03.10.2018 13:26

Rotes Kreuz NÖ und Club NÖ vergeben Freiwilligenpreis

Der jüngste Preisträger der diesjährigen Verleihung von „Henri. Der Freiwilligenpreis“ ist 12 Jahre alt – die älteste engagierte Pensionistin ist mit 94 Jahren noch sehr aktiv und wurde dafür ausgezeichnet.

Rotes Kreuz NÖ und Club NÖ vergeben Freiwilligenpreis
Alle Gewinner des "HENRI 2018" (RK NÖ/A. Zehetner)

Am Dienstagabend wurde „Henri. Der Freiwilligenpreis“ zum zweiten Mal in Niederösterreich für besonderes Engagement in insgesamt neun Kategorien vergeben. Damit wollen das Rote Kreuz Niederösterreich und der Club Niederösterreich soziales Engagement in den Vordergrund stellen. Die Preisträger/innen wurden in einem Festakt geehrt – insgesamt konnten sich die Organisatoren über 125 Einreichungen freuen.

Bei der feierlichen Überreichung der eigens kreierten Statuetten konnten sich die Gastgeber beim Festakt in der Landesfeuerwehrschule in Tulln über zahlreiche Gäste freuen: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nahm ebenso teil wie Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Weihbischof  Anton Leichtfried, Bezirkshauptmann Andreas Riemer, Landespolizeidirektor Konrad Kogler, Brigadier Martin  Jawurek, Österreichisches Bundesheer, Präsident Michael Landau, Caritas, Präsidentin Friederike Pospischil, Lebenshilfe, Präsidentin LAbg. Michaela Hinterholzer, Hilfswerk, Präsident Erwin Hameseder, Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, Generaldirektor Hubert Schultes, Niederösterreichische Versicherung, Direktor Walter Mayr, NÖ Wohnbaugruppe, Christof Kastner, Kastner Gruppe und viele weitere Ehren- und Festgäste.

„Das Ehrenamt ist eine wichtige Lebensader in Niederösterreich, denn nahezu jeder zweite Niederösterreicher engagiert sich ehrenamtlich. Und gerade sich Zeit zu nehmen für andere ist niemals eine Selbstverständlichkeit“, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und hält fest: „Die ‚Sicherheitsfamilie Niederösterreich‘ steht für Zusammenarbeit, Zusammenstehen, Miteinander und Kooperation.“

„Das Engagement der Freiwilligen in Niederösterreich ist einfach unglaublich. Unser jüngster Preisträger Elijah ist gerade einmal 12 Jahre und hat ohne zu zögern seinen Nachbarn reanimiert – dass er auch noch Teil unserer Rotkreuz-Familie und in der Jugend im Roten Kreuz aktiv ist, macht mich natürlich besonders stolz. Und unsere älteste Geehrte ist tatsächlich 94 Jahre alt und kümmert sich liebevoll um die Fitness ihrer Altersgenoss/innen im Pflegeheim. Der Wahlspruch von Annerose Rettig hat mich besonders beeindruckt: ‚wenn die Füße nicht mehr flitzen, tanzen alle vergnügt im Sitzen‘“, erzählt Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Aber auch alle anderen Preisträger haben großartige Leistungen erbracht. Das humanitäre Engagement in Niederösterreich braucht sich nicht zu verstecken – bei dieser Gelegenheit haben wir es vor den Vorhang geholt. Es ist großartig, wenn man einmal sieht, was so alles in unserem Bundesland geleistet wird. Freiwillige Hilfe, Verantwortung und soziales Engagement sind in unserer Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Was zählt, sind Einsatz und Initiative – Freiwilligkeit in ihren unterschiedlichsten Facetten, Freiwilligkeit, die vor allem unser Miteinander positiv beeinflusst.“

„Dass wir den Henri 2018 in neun Kategorien vergeben haben, hat einen einfachen Grund: Nur im engen Zusammenwirken von emphatischen und couragierten Menschen, etablierten Freiwilligenorganisationen und aktiven Initiativgruppen mit Unternehmen und Gemeinden, die einen wertschätzenden und unterstützenden Umgang mit Ehrenamtlichen pflegen, vermögen die Leistungen der Freiwilligen ihre ganze Kraft zu entfalten und die Gesellschaft dauerhaft und nachhaltig zu bereichern.“

