16.11.2011 11:54

Dr. Aichinger Walter tritt Nachfolge von Kons. Leo Pallwein-Prettner an

Mit 16. November 2011 tritt Dr. Aichinger Walter die Nachfolge von Kons. Leo Pallwein-Prettner als OÖ. Rotkreuz-Präsident an. Seine künftigen Schwerpunkte bilden dabei unter anderem die Weiterentwicklung der Jugend- und Freiwilligenarbeit, sowie der Ausbau des Pflege- bzw. Betreuungsangebotes.

Dr. Aichinger Walter tritt Nachfolge von Kons. Leo Pallwein-Prettner an

„Über 13 Jahre stand Kons. Leo Pallwein-Prettner an der Spitze des OÖ. Roten Kreuzes. Er hat Großartiges für diese Organisation, aber vor allem für die oberösterreichische Bevölkerung geleistet“, bedankt sich der kürzlich gewählte Rotkreuz-Präsident Dr. Aichinger Walter bei seinem Vorgänger und ergänzt: „Vor allem den hohen Qualitätsanspruch werde ich weiterführen“.

 

Auf- und Ausbau des Leistungsangebotes
Die Qualität vieler Leistungsbereiche des OÖ. Roten Kreuzes findet vor allem in der Freiwilligkeit ihre Basis: 17.443 Freiwillige stellen derzeit ihre Freizeit in den Dienst der größten humanitären Hilfsorganisation des Landes. Knapp die Hälfte davon ist in der bekanntesten Sparte, dem Rettungs- und Krankentransport tätig. Aber auch die freiwilligen sozialen Dienste beispielsweise funktionieren nur mit freiwilligen Mitarbeitern. Als künftige Herausforderung sieht Aichinger aber nicht nur die Erhaltung sämtlicher Sparten durch freiwilliges Engagement, sondern vor allem den Auf- und Ausbau bestimmter Angebote.

 

Schwerpunkt bildet künftig Pflege- und Betreuung
„Bereits in 20 Jahren wird ein Drittel der österreichischen Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Der Anteil der hochbetagten Menschen wird besonders ansteigen und unter ihnen werden viele einer Pflege und Betreuung bedürfen. Gleichzeitig stehen insgesamt weniger junge Menschen für die Betreuung ihrer Angehörigen zur Verfügung. Für die Bevölkerung im Allgemeinen und für uns als Rotes Kreuz im Speziellen bedeutet dies, dass wir uns im Interesse einer sorgenden Gesellschaft und zur Unterstützung institutioneller Hilfe verstärkt auf Freiwilligkeit sowie  den Ausbau des Leistungsbereiches ‚Pflege und Betreuung‘ konzentrieren werden.“

 

Wegfall der Zivildiener als mögliches Szenario
Aber nicht nur mit dem Ausbau der Freiwilligkeit wird sich Aichinger künftig beschäftigen, auch mit dem möglichen Wegfall der Zivildiener aufgrund der Debatte um die Abschaffung der Wehrpflicht. Bei mehr als einem Drittel der Einsätze im Rettungs- und Krankentransport - 515.956 waren es im Jahr 2010 - sind Zivildiener beteiligt.  Sie gelten somit als unverzichtbarer Bestandteil in der Aufrechterhaltung des Rettungswesens und könnten nur mit erheblichen Mehrkosten ersetzt werden. Hinzu kommt, dass nahezu 80 % der Zivildiener dem OÖ. Roten Kreuz als Freiwillige erhalten bleiben: „Wir müssen uns mit dieser Reform intensiv beschäftigen. Die erheblichen Mehrkosten von etwa 17,5 Millionen jährlich können wir uns schlichtweg nicht leisten. Wir benötigen somit einen Umsetzungsplan, sollte die Reform tatsächlich Realität werden.“

 

OÖ. Rotes Kreuz stellt sich auf Spitalsreform ein
Eine weitere Neuerung, auf die sich das OÖ. Rote Kreuz einstellen muss, sieht Aichinger in der kürzlich beschlossenen Spitalsreform: „So wie diese Reform verfolgt auch das OÖ. Rote Kreuz das Ziel, eine flächendeckende Versorgung in hoher Qualität zu sichern. Wir werden alles daran setzen, unsere Leistungen rasch an die neuen Gegebenheiten zum Wohle der hilfesuchenden Menschen anzupassen“.

 

Wissensvermittlung im OÖ. Roten Kreuz
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Aufrechterhaltung der hohen Qualität in den Leistungsbereichen bzw. in der Ausbildung: Mit dem Angebot der Bildungsakademie des OÖ. Roten Kreuzes stehen dabei nicht nur Mitarbeitern hochwertige Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung, sondern auch der Bevölkerung: „Wir bieten neben den Ausbildungen im Bereich der Ersten Hilfe auch kompetente Fortbildungsmöglichkeiten in der Pflege und Betreuung. Nicht nur betroffene Personen lernen bei diesen mit ihrer körperlichen und geistigen Einschränkung umzugehen, sondern auch deren Angehörige, “ verweist der Präsident auf die Bildungseinrichtungen des OÖ. Roten Kreuzes.


Jugendarbeit attraktiver gestalten
Auch die Jugendarbeit wird OÖ. Rotkreuz-Präsident Aichinger in naher Zukunft thematisieren. Zum Einen müsse für Nachwuchs gesorgt werden, da sich viele Jugendliche auch nach ihrer Zeit in den Jugendgruppen im Roten Kreuz engagieren. Zum Anderen müsse man das Angebot in den jeweiligen Gruppen zielgruppengerecht analysieren und bei Bedarf umgestalten: „Den Kindern und Jugendlichen von heute bietet sich eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten in deren Freizeit. Auch das soziale Verhalten hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Es wird schwierig, facebook & Co. sowie den diversen Spielekonsolen Parole bieten zu können, aber wir müssen versuchen, mit einem adäquaten Angebot die Aufmerksamkeit der Jugendlichen zu gewinnen“, so Aichinger.

 

Versorgungssicherheit mit Blutprodukten in Oberösterreich gewährleisten
Künftigen Handlungsbedarf sieht Aichinger zudem auch in der Aufbringung von Blut- und Gewebeprodukten: „Das OÖ. Rote Kreuz hat den Auftrag, alle Krankenhäuser in Oberösterreich rund um die Uhr mit Blutprodukten zu versorgen. Jedoch immer weniger Menschen sind bereit ihr Blut zu spenden.“ Mit der im Jahr 2006 errichteten Blutzentrale verfügt das OÖ. Rote Kreuz über eine der modernsten Forschungseinrichtung ihrer Art in Europa. Diese vereint sowohl den klassischen Blutspendebereich, in dem jährlich knapp 70.000 Blutkonserven hochwertig verarbeitet werden, als auch modernste Labor-, Forschungs- und Behandlungseinrichtungen.

 

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