10.09.2018 14:33

Erste-Hilfe-Anweisungen am Telefon retteten möglicherweise das Leben von Renate Gelb

„Es war ein Erwachen mit Schrecken. Die Situation traf mich wie ein Blitz“, schildert Lebensgefährte Jan Reinold aus Linz den Moment, als Lebensgefährtin Renate Gelb am Morgen im Bett plötzlich einen Krampfanfall bekam. Sie spuckte Blut und war nicht mehr ansprechbar. Reinold reagierte sofort, wählte den Notruf und bekam Erste-Hilfe-Anweisungen, die seiner Lebensgefährtin möglicherweise das Leben retteten.

Erste-Hilfe-Anweisungen am Telefon retteten möglicherweise das Leben von Renate Gelb
Foto: OÖRK / Faerber

Es war der 21. Juni. Um 5.30 Uhr läutete im Schlafzimmer von Renate Gelb (34) und Jan Reinold (39) der Wecker. "Blitzartig richtete sich meine Lebensgefährtin auf, redete wirr und kippte zur Seite. Sie zuckte und war nicht mehr ansprechbar", beschreibt Reinold sein Aufwachen an diesem Tag, welches er wohl nie vergessen wird. "Renate spuckte Blut. Krämpfe schüttelten ihren Körper. Mir war sofort klar: Ich muss handeln!" Sofort tippte der Linzer die Notrufnummer 144 ins Handy und verständigte das Rote Kreuz. Bis zum Eintreffen der Sanitäter und des Notarzt-Teams bekam er Erste-Hilfe-Anweisungen von Leitstellen-Mitarbeiter Jürgen Winter. Dank dieser konnte Jan seine Renate Gelb stabilisieren. "Es war sehr emotional. In solchen Momenten kommen dir Sekunden wie Stunden vor", meint Reinold und fügt hinzu: "Die Anweisungen retteten möglicherweise das Leben von Renate." Dank einer reibungslosen Rettungskette fielen sich beide noch am selben Tag wieder in die Arme. "Wir sind glücklich, dass das Ganze so ausgegangen ist", freut sich Gelb, die mittlerweile wieder vollständig genesen ist.

 

Erste Hilfe am Telefon

Im Notfall entscheidet jeder Moment über Leben und Tod. Seit fünf Jahren gibt es das Projekt "Erste Hilfe am Telefon". Dabei geben Mitarbeiter der Rettungsleitstellen softwarebasierte telefonische Anweisungen zur Ersten Hilfe und stehen Personen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte bei. Eine Maßnahme, die sich vor allem in Extremfällen bewährt. Das Wichtigste aber ist, im Fall der Fälle selbst zu wissen, was zu tun ist. "Das Einzige was man falsch machen kann, ist nichts zu machen", weiß OÖ. Rotkreuz-Präsident Dr. Aichinger Walter. In 99 Prozent der Fälle passiert nichts, im Ausnahmefall bereit zu sein, lohnt sich zu 100 Prozent. Aus diesem Grund veranstaltet das OÖ. Rote Kreuz ab 24. September wieder flächendeckend Erste-Hilfe-Kurse an den Dienststellen. Unkomplizierte Online-Anmeldung und das komplette Erste-Hilfe-Kursangebot in ihrer Nähe unter www.erstehilfe.at. Übrigens: Der Kurs kann seit kurzem bequem via Online-Banking bezahlt werden.

socialshareprivacy info icon