Gefangen an Grenzzäunen

Idomeni, Greece, 27 February 2016. More than 7000 people have been stranded for up to nine days by the border as very few are being allowed to pass. The vast majority of those waiting are Syrians and Iraqis of which at least 40% are children. The humanita

Tausende Menschen sind auf ihrer Flucht aus den Bürgerkriegsländern Syrien und Irak in Griechenland gestrandet. Die Grenzschließungen entlang des Balkans haben zur Folge, dass sie ohne medizinische Versorgung, ohne ausreichende Nahrung, ohne Trinkwasser und ohne Unterkunft in Griechenland festsitzen.

 

In Idomeni, an der der Grenze zu Mazedonien, müssen etwa 8.000 Menschen auf die Weiterreise warten. Unter ihnen sind etwa 40 Prozent Kinder! Sie verbringen die kalten Nächte mit ihren Eltern im Freien, denn die beiden Camps an der Grenze sind überfüllt und die Hilfsorganisationen am Rande ihrer Kapazitäten. Es mangelt an allem: Nahrung, Babynahrung, Wasser, Medizin, Hygieneartikel und Toiletten. Gefangen zwischen blanker Not und Verzweiflung packt die Menschen auch die Wut - Ausschreitungen und gewaltsame Versuche, den Grenzzaun zu durchbrechen sind die Folge.

 

"Griechenland kann damit nich alleine fertig werden, die Nahrungsmittelversorgung im Norden ist zusammengebrochen und die Situation ist zum Verzweifeln", sagt Simon Missiri, der in der internationalen Rotkreuz-Bewegung für Europa zuständig ist. Mindestens 30.000 Flüchtlinge sind in Lesbos, Chios, Samos, Athen und Idomeni gestrandet, nachdem Österreich und andere Länder entlang der Westbalkan-Route die Zahl der Grenzübertritte drastisch reduziert haben. Für Flüchtlinge aus Afghanistan ist Griechenland überhaupt zur Endstation ihrer Reise geworden.

 

"Der Rest Europas kann nicht den Kopf in den Sand stecken und tun als ob das alles nicht passieren würde! Mindestens 40 Prozent der in Griechenland festsitzenden sind Kinder! Für Familien, die bereits mehr traumatische Erfahrungen als wir uns jemals vorstellen können, gemacht haben, ist das eine furchtbare Situation."

 

Die Rotkreuz-Teams arbeiten in Lesbos, in Athen und in Idomeni - unter ihnen ist auch der Österreicher Christopher Bachtrog - um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. "Die Grenzschließungen machen es den Menschen fast unmöglich zu erreichen, was sie am dringendsten brauchen: Sicherheit und eine würdevolle Behandlung", schließt Simon Missiri.

 

 

 

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