30.10.2018 09:27

Der Musiker als Landeschronist

Der Musiker als Landeschronist

„Was wollt ihr denn mit einem Musiker beim Roten Kreuz?“, meinte Wolfgang Billeb im Jahre 1969, als er von Bekannten ermutigt wurde, der Hilfsorganisation beizutreten. Seit nunmehr 49 Jahren ist der gebürtige Berliner schon beim Kärntner Roten Kreuz aktiv.

 

„Ich habe von der Pike auf begonnen“, erinnert sich Wolfgang Billeb an seine Anfänge beim Roten Kreuz. Damals wie heute gilt, was der Wahlkärntner anfängt, das macht er auch gründlich. Nach dem Start mit der Sanitäts- und Fahrerausbildung folgten der Offizierskurs und unzählige Seminare im Roten Kreuz. „Besonders dankbar bin ich aber den älteren Kollegen, von denen ich viel lernen durfte“, erzählt Billeb.

 

Der studierte Musiker blickt heute auf ein bewegtes Leben zurück. Mit sieben Jahren zog er mit seiner Mutter nach Kärnten. Nach dem Besuch des Musikgymnasiums studierte er Oboe am Mozarteum in Salzburg, 1958 legte er die Diplomprüfung in Musikerziehung ab. Mit verschiedenen Orchestern absolvierte er ausgedehnte Konzertreisen durch westeuropäische Länder, aber auch durch Nordafrika, Nordamerika und Kanada. Ab Herbst 1958 folgte ein mehr als zweijähriger Aufenthalt in Südamerika als erster Oboist und Studienleiter für den Aufbau einer Bläsergruppe im „Orquesta de Camera, de la Universidad de Concepción in Chile. 1961 dann die Rückkehr nach Klagenfurt. Von 1963 bis zu seiner Pensionierung im Herbst 1996 unterrichtete er am Kärntner Landesmusikschulwerk.

 

Seine Rotkreuz-Karriere begann Billeb noch im alten Rotkreuz-Gebäude in der Feldkirchner Straße in Klagenfurt, dann übersiedelte er mit in den neu errichteten Stützpunkt in der Grete Bittner Straße, der auch heute noch den Landesverband und die Bezirksstelle Klagenfurt, sowie die Blutspendezentrale beherbergt. Noch heute erzählt er gerne von seinen Erfahrungen im Dienstbetrieb. 2003 ging er schließlich als Rettungsfahrer in „Pension“. Am 26. Mai, mit 70 Jahren, absolvierte er seinen letzten Einsatz im Rettungswagen, blieb dem Roten Kreuz aber nach wie vor treu.

 

Im Auftrag von Präsident Ambrozy arbeitet er an der Landeschronik des Roten Kreuzes in Kärnten. Billeb: „Ein Dankeschön allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mich hier unterstützt haben und noch weiteres Material und Historisches zum Roten Kreuz in Kärnten zur Verfügung stellen können.“  Seine Arbeit ist natürlich noch nicht zu Ende, weiterhin ist der fleißige Chronist darauf bedacht, die Historie des Roten Kreuzes aufzuzeichnen und er freut sich auch immer über Material von Mitarbeitern und ehemaligen Wegbegleitern um weitere Puzzlesteine zur Chronik hinzufügen zu können.

Die Arbeit von Prof. Billeb ist mustergültig, weshalb sich das Präsidium des Roten Kreuz Kärntens dazu entschlossen hat,  Wolfgang Billeb in seiner Arbeit zu würdigen und ihn nun offiziell zum Landeschronisten zu ernennen.

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