Die Einreichungen waren vielfältig – die Sieger/innen konnten aber in einer Jurysitzung bestehend aus allen Partnerorganisationen eindeutig ermittelt werden. Über die Auszeichnung konnten sich schließlich Katharina Oppelmayer (Jugend unter 30 Jahren), Annerose Rettig (Personen im Rahmen von Organisationen), Michael Dorfstätter (Rotkreuz-Mitarbeiter/in), Elijah (Zivilcourage), Windkraft Simonsfeld (Freiwilligenfreundliche Unternehmen), Marktgemeinde Orth an der Donau (Freiwilligenfreundliche Gemeinde), Bike4Kids (Call4Action),  Queeriosity (Gruppen/Initiativen) und Connect Mödling (Gruppen/Initiativen, Schwerpunkt Integration).

 

Danke für den persönlichen Einsatz
Mit Henri. Der Freiwilligenpreis bedanken sich das Rote Kreuz Niederösterreich und der Club Niederösterreich in Zusammenarbeit mit dem Arbeiter-Samariter-Bund, der Caritas, dem Diakonie Flüchtlingsdienst, der NÖ Dorf- und Stadterneuerung, dem Hilfswerk, der Landjugend, der Lebenshilfe, der Freiwilligen Feuerwehr, der Höhlenrettung, den Pfadfindern, dem Service Freiwillige und der Wasserrettung bei Unternehmen, Gemeinden, Einzelpersonen und Gruppen für ihr Engagement im Freiwilligenbereich. Die Preisträger werden durch eine Jury bestehend aus Vertreter/innen des Roten Kreuzes NÖ, des Club Niederösterreich, der Partnerorganisationen und der Sponsoren an Hand der eingereichten Unterlagen ermittelt.

Ermöglicht wird diese Auszeichnung dank der Unterstützung durch die Niederösterreichische Versicherung, die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, die Flughafen Wien AG und die Niederösterreichische Wohnbaugruppe. Die verschiedenen Preiskategorien sollen die Bandbreite des zivilgesellschaftlichen Engagements in Niederösterreich zeigen. Beispielgebende Bemühungen werden einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und tragen dazu bei, das Bewusstsein für die Relevanz der Freiwilligkeit zu schärfen.

Die Preisträger – Henri. Der Freiwilligenpreis
1. Kategorie: Personen mit außerordentlichem Einsatz für die Menschlichkeit – Jugend, unter 30
Katharina Oppelmayer, Rotes Kreuz Bruck

Katharina Oppelmayer ist nicht nur ehrenamtliche Notfallsanitäterin, sondern mittlerweile auch Freiwilligenkoordinatorin, Praxisanleiterin, Zugskommandantin und Mannschaftsvertreterin an der Rotkreuz-Bezirksstelle Bruck an der Leitha. Außerdem engagiert sie sich immer wieder gerne als Moderatorin bei einer Live-Talkshow im Internet. In den Jahren 2015 und 2016 war sie tagelang im Grenzgebiet zu Ungarn bei der Betreuung von Flüchtlingen im Einsatz. Die 27-Jährige liebt die Arbeit mit Jugendlichen und nimmt Kindern im Teddybären-Krankenhaus die Angst vor einem Spitalsaufenthalt. Mit ihrer herzlichen und einfühlsamen Art sorgt sie für gute Stimmung an der Bezirksstelle.

2. Kategorie: Personen mit außerordentlichem Einsatz für die Menschlichkeit – in einer Organisation
Annerose Rettig

Annerose Rettig – das beste Beispiel, dass Engagement und Fürsorge bis ins hohe Alter fit und zufrieden halten! Die diplomierte Krankenschwester hat sich seit ihrer Jugend bei verschiedenen Freiwilligenorganisationen engagiert, bevorzugt im Gesundheits- und Bewegungsbereich. Der heute 94-Jährigen ist es ein großes Anliegen, dass Ihre Mitbewohner im Pflegewohnheim agil bleiben. Sie hält Vorträge über TCM und Akupressur. Außerdem veranstaltet sie wöchentlich Bewegungsrunden mit Tanz und Musik für bis zu 30 Teilnehmerinnen. Diese fand bereits 230 Mal statt. Ihr Motto ist „wenn die Füße nicht mehr flitzen, tanzen alle vergnügt im Sitzen!“

