20.08.2019 11:15

Wiedersehen nach 30 Jahren

Auf den Tag genau vor 30 Jahren – am 20.8.2019 – flüchtete Familie Neubert aus der ehemaligen DDR nach Österreich. Nach 30 Jahren besucht die Familie den Ort des Geschehens und einen der damaligen Helfer: Leopold Pusser vom Roten Kreuz.

Wiedersehen nach 30 Jahren

Am 20. August 1989 war die Aussichtswarte am Geschriebenstein im Rahmen eines Festes geöffnet, und eine ungarische Wandergruppe befand sich auf dem Weg zur Warte. Familie Neubert (Bernd und Brigitte Neubert mit Tochter Antje) schloss sich an die Wandergruppe an und konnte so die Grenze passieren. Sie suchte die nahegelegene Raststätte am Geschriebenstein auf. Dort wartete bereits ein Helfer des Roten Kreuzes: Dr. Hans Chmelar, der damalige Pressereferent des Roten Kreuzes. Die Flüchtlinge wurden nach Eisenstadt gebracht, wo das Rote Kreuz eine Gästewohnung im Rotkreuz-Gebäude besaß. In dieser Wohnung konnte Familie Neubert für einige Tage unterkommen, bevor sie die Weiterreise in die Bundesrepublik Deutschland antrat.

Betreut wurden die Neuberts vom damaligen Hausmeister des Roten Kreuzes Leopold Pusser. Vor einigen Jahren hatte Pusser sogar versucht, die Familie ausfindig zu machen. „Diese Familie ist mir nicht aus dem Kopf gegangen, und so habe ich über den Suchdienst des Roten Kreuzes versucht, sie zu finden – leider ohne Erfolg, da ich nicht alle Namen vollständig wusste“, erzählt Pusser.

 

Am 19. August 2019 kam dann die große Überraschung. „Plötzlich steht ein Wohnwagen vor meinem Haus, und die Familie Neubert ist da, um mich zu besuchen. Nach 30 Jahren. Da habe ich mich natürlich sehr gefreut.“

 

Auf den Tag genau 30 Jahre nach ihrer Flucht wollten die Neuberts noch einmal den damaligen Weg am Geschriebenstein gehen und ihre Erinnerungen Revue passieren lassen. Am Tag zuvor wollten sie noch Leopold Pusser besuchen. „Wir wussten nicht, wo Herr Pusser wohnt, also fuhren wir einfach zur Bezirksstelle des Roten Kreuzes und fragten nach ihm. Die Kollegen vom Roten Kreuz haben uns dann zu ihm gebracht.“

 

v.l.n.r.: Leopold Pusser, Antje Peitzsch (geb. Neubert), Brigitte Neubert, Ingeborg Pusser, Bernd Neubert

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