27.04.2017 11:57

Ein neues Leben ohne Krieg

Seine Flucht vor Krieg und Gewalt hat den jungen Syrer Joudi bis ins schöne Ländle verschlagen. Dort lebt er ein Leben in Freiheit und mit einer beruflichen Perspektive beim Roten Kreuz.

Ein neues Leben ohne Krieg
Joudi startet die Ausbildung zum Rettungssanitäter beim Roten Kreuz in seiner neuen Heimat Vorarlberg.

"Mein Name ist Joudi und ich erzähle euch meine Geschichte. Die Geschichte, wie ich aus einem Land voller Hass und Krieg flüchtete, auf der Suche nach Hoffnung, nach einem neuen Leben. Ich komme aus Alhasaka/Syrien, doch als der Krieg begann, habe ich 2013 die Entscheidung getroffen, mein Land zu verlassen. Ich bin zuerst in den Irak geflüchtet, wo ich zwei Jahre gelebt habe. Doch auch im Irak war es nicht sicher und der Krieg breitete sich nach und nach im ganzen Land aus. Somit ging ich wieder zurück nach Alhasaka/Syrien. Dort angekommen, wollte mich das Militär einberufen. So traf ich nach zwei bis vier Monaten die Entscheidung, das Land endgültig zu verlassen und somit fing meine Flucht aus Syrien, einem Land voller Krieg und Hass, an.

Schon in Syrien entschied ich mich dazu, nach Österreich zu gehen. Ich wusste, dass der Weg hart sein wird und es nicht leicht wird, nach Österreich zu kommen und trotzdem machte ich mich auf den Weg, denn die Hoffnung war ein guter Wegweiser. Meine Flucht startete in Syrien. Von dort aus ging ich zu Fuß in den Irak, vom Irak machte ich mich mit einem Bus auf den Weg nach Istanbul/Türkei. In Istanbul verbrachte ich drei Tage, bevor ich mit einem Schlepperboot weiter nach Griechenland fuhr. Nach vier Tagen in Griechenland ging ich weiter Richtung Österreich - über Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und schlussendlich kam ich endlich in Linz an. Von Linz machte ich mich auf den Weg ins schöne Hard/Vorarlberg, da ich wusste, dass in Hard meine Tante mit ihrer Familie lebt.

Als ich in Hard ankam, war alles neu für mich: die Sprache, das Land und auch die ganzen Menschen, die hier lebten, kannte ich nicht. Am Anfang fragte ich mich, wie ich mich hier zurecht finden sollte, wie ich die neue Sprache am besten lerne, aber vor allem wie ich mich verständige ohne die Sprache zu beherrschen. Ich mochte Hard und nach und nach fing ich an, mich hier zuhause zu fühlen. Nach fünf Monaten in Österreich konnte ich langsam die Sprache verstehen, ich fing an mir selbst Deutsch zu lernen und dann wusste ich, hier will ich bleiben.

Ich bin jetzt seit einem Jahr und zwei Monaten in Hard. Als ich im Oktober 2016 meinen positiven Asylbescheid bekam, fing mein Leben hier erst richtig an. Am 1.12.2016 begann ich beim Roten Kreuz mein Freiwilliges Integrationsjahr in der Flüchtlingsunterkunft in Hard. Inzwischen habe ich eine eigene Wohnung gefunden. Im August starte ich die Ausbildung zum Rettungssanitäter. Es wird für mich eine große Herausforderung werden, aber ich bin sehr froh, dass das Rote Kreuz mir diese Chance gibt!"

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