28.11.2019 16:09

Mosambik: Wirksame Hilfe nach dem Sturm

Mosambik: Wirksame Hilfe nach dem Sturm
Rotkreuz-Delegierte Barbara Rouchouze (4.v.l.) bei einer Hygieneschulung in Mosambik

Seit März waren fünf Rotkreuz-Delegierte in Mosambik im Einsatz. Künftig wird es mehr Mittel für Katastrophenvorsorge brauchen, um den Hilfsbedarf nach klimabedingten Katastrophen zu begrenzen.

Das Leben geht weiter, in Mosambik, auch nach der schlimmsten Katastrophe in der jüngsten Geschichte des Landes. Aber es ist nicht mehr wie vorher. Nachdem die Zyklone Idai im März und Kenneth im April das Land im Osten Afrikas getroffen haben, sind immer noch tausende Menschen vom Ausbruch möglicher Krankheiten und rund zwei Millionen Menschen von Nahrungsmittelunsicherheit bedroht. Ab Beginn des nächsten Jahres wird die Nahrung knapp werden, denn die Stürme haben Felder und Ernten zerstört. Mehr als 67.000 Kinder brauchen jetzt schon Behandlungen wegen Unterernährung. Das Rote Kreuz ist immer noch im Land, um Hilfe zu leisten und beim Wiederaufbau zu helfen.

Das Rote Kreuz hat nach den Stürmen 173.000 Menschen mit Hilfsgütern versorgt und 2,7 Millionen Liter sauberes Wasser verteilt. Aus Österreich waren fünf Delegierte im Einsatz, um Funkverbindungen wiederherzustellen, Latrinen zu bauen und für sauberes Trinkwasser und bessere Hygiene zu sorgen. Eine von ihnen ist die Wienerin Barbara Rouchouze, 41, die im Oktober aus Mosambik zurückgekehrt ist. „Es war bedrückend, das Leid der Menschen zu sehen, aber auch ein gutes Gefühl, ihnen helfen zu können“, sagt sie.

Neue Perspektiven für Freiwillige

Rouchouze war rund um die Küstenstadt Beira in Gemeinden unterwegs, um das Leben der Menschen mit Hygieneschulungen sicherer zu machen. „Das ist wichtig, um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern“, sagt sie. „Bald beginnt die Regenzeit. Dann muss man leider wieder mit mehr Malaria- und Cholerafällen rechnen.“ Sie hat noch regelmäßig mit den Menschen Kontakt, die bei der Umsetzung der Hilfe vor Ort geholfen haben – zum Beispiel mit Fernando Luis Armando Navino, 23. Als der Sturm kam, riss der Wind Stücke vom Dach seines Elternhauses im Dorf Ngupa. Die Schäden waren groß. Danach begann er als Freiwilliger des Mosambikanischen Roten Kreuzes zu arbeiten und profitiert heute selbst davon. „Ich habe viel gelernt“, erzählt er. Zusätzlich nahm er einen täglichen Job in einem Warenlager des Roten Kreuzes an. „Dort bin ich für die Ein- und Ausgänge der Waren zuständig. Das motiviert mich und sichert mir ein kleines Einkommen.“

Nach der ersten Phase der Nothilfe stellt das Rote Kreuz in Ngupa nun Baumaterial zur Verfügung, lässt Latrinen reparieren und neue aufstellen. „Die Leute wissen jetzt, was im Fall von Cholera zu tun ist, dass man sich zur Not die Hände auch mit Asche reinigen kann und Latrinen mindestens 30 Meter von der nächten Wasserquelle entfernt sein müssen“, sagt Fernando. Er studiert, wird weiterhin Freiwilliger bleiben und glaubt an eine gute Zukunft. „Ich werde nicht aufhören mich anzustrengen, bis ich ein eigenes Haus zum Leben habe.“

Mehr Mittel für Katastrophenvorsorge nötig

Das Rote Kreuz wird sich dafür einsetzen, dass künftig mehr Hilfsgelder investiert werden, bevor Naturkatastrophen passieren. „Das ist entscheidend dafür, Gemeinden widerstandsfähiger zu machen und die Zahl der Menschen zu begrenzen, die nach Klimabedingten Katastrophen Hilfe brauchen“, sagt Rotkreuz-Generalsekretär Michael Opriesnig. „Einer aktuellen Rotkreuz-Studie zufolge sind jetzt schon 108 Millionen Menschen von internationaler Hilfe nach Stürmen, Fluten oder Dürren abhängig, und diese Zahl könnte sich laut einer Rotkreuz-Studie bis 2050 verdoppeln.“ Das Rote Kreuz schlägt daher eine Aufstockung des Auslandskatastrophenfonds von derzeit 15 auf 60 Millionen Euro vor und fordert die Einrichtung eines neuen Fonds für Investitionen in Katastrophenvorsorge und Risikominderung.

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