3. Kategorie: Personen mit außerordentlichem Einsatz für die Menschlichkeit – Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Michael Dorfstätter, Rotes Kreuz Mödling

Der „laufende Botschafter“ des Roten Kreuzes heißt Michael Dorfstätter! Er ist seit Jahren bei Marathonläufen auf der ganzen Welt unterwegs um die Grundsätze des Roten Kreuzes hinauszutragen. Heuer hat er in dieser Funktion den 215. Marathon absolviert. Seit 1991 engagiert er sich im Jugendrotkreuz und vermittelt Kindern mit viel Freude Erste-Hilfe und vor allem auch den Rotkreuz-Gedanken. Seit zwei Jahren hat er auch die Verantwortung für die Bezirksstelle Mödling als Bezirksstellenleiter übernommen. Dorfi geht als leuchtendes Beispiel voran und widmet einen großen Teil seiner Freizeit, mit viel Enthusiasmus, dem Roten Kreuz und dem Jugendrotkreuz.

4. Kategorie: Personen mit außerordentlichem Einsatz für die Menschlichkeit – Zivilcourage
Elijah, Rotes Kreuz Bruck

Der zwölfjährige Elijah war gerade im Pool, als ihn sein kleiner Bruder zu Hilfe holte: ein Nachbar hatte plötzlich gesundheitliche Probleme und lag reglos am Boden. Elijah ist Mitglied der Jugendgruppe des Roten Kreuzes Bruck an der Leitha und wusste deshalb sofort, was zu tun ist. Er machte einen Notfallcheck und stellte einen Herz-Kreislaufstillstand fest. Seine Schwester wählte den Notruf, während er sofort mit der Herzdruckmassage begann. Als der Notarzt und der Rettungswagen eintrafen, hatte der Nachbar bereits wieder einen Kreislauf. Er wurde vom Rettungshubschrauber C9 ins Krankenhaus gebracht. Elijah hat vorbildlich reagiert. Er sieht sich selbst aber nicht als Held. Er hofft durch seine Geschichte viele andere Kinder, Jugendliche, aber natürlich auch Erwachsene zum Helfen zu motivieren. Erste Hilfe leisten können ist immer ein Vorteil für alle.

5. Kategorie: Freiwilligenfreundliche Unternehmen
Windkraft Simonsfeld     

Die Windkraft Simonsfeld unterstützt und fördert seit Jahren freiwilliges soziales Engagement in- und außerhalb des Unternehmens: So hat sie im Jahr 2017 23 Freiwillige Feuerwehren sowie Vereine wie das Frauenhaus, das Integrationshaus und die Kolping Jugend finanziell unterstützt. Sie fördert seit vielen Jahren Energieprojekte in benachteiligten Regionen dieser Erde, um die Lebensumstände der Menschen zu verbessern. So setzen sie in Nicaragua gemeinsam mit der HTL Braunau mehrere Sozialprojekte zur Energiegewinnung aus Sonnenenergie um. Die Mitarbeiter/innen der Windkraft Simonsfeld nehmen an unterschiedlichen Benefiz-Laufveranstaltungen teil, bei denen das Unternehmen hier die Startgebühr sowie Lauf-Shirts beisteuert. Aktuell setzt das Unternehmen darauf Maßnahmen im Bereich Corporate Volunteering weiter auszubauen und macht beispielsweise freiwilliges Engagement der Mitarbter/innen auch auf firmeneigenen Informationsplattformen (Homepage, Intranet) sichtbar.

