13.09.2019 12:11

Erster Nationaler Aktionstag für pflegende Angehörige

Wien (IG-Pflege) – 947.000 Österreicherinnen und Österreicher kümmern sich um ihre pflegebedürftigen Angehörigen, 80 Prozent von ihnen sind weiblich und bei 42.700 handelt es sich um Kinder und Jugendliche. Angehörige sind somit der größte Pflegedienst des Landes.

Erster Nationaler Aktionstag für pflegende Angehörige

Die Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger, Birgit Meinhard-Schiebel, begrüßt, dass das Thema Pflege wieder verstärkt in den Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen rückt. „Dieses öffentliche Bewusstsein, diese Sichtbarkeit der Leistungen von pflegenden Angehörigen ist immens wichtig“, sagt Meinhard-Schiebel. „Noch wichtiger ist es allerdings, dass die Angehörigen besser unterstützt werden.“ Das beginne bei einem Ausbau von Beratungsmöglichkeiten und gehe bis zum Rechtsanspruch für Unterstützungsleistungen. „Pflegende Angehörige können zu ihrer Entlastung zweimal ein kostenloses, psychologisches Angehörigengespräch in Anspruch nehmen. Wir setzen uns dafür ein, dass dieses wichtige Angebot mehrfach während des gesamten Pflegeverlaufes zur Verfügung steht,“ sagt die Präsidentin der Interessengemeinschaft. Besonders wichtig ist Meinhard-Schiebel die Schaffung eines Rechtsanspruchs für Pflegekarenz und Pflegeteilzeit. „Außerdem muss die Möglichkeit Pflegekarenzgeld zu beziehen auch auf selbständig Erwerbstätige ausgeweitet werden“, fordert Meinhard-Schiebel. „Denn die Art der Erwerbstätigkeit darf hier keine Rolle spielen.“

 

Karin Eder, Pflegeexpertin des Wiener Roten Kreuzes, betont, dass pflegende Angehörige die größte Ressource im Pflegebereich seien. „Jeder Mensch kann früher oder später in die Situation kommen, selbst pflegender Angehöriger zu werden“, sagt Eder. „Für diesen Fall ist es wichtig, dass es ausreichende Unterstützung, Schulungen und Beratungen gibt, damit diese Menschen in ihrer Situation nicht allein gelassen werden.“ Das Wiener Rote Kreuz bietet unterschiedliche Kurse für pflegende Angehörige an. „Wir veranstalten Workshops, in denen Pflegende lernen, mit desorientieren oder dementen Menschen wertschätzend in Kontakt zu treten“, sagt Eder. Außerdem gibt es ab 17. September „Grätzltreffen“ namens #demenzwelt, bei denen sich Angehörige, Betroffene und Interessierte zum Thema Demenz austauschen können.

 

Die Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger wurde im November 2009 als gemeinnütziger Verein gegründet. Es ist ihr Ziel, die Interessen von pflegenden An- und Zugehörigen zu vertreten und ein öffentliches Bewusstsein für sie und ihre unersetzlichen Tätigkeiten zu schaffen. Weitere Informationen unter: www.ig-pflege.at



Rückfragehinweis:
Mag. Thomas Marecek
Österreichisches Rotes Kreuz
Presse- und Medienservice
Tel.: +43/1/589 00-151
Mobil: +43/664 823 48 02
mailto: thomas.marecek(at)roteskreuz.at

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