14.06.2019 12:37

Miteinander im Zukunftsraum Eferding großgeschrieben

Zukunftsraum Eferding wird zu Caring Communities – einer Sorgenden Gemeinde!   Einen fulminanten Auftakt zu Caring Communities – eine Sorgende Gemeinde im Zukunftsraum Eferding – verzeichnete das Rote Kreuz Eferding. Caring Communities steht für ein neues Verständnis von subsidiärer und gemeinschaftlicher Verantwortung für jene Menschen, die für ein gutes Leben Unterstützung benötigen.

Miteinander im Zukunftsraum Eferding großgeschrieben

Bei der Auftaktveranstaltung „Gemeinsam statt Einsam“ vom Roten Kreuz Eferding am 11. Juni wirkten nicht weniger als 90 Bürger aus dem Zukunftsraum Eferding (Hinzenbach, Fraham, Pupping, Eferding) bei einem fulminanten Start des vom Fonds Gesundes Österreich geförderten Projektes „Caring Communities“ mit. Moderiert wurde die Veranstaltung vom sympathischen, neuen Rotkreuz-Bezirksgeschäftsleiter Philipp Wiatschka, der die Geschäfte von Franz Puttinger kürzlich übernommen hat. Er konnte dort viele Gäste aus der Wirtschaft, befreundeten Hilfsorganisationen sowie aus der Politik, allen voran Bürgermeister Severin Mair, als stellvertretenden Obmann des Zukunftsraumes begrüßen. Dem Projekt wurden bereits jetzt personelle sowie finanzielle Unterstützung, auch über das Projektende hinaus, in Aussicht gestellt, um diese Dynamik von sorgenden Bürgern in der Gemeinde auch dauerhaft zu leben.

„Einander im Blick haben“, „Hilfe ohne Gegenleistung“, