21.12.2016 10:13

Ost-Aleppo: Evakuierung läuft auf Hochtouren

In klirrender Kälte droht vielen geschwächten Bewohnern, vor allem Kindern, der Tod. Auch die medizinische Versorgung von Kranken und Verwundeten muss zügig weitergehen, berichten Rotkreuz-Helfer aus der zerbombten Stadt.

Ost-Aleppo: Evakuierung läuft auf Hochtouren

Die Evakuierung von Verletzten, Kranken und Zivilisten aus dem zerstörten Ostaleppo läuft wieder auf Hochtouren. Laut IKRK-Angaben sind seit dem vergangenen Donnerstag etwa 25.000 Menschen aus der Rebellenenklave in Aleppo evakuiert worden.


Darunter war auch eine Gruppe von Waisenkindern, die gestern früh mit ihren Betreuern die zerbombte Stadt verlassen konnten. Die Operation war am Freitag unterbrochen worden, nachdem zwischen den Konfliktparteien wieder Spannungen entstanden waren. 48 Stunden voller Ungewissheit und Angst waren die Folge für tausende Menschen.


IKRK-Delegierte, die die Evakuierungen gemeinsam mit den Kollegen vom Syrisch-Arabischen Roten Halbmond begleiten, berichteten von dramatischen Szenen in dieser Nacht. Gemeinsam mit den Wartenden haben sie die Nacht im Freien verbracht. „Ein Vater erzählte uns, dass er nicht sicher war, ob er mit seinem Sohn zurück nach Hause gehen sollte, um dort zu sterben, oder ob es besser wäre hier zu erfrieren. Die Menschen waren total verängstigt und verzweifelt. Niemand wusste, ob es weitergeht.“


Am frühen Montagmorgen erreichten die Verhandlungen die Wiederaufnahme der Transporte. Seitdem sind etwa 15.000 Menschen in das Umland Aleppos in Sicherheit gebracht worden. Die Evakuierung Ost-Aleppos wird noch einige Tage dauern. „Für viele ist es lebenswichtig, dass die Transporte rasch weitergehen und sie medizinisch versorgt werden können“, sagen die Rotkreuz-Helfer.
Gleichzeitig und im Gegenzug wurden rund 750 Zivilisten aus den von Rebellen seit Jahren belagerten Dörfern Al-Foua und Kefraya evakuiert.


Das Rote Kreuz appelliert weiterhin an die Konfliktparteien, humanitäre Hilfe auch für jene Menschen zuzulassen, die entschieden haben in Ostaleppo zu bleiben.


Ein IKRK-Video zeigt die Fahrt der Evakuierungskonvois.

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