15.06.2020 11:33

Helm abnehmen oder lieber nicht?

Motorradunfälle enden oft gravierend. Umso wichtiger ist hier Erste Hilfe.

Helm abnehmen oder lieber nicht?
©ÖRK/Kellner

Die Temperaturen steigen, die Motorräder werden ausfahrbereit gemacht. Österreich ist ein Motorradland. Ausfahrten, ja ganze Urlaube, werden mit und auf den motorisierten Zweirrädern bestritten. Coronabedingt heuer vielleicht noch mehr als jemals zuvor. Was viele ausblenden: Die Folgen, die Unfälle für Motorradfahrer mit sich bringen. Denn auch, wenn sie sich - so gut es eben geht - schützen: Motorradunglücke gehen oft tragisch aus. Umso wichtiger ist hier eine korrekte Erstversorgung.

Erste Hilfe bei Motorradunglücken

Was tun, wenn man zuerst am Unfallort ist? Erste Hilfe und die Helmabnahme können Leben retten. Bleibt der Helm oben, kann das gefährlich werden. "Bei Bewusstlosigkeit muss der Helm runter, sonst könnte der Verletzte ersticken", sagt Rotkreuz-Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber. Viele glauben fälschlicherweise, das dürften nur ausgebildete Rettungssanitäter und scheuen aus Angst etwas falsch zu machen vor der Helmabnahme zurück. "Das einzige, was man falsch machen kann, ist nichts zu tun", sagt Schreiber.

So funktioniert die Helmabnahme


Den Kopf des Verletzten vorsichtig gerade richten und mit den Knien fixieren. Visier und Verschluss öffnen. Helm kippen, sodass die Nase zu sehen ist. Helm langsam vom Kopf ziehen. Wichtig ist, dabei den Nacken zu stützen. Zum besseren Erkennen sind alle Verschlüsse farblich markiert und lassen sich durch Ziehen oder Drücken öffnen. Generell gilt: Erst nachdem der Helm entfernt wurde, kann mit der Kontrolle der Atmung begonnen sowie weitere Verletzungen versorgt werden. Ist der Motorradfahrer bei Bewusstsein, können Ersthelfer bei der Helmabnahme unterstützen.

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