26.06.2017 12:42

Irak: Leben und Sterben in der Todeszone

Zehntausende Menschen sind in Rakka und Mossul ungeschützte Zielscheibe.

Irak: Leben und Sterben in der Todeszone
Die Zivilisten in Rakka und Mossul leben mitten im Krieg.
©ICRC

Den Preis, den die irakische Bevölkerung für die neu entfachten Kämpfen in Rakka und Mossul zahlt, ist unfassbar. Das Rote Kreuz ist vom Schicksal zehntausender in den Städten eingekesselten Menschen erschüttert - sie sind von der dauernden Todesangst tramatisiert und haben keinen Zugang zu überlebensnotwendigen Gütern. Die Bewohner von Rakka und Mossul versuchen inmitten von Bombenangriffen und Schüssen zu überleben. Sie haben keinen sicheren Ort, an dem sie sich verstecken können.

Die Berichte aus Rakka sind grauenvoll: Zivilisten werden zur Zielscheibe, Wohnhäuser, Krankenhäuser und Schulen werden gezielt bombardiert. Menschen bleiben hungrig und verwundet medizinisch unversorgt zurück. Die Ärzte im Krankenhaus von Mossul behandeln nur wenige Meter von der Schusslinie entfernt Menschen mit schlimmsten Verletzungen, viele von ihnen Kleinkinder. Viele sterben im Krankenhaus, weil sie zu schwer verwundet sind. "Wenn du einen Vater ins Krankenhaus taumeln siehst, der sein zweijähriges Kind am Arm hat, dem in den Kopf geschossen wurde, weißt du, dass das alles hier ein Anschlag auf die Menschlichkeit ist", sagt Robert Mardini, der für das Internationale Komittee vom Roten Kreuz (ICRC) für die Region zuständig ist.

Menschen müssen herausgeholt werden

Mardini appelliert an alle Seiten Zivilisten zu schützen und das humanitäre Völkerrecht zu achten."Die Menschen müssen herausgeholt werden. Jene, die fliehen konnten, müssen wir mit höchstem Respekt und Würde behandeln". Passiert das nicht, wird eine Generation in Gewalt aufwachsen und der Kreislauf wird nicht durchbrochen werden.

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