10.12.2015 20:36

Rotes Kreuz und Flughafen Wien: Asylwerber-Quartier Henry Dunant nimmt Betrieb auf

Das neu errichtete Asylwerber-Quartier „Henry Dunant“ auf dem Cargo Nord-Gelände des Flughafen Wien wurde am 9. Dezember 2015 in Betrieb genommen, die ersten 83 Bewohner sind bereits eingetroffen. Insgesamt ist das Quartier für rund 400 Menschen ausgelegt, die weitere Besiedlung erfolgt in den nächsten Tagen. Das neue Quartier wird vom Land Niederösterreich und der Flughafen Wien AG realisiert, die Betreuung der Bewohner erfolgt durch das Rote Kreuz Niederösterreich. Die Unterkunft wird über mehrere Jahre zur Verfügung stehen. Umgesetzt wird das Projekt in enger Abstimmung und mit Unterstützung der Stadtgemeinde Schwechat, in deren Gemeindegebiet das Containerdorf steht.

Foto: RK NÖ
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In den letzten Wochen und Monaten seien in Niederösterreich 7.000 neue Plätze für Flüchtlinge geschaffen worden. Weitere 1.000 werden bis Jahresende zur Verfügung stehen. Kein anderes Bundesland habe in dieser Zeit so viele Grundversorgungsquartiere schaffen können wie Niederösterreich, hält der zuständige Landesrat für Asylfragen, Ing. Maurice Androsch fest: „Dieser Kraftakt war möglich, weil viele in der Frage der Unterbringung ein großes Engagement sowie Solidarität zeigten und sich nicht abhalten ließen, Menschen, die gerade noch mit dem nackten Leben davongekommen sind, Unterschlupf zu geben.“

Die Investition zur Errichtung wurde von der Flughafen Wien AG getätigt, die Betreuung der Menschen wird von einem professionellen Team des Roten Kreuzes Niederösterreich erfolgen. So sind beispielsweise auch Deutschkurse und karitative Aktionen geplant. Spenden- und Unterstützungsaktionen werden über das Rote Kreuz Niederösterreich koordiniert. Die Betreuung wird auch durch vielfältige Initiativen der Stadtgemeinde Schwechat unterstützt. „Wir haben vor einigen Wochen den Flüchtlingsstrom im Multiversum zusammen mit allen Hilfskräften hervorragend abgewickelt. Die Gemeinde steht dem Projekt am Flughafen positiv gegenüber, auch wenn dadurch große Aufgaben auf uns zukommen. Mit vereinten Kräften werden wir auch diese bewältigen“, erklärt Bürgermeisterin Karin Baier.

Die Unterkunft ist ein Containerdorf, ausgestattet mit Wohneinheiten und Sozialräumen, sowie Freizeit- und Spielflächen. Sie liegt abseits des Flughafenbetriebs im Bereich des Cargo Nord-Geländes nahe der Bundesstraße 9. Rund 400 Menschen werden in der neuen Unterkunft Platz finden. Ausgelegt ist das Quartier als Unterkunft für drei bis fünf Jahre. „Der Flughafen Wien will damit gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und einen humanitären Beitrag leisten. Wir freuen uns, dass es durch die gute und konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich war, dieses Projekt auf die Beine zu stellen“, stellt der Vorstand der Flughafen Wien AG, Mag. Julian Jäger und Dr. Günther Ofner, fest.

„Das Rote Kreuz Niederösterreich ist mittlerweile bereits seit Mitte Juni im Einsatz für Menschen auf der Flucht“, erklärt Vizepräsident Leopold Rötzer, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Damals haben wir das erste, damals interimistische Asylwerber-Quartier in der Arena Nova in Wr. Neustadt eröffnet. Heute können wir ein langfristig angelegtes Quartier dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit dem Flughafen Wien, der Gemeinde Schwechat und natürlich dem Land Niederösterreich eröffnen. Unsere Aufgabe ist es, dieses Quartier zu betreuen. Wir sind hier mit einer 24-Stunden Betreuung im Einsatz und sind gerade am Ausarbeiten der Details zur dauerhaften Unterstützung jener Menschen, die hier wohnen werden.“

Derzeit sind im Quartier Henry Dunant acht Rotkreuz-Mitarbeiter hauptberufliche tätig, zusätzlich wird das Team je nach Aufgabenbereich von Freiwilligen unterstützt. Angeschafft und errichtet wurde die Containeranlage von der Flughafen Wien AG. Die Ausstattung umfasst Wohneinrichtungen für jeweils sechs Personen, mehrere Waschmaschinen, Kücheneinrichtungen und Sozialräume. Gemeinsam mit den Airport-MitarbeiterInnen wurde die gesamte Infrastruktur geplant und eine Erstausstattung an Geschirr, Wäsche, Hygieneartikel und ähnliches vorbereitet.

Die Rotkreuz-Mitarbeiter übernehmen nun die Betreuung der Asylwerber vor Ort. Dazu zählen unter anderem die Organisation einer Tagesstruktur wie die Auszahlung des Verpfleggeldes, Hilfestellung beim Einkaufen (vor allem in der Anlaufphase), bei Arztbesuchen, Kindergarten- und Schulbesuche und vieles mehr. Derzeit werden weitere Details zur Tagesbetreuung ausgearbeitet, wie zum Beispiel Deutschkurse und andere Unterstützungsangebote in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Schwechat und den örtlichen Vereinen.

Auch die Mitarbeit ist im Quartier Henry Dunant möglich, Interessenten können sich unter qhd@n.roteskreuz.at melden.


Tulln, 10. Dezember 2015


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Mag. Sonja Kellner, Andreas Zenker, MSc., MBA
Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Niederösterreich
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