11.03.2013 09:37

Frauen in humanitären Krisen: "Genug ist genug!"

Die Rolle von Frauen in Krisensituationen war das Hauptthema beim hochkarätig besetzten Humanitären Kongress in Wien.

EU-Kommissarin Kristalina Georgieva bei ihrer emotionalen Eröffnungsrede.<br> <span style="font-style:italic">©Kellner Holly Thomas/ÖRK</span>
EU-Kommissarin Kristalina Georgieva bei ihrer emotionalen Eröffnungsrede.
©Kellner Holly Thomas/ÖRK
Gleich nach der Eröffnung wurde in prominenter Runde zu den verschiedenen Bedürfnissen von Frauen und Männern in Krisensituationen diskutiert.<br> <span style="font-style:italic">©Kellner Holly Thomas/ÖRK</span>
Gleich nach der Eröffnung wurde in prominenter Runde zu den verschiedenen Bedürfnissen von Frauen und Männern in Krisensituationen diskutiert.
©Kellner Holly Thomas/ÖRK
Ola Abu Al Ghaib ist den weiten Weg aus Palästina angereist, um über die Probleme von Frauen mit Behinderungen in ihrem Heimatland zu informieren.<br> <span style="font-style:italic">©Kellner Holly Thomas/ÖRK</span>
Ola Abu Al Ghaib ist den weiten Weg aus Palästina angereist, um über die Probleme von Frauen mit Behinderungen in ihrem Heimatland zu informieren.
©Kellner Holly Thomas/ÖRK
Die rund 400 Gäste des Kongresses hörten nicht nur gespannt zu, sondern beteiligten sich auch an den Diskussionen.<br> <span style="font-style:italic">©Kellner Holly Thomas/ÖRK</span>
Die rund 400 Gäste des Kongresses hörten nicht nur gespannt zu, sondern beteiligten sich auch an den Diskussionen.
©Kellner Holly Thomas/ÖRK
Jasveen Ahluwalia von Care International und Yves Daccord vom Roten Kreuz im Gespräch zum Thema "Health Care in Danger".<br> <span style="font-style:italic">©Kellner Holly Thomas/ÖRK</span>
Jasveen Ahluwalia von Care International und Yves Daccord vom Roten Kreuz im Gespräch zum Thema "Health Care in Danger".
©Kellner Holly Thomas/ÖRK
Max Santner, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim Österreichischen Roten Kreuz, fordert mehr Geld für Katastrophenhilfe im Ausland.<br> <span style="font-style:italic">©Kellner Holly Thomas/ÖRK</span>
Max Santner, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim Österreichischen Roten Kreuz, fordert mehr Geld für Katastrophenhilfe im Ausland.
©Kellner Holly Thomas/ÖRK

Ganz im Zeichen des Weltfrauentages stand der zweite Humanitäre Kongress, der am 8. März unter dem Thema "Gender matters! Warum das Geschlecht eine Rolle spielt" in der Hauptuniversität Wien über die Bühne ging. Kein Wunder, schließlich ist die Berücksichtung der Bedürfnisse von Frauen und Mädchen sowie Jungen und Männern ein wesentliches Element in der Humanitärer Hilfe. Mit dabei waren 30 hochkarätige Panelteilnehmer und Keynote-Speaker aus Organisationen und der Politik, die die Rolle von Frauen in humanitären Krisen diskutierten. Da die Teilnehmerinnen und Teilnehmer operativ arbeiten, diskutierten sie auch handfest und nicht - wie so oft - nur theoretisch.

 

Traurige Realität

 

Sexuelle Gewalt in der Familie kam ebenso zur Sprache wie Vergewaltigung als Waffe oder die gerechte Verteilung von Hilfsgütern in Krisengebieten. Dass dabei auch bei den Männern aufklärend angedockt werden muss, darüber waren sich alle Teilnehmer einig."Wenn du heute in die Aufklärung von Buben investierst, hilfst du der Generation von morgen", so Mbuyiselo Botha, Gender-Aktivist aus dem Südafrikanischen Cape Town.

 

"Genug ist genug!"

 

Die Eröffnungsrede widmete Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für Humanitäre Hilfe und Krisenschutz, der gesellschaftlichen Stellung von Frauen in verschiedenen Ländern sowie möglichen Wegen, um diese zu verbessern. Die EU-Kommissarin weiß, wie viel Aufholbedarf noch besteht, und das nicht nur in afrikanischen Ländern wie dem Kongo - auch genannt "Capital of rape": "In meinem Heimatland Bulgarien schweigen vergewaltigte Mädchen und Frauen aus Scham", so Georgieva.

 

Die Spitzenpolitikern macht auch in ihrem Beruf die Erfahrung, dass oftmals Männer über Frauenthemen entscheiden. "Bei einem Frauenkongress in Russland waren kürzlich von 250 Teilnehmern zwei Frauen dabei. Und eine davon war ich", erzählt sie. Bei ihren beruflichen Reisen hat sie Frauen in verschiedenen Notlagen erlebt, beispielsweise in einem Krankenhaus für vergewaltigte Mädchen und Frauen. "Genug ist genug!", appelliert die EU-Kommissarin. "Wenn wir das oft genug aussprechen, wird etwas weitergehen", ist sie sicher. 

 

Pressekonferenz zum Kongress

 

Direkt im Anschluss an die Eröffnungsrede fand eine Pressekonferenz zur Information von Medienvertretern statt. Neben Georgieva war Max Santner, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim Österreichischen Roten Kreuz, dabei. Er betonte, wie dringend die Auslandskatastrophenfonds von Österreichischer Seite aufgestockt werden müssen: "Kaum ein Land in der Europäischen Union stellt weniger Geld für Humanitäre Hilfe bereit, als Österreich". Der Auslandskatastrophenfonds ist mit fünf Millionen Euro dotiert. In Anbetracht der zahlreichen Notlagen und Katastrophen auf der Welt fordert das Rote Kreuz gemeinsam mit anderen NGOs eine Aufstockung der Fonds auf 20 Millionen Euro.

 

Sie konnten nicht beim Kongress dabei sein? - Hier können Sie die Videos zu den Panels nachschauen.

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