Ein Jahr nach dem Erdbeben in Nepal

Am 25. April 2015 hat ein Erdbeben der Stärke 7,8 den Himalaya-Staat Nepal erschüttert. Das Epizentrum befand sich nord-westlich des Katmandu Tales im Bezirk Gorkha. Das Beben breitete sich in Richtung Osten des Landes aus und zerstörte große Teile der Bergregionen im Norden des Landes Richtung Tibet – Gebiete, die sehr schwer zugänglich und teilweise nur über Fußweg erreichbar sind. Auch das Katmandu Tal war vom Erdbeben betroffen: vor allem alte und historische Gebäude wurden zerstört und die Hauptstadt war tagelang ohne Strom- und Wasserversorgung.  Ein weiteres Erdbeben mit einer Stärke von 7,3 am 12. Mai mit dem Epizentrum nordöstlich von Katmandu brachte weitere Häuser zum Einsturz und verursachte große Unsicherheit bei der Bevölkerung. Die Kosten für den Wiederaufbau werden etwa ein Drittel von Nepals BIP betragen.

Rotkreuz-Hilfe in Nepal

Direkt nach dem Erdbeben stand die Versorgung der Bevölkerung mit Material für Notunterkünfte im Vordergrund. Anfangs vor allem in Form von Plastikplanen und im Laufe der Hilfsoperation zunehmend mit Wellblech zum Schutz gegen den starken Regen. Leistungen in den Bereichen Wasser- und Sanitär, Hygiene, sowie medizinische Versorgung verhinderten eine Verschlechterung der Gesundheitssituation im Land.



Die Verteilung von essentiellen Hilfsgütern wie Lebensmitteln, aber auch Bargeld wurde per September abgeschlossen. Seit vergangenen Oktober leitet mit Max Santner, ein sehr erfahrener Österreicher und Nepal-Experte die internationale Rotkreuz-Hilfe in Nepal.

 

Handwerker-Trainings

Die Wiederaufbau-Aktivitäten der Rotkreuz-Bewegung werden mit einem umfassenden Ansatz geplant, der neben dem Aufbau von Häusern und Latrinen auch die Versorgung mit Wasser, den Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und die Schaffung von Lebensgrundlagen vorsieht. Jede vom Erdbeben betroffene Rotkreuz-Dienstelle wird in ihrer Kapazität soweit gestärkt, dass ein Wiederaufbauprogramm sowie zukünftige Katastrophenhilfe und –vorsorgemaßnahmen implementiert werden können.


Insgesamt plant die Rotkreuz-Bewegung in Nepal den Wiederaufbau von mehr als 11.500 Häusern in den ländlichen Gebieten. Ein entsprechender Antrag wurde vom zuständigen Ministerium bereits genehmigt.


Das ÖRK wird im Wiederaufbau mit dem Schweizerischen und Nepalesischen Roten Kreuz zusammenarbeiten. Handwerker-Trainings für Maurer und Zimmerleute in den Bezirken Dolakha, Ramechap und Sindhuli wurden durchgeführt und im Februar abgeschlossen - ein wichtiger Meileinstein, damit Mauern und Häuser erdbebensicher aufgebaut werden.

 

Insgesamt konnten in 20 Gemeinden Demo-Häuser und in 180 Siedlungen Demo-Mauern aufgebaut werden. Das Konsortium plant, durch die ausgebildeten Handwerker mind. 2000 Familien beim Wiederaufbau zu unterstützen.

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