6. Kategorie: Freiwilligenfreundliche Gemeinden
Marktgemeinde Orth an der Donau

In der 2100-Seelen-Marktgemeinde Orth an der Donau im Bezirk Gänserndorf wurde schon vor 17 Jahren ein innovatives Bürgerbeteiligungsmodell entwickelt um die Bevölkerung aktiv einzubinden. In verschiedenen Arbeitskreisen wurden und werden seitdem zahlreiche Projekte umgesetzt, seien es das Leitbild, die Entwicklung des Ortes oder Themen wie Gesundheit, Jugend oder Integration. Ziel dieser Maßnahmen ist die Schaffung eines noch lebenswerteren Orth an der Donau. Das aktuelle Leuchtturmprojekt in Orth ist das „Haus mit Leben“, an dem mit vereinten Kräften gearbeitet wird. Im „Haus mit Leben“ wird ein neues Zuhause für geistig und körperlich behinderte Menschen geschaffen, die auch außerhalb ihrer Familie wohnen möchten. Die Besonderheit des Wohnprojekts ist das aktive Mitgestalten des Alltages der Bewohner/innen durch Angehörige und Freiwillige.

7. Kategorie: Call4Action
Bike4kids

bike4kids ist ein Herzensprojekt von fünf sportbegeisterten Rotkreuz-SanitäterInnen. Dieses Team verbindet zwei Leidenschaften – das Rennradfahren und das Engagement beim Roten Kreuz – für den guten Zweck. 2017 wurde eine Rennradtour mit 660 km im Osten Niederösterreichs geplant, bei der 29 Bezirksstellen vom Roten Kreuz angefahren und dabei Spenden gesammelt wurden. Im Juli 2018 ging bike4kids in die 2. Runde und die restlichen Bezirksstellen im Westen von Niederösterreich wurden angefahren. Start und Ziel war nach 800km die Bezirksstelle Kirchschlag. Insgesamt konnten bei den beiden Touren beachtliche € 45.000 an die Kinderburg Rappottenstein des Roten Kreuzes übergeben werden.

8. Kategorie: Gruppen/ Initiativen mit besonderem humanitären Engagement
Queeriosity

Queeriosity ist ein Verein in St. Pölten, der für alle Geschlechteridentitäten und sexuelle Orientierungen offen ist. Sie setzen sich dafür ein, dass jedem Menschen das Recht auf Selbstbestimmung, Anerkennung und Wertschätzung zugesprochen wird, unabhängig seiner geschlechtlichen und sexuellen Identität. Seit 2015 bietet Queeriosity Beratung und Unterstützung an, insbesondere bei Themen wie Ausgrenzung und Coming-Out. Darüber hinaus haben die ehrenamtlichen Mitglieder eine Plattform für Austausch, Diskussionen und Veranstaltungen geschaffen. So veranstalten sie Podiumsdiskussionen, Filmabende und im Oktober auch einen Kongress in St. Pölten. Queeriosity leistet einen wesentlichen Beitrag, dass transidenten Menschen in ihrem Alltag vorurteilsfrei begegnet wird und dadurch eine gleichwertige Teilhabe an einer inklusiven Gesellschaft gelingt.

9. Kategorie: Gruppen/ Initiativen mit besonderem humanitären Engagement – Schwerpunkt: Integration
Connect Mödling

Connect Mödling ist 2015 entstanden um die Integration von Flüchtlingen in Mödling zu unterstützen. Sie haben fünf Aktionsgruppen geschaffen, die bis heute aktiv sind: Die 80 Aktivisten und Aktivistinnen der Initiative bieten Deutschkurse aber auch Nachhilfe an um den Pflichtschulabschluss positiv zu absolvieren. Connect Mödling konnte erreichen, dass nicht mehr schulpflichte Flüchtlinge an höheren Schulen aufgenommen werden. Insgesamt konnten so bereits 45 Schüler an der HTL Mödling beginnen, weitere 35 Personen sind in Übergangsklassen. Für weibliche Flüchtlinge und einheimische Frauen findet wöchentlich ein Frauencafé statt, bei dem gemeinsam gekocht und musiziert wird. Diese Gruppe hat ein mehrsprachiges Kochbuch herausgegeben, von dem bereits 500 Stück verkauft wurden. Sie bieten auch Caterings an. Connect Mödling führt viele weitere Aktivitäten durch. Das Engagement erfolgt ehrenamtlich und wird ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert.

Weitere Fotos gibt es auf unserer facebook-Seite!

RÜCKFRAGEHINWEIS:
Mag. Sonja Kellner, Andreas Zenker, MSc., MBA
Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Niederösterreich
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