16.10.2018 10:59

HENRI. Der Dialog: Was Menschen in Zukunft wirklich wichtig ist und was das für das Rote Kreuz bedeutet.

Flexiblere Arbeitszeiten, höhere Lebenserwartung, digitaler Wandel. Experten sagen: Eine Revolution der Lebenszeit stehe uns bevor. Antworten auf zentrale Fragen präsentierte Zukunftsforscher Prof. Mag. Peter Zellmann im Rahmen der Diskussionsreihe „HENRI. Der Dialog“, bei der das OÖ. Rote Kreuz immer wieder namhafte Experten begrüßt.

HENRI. Der Dialog: Was Menschen in Zukunft wirklich wichtig ist und was das für das Rote Kreuz bedeutet.
Foto: www.eventfoto.at/W. Kunasz-Herzig

Zuerst zur Schule, dann ins Berufsleben und schließlich in den wohlverdienten Ruhestand. Seit Generationen hat sich diese Dreiteilung des Lebens bewährt. Sie gibt Struktur, Sicherheit und Planbarkeit. Für Zukunftsforscher Prof. Mag. Peter Zellmann ist diese Form der Lebensplanung längst überholt.

 

Künftig gibt es in einer Gesellschaft des langen Lebens nicht weniger als fünf Lebensphasen. "In jeder Lebenslage haben wir neue individuelle Ziele vor Augen. Es wird unsere Aufgabe sein, einem langen Leben Sinn zu geben", erklärte der Leiter des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung in Wien bei seinem Vortrag im Ars Electronica Center in Linz.

 

Wir alle gestalten unsere Zukunft

Es gehe vor allem darum, zentrale Themen wie Wertewandel, Zukunft der Arbeit und zukünftig notwendige Qualifikationen ins Zentrum zu stellen. "Anders als früher sind es nicht mehr die Mächtigen allein, die uns den Weg in die Zukunft weisen. Die Zivilgesellschaft - wir alle - sind gefordert, die Zukunft mitzugestalten", führte Zellmann weiter aus. Er plädiert dafür, das Kapital steigender Lebens- und Freizeit als sinnvoll zu erkennen und volkswirtschaftlich produktiv zu nutzen.

 

Freiwilliges Engagement muss aufgewertet werden

Eine große Rolle spielen Organisationen wie das OÖ. Rote Kreuz, wenn es darum geht, eine Gesellschaft mitzugestalten. Die mehr als 22.000 freiwilligen Mitarbeiter geben mit ihrem Engagement ihrem Leben einen Sinn und sind da, um zu helfen. Freiwillige sind Rückgrat und Leistungsträger einer Gesellschaft. "Ihr Engagement muss aufgewertet und noch stärker anerkannt werden", rät Zellmann. Sein Appell: Zeiten des Engagements bei Pensionszeiten berücksichtigen oder einen Freiwilligen-Bonus einführen.

 

Auch OÖ Rotkreuz-Präsident Dr. Aichinger Walter glaubt fest an die sinnstiftende Zukunft von Freiwilligenorganisationen. Er rät, auf Bewährtes zu setzen und Neues zu wagen. "Wir müssen die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement in der Gesellschaft weiter verbessern. Nur so stellen wir wirksame Hilfe sicher."

socialshareprivacy info icon