Dienststelle. Nur zu gern hätte ich die Grunddesinfektion der Rettungswägen ausgelassen, um stattdessen bei Einsätzen mitzufahren. Schlussendlich wuchs die Gemeinschaft unter uns Zivildienern aber nirgends besser, als bei langen Fahrten in den Krankentransportwagen.


Immer wieder wurde mir bewusst, wie viel Verantwortung uns Zivildienern übertragen wird – ist doch der Krankentransportdienst der Bereich, mit dem viele Patienten und deren Angehörig immer wieder in Kontakt kommen. Wenn man bedenkt, dass der gute Ruf des Roten Kreuzes hier auch von Zivildienern abhängt, kann man das in uns gesetzte Vertrauen gar nicht hoch genug schätzen.


Lebensbildung


Von der umfangreichen Ausbildung zu Beginn meines Dienstes abgesehen, bildete mich der Zivildienst besonders in den Bereichen Verantwortlichkeit und Selbstständigkeit. Ich bin sehr froh, mich auf diese Weise weiterentwickelt zu haben. Von der anfänglichen Unsicherheit und Nervosität ist keine Spur geblieben und das Rote Kreuz gab mir nie einen Grund, die Entscheidung hier meinen Zivildienst leisten zu wollen, zu bereuen. Da mir die Arbeit viel Spaß bereitete, möchte ich dem Roten Kreuz in Lustenau auch über meinen Zivildienst hinaus als freiwilliger Mitarbeiter zur Verfügung stehen.


Benedikt Hämmerle

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