13.02.2020 15:33

„Wir sind da um Zeit zu schenken“

Besonders bei älteren Menschen steigt die Angst vor Isolation und Einsamkeit, oft holt einen auch einfach der graue Alltag ein. Der Besuchs- und Begleitdienst des Roten Kreuzes trägt entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität von älteren Menschen bei und stellt somit auch eine Entlastung für pflegende und betreuende Angehörige dar.

„Wir sind da um Zeit zu schenken“
Foto: Rotes Kreuz Steiermark / A. Eisner-Kollmann

Mit Rotkreuz-Jacke und geschultertem Rucksack steht Frau Resch vor ihrem Haus in Leibnitz. Sie ist Mitarbeiterin im ehrenamtlichen Besuchs- und Begleitdienst des Roten Kreuzes und besucht einmal in der Woche Frau Obiryk, eine Dame aus ihrer Nachbarschaft. Im Haus von Familie Obiryk riecht es nach Kaffee und Kuchen –die Schwiegertochter von Frau Obiryk hat für den Besuch den Tisch gedeckt.

Seit zwei Jahren kommt Frau Resch eine Stunde pro Woche auf Besuch. Frau Obiryk wohnt zwar im Familienverband, aber auch wenn Angehörige zur Seite stehen ist der Kontakt mit anderen Menschen wichtig. Für viele ältere Menschen ist es einfach schön, wenn jemand zu Besuch kommt, mit dem man plaudern kann und der Abwechslung in den Alltag bringt.

 

Beim Besuchs- und Begleitdienst wird aber nicht nur geplaudert: Frau Obiryk nimmt auch das BleibAKTIV-Programm in Anspruch. So unterscheidet sich ihr Besuch ein wenig von einem regulären Besuchsdienst. Das Programm „BleibAKTIV. Bewegung zuhause“ richtet sich an ältere Menschen, die trotz Mobilitätseinschränkungen körperlich und geistig aktiv bleiben wollen. Eine halbe Stunde des Besuchs steht die Bewegung im Vordergrund. Gemacht werden einfache Übungen zur Lockerung, Kräftigung und Koordination. Wichtig für Frau Resch ist, dass das Programm an die Klienten angepasst wird und es somit nicht zur Über- oder Unterforderung kommt. Heute packt Frau Resch wieder Bälle und Tücher aus ihrem Rucksack aus. Gemeinsam werden Übungen gemacht und auch so manche Wurf-Rekorde aufgestellt.

 

„Wir sind da um Zeit zu schenken“, sagt Johanna Resch. Sie ist seit 2006 im Besuchs- und Begleitdienst tätig. Als sie von der Idee in der Zeitung las, fühlte sie sich sofort angesprochen. Nach einem Erste-Hilfe-Kurs ging es auch schon mit den Besuchsdiensten los. „Gut ist es, dass wir einen Jour Fixe haben und häufig Weiterbildungen machen können.“, so Resch.

Manchmal geht sie gemeinsam mit Frau Obiryk eine Runde nach draußen. Das ist dann Abhängig von der Tagesverfassung und dem Wetter. Heute bleibt es allerdings bei einem Kaffeeplausch nach der Bewegungseinheit.

Nach gut einer Stunde schultert Frau Resch ihren Rucksack und verabschiedet sich von Frau Obiryk. Bereits jetzt steigt die Vorfreude auf den Besuch in der kommenden Woche.

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