16.12.2016 10:28

Aleppo: Rotkreuz-Helfer bringen Menschen in Sicherheit

Bis am späten Donnerstag abend haben Verletzte und Zivilisten in Begleitung des Roten Kreuzes den Osten der Stadt verlassen. Die Leiterin der IKRK-Delegation spricht von herzzerreißenden Szenen.

Aleppo: Rotkreuz-Helfer bringen Menschen in Sicherheit

„Was wir bei unserer Ankunft im Osten Aleppos vorfanden, war herzzerreißend. Die Menschen haben Unglaubliches durchgemacht. Ihre Augen erzählen von Trauer und Angst. Es war sehr berührend“, schildert Marianne Gasser, die Leiterin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Syrien. Gemeinsam mit dem Syrisch Arabischen Roten Halbmond hat das IKRK die Evakuierung Ost-Aleppos bis zum späten Donnerstag abend durchgeführt. „Wir werden weiterhin als neutraler Vermittler auftreten und so vielen Menschen wie möglich helfen.“

Nach Schätzungen befinden sich noch tausende Menschen im Ostteil der Stadt. Bis heute früh sind in zwei Rotationen etwa 3000 Zivilisten und über 40 Verwundete, darunter auch Kinder, aus der Stadt gebracht worden. „Als wir für die erste Evakuierung in den Osten kamen, fielen noch Schüsse. Bis zur letzten Minute war nicht klar, ob wir hinein können. Wir brauchten einen Kran, um die Straßen für Busse und Ambulanzen frei zu räumen. Ausgebrannte Autos, Rauchsäulen aus Gebäuden säumten den Weg. Es war viel Furcht und Unsicherheit zu spüren“, berichtet Marianne Gasser. Über 100 Rotkreuz- und Rothalbmondhelfer sind in die Operation involviert.  Sie fahren Ambulanzen und begleiten die Bus-Konvois.

Mit der Evakuierung ist es dem IKRK zum ersten Mal seit April möglich in die von der Opposition gehaltenen Stadtteile Ost-Aleppos zu gelangen, trotz vieler Versuche. Die Verwundeten und Kranken, manche von ihnen in einem kritischen Zustand, werden in Spitäler außerhalb Aleppos oder nach Idlib transportiert. Nach Schätzungen warten noch etwa 200 Patienten die Evakuierung.

 

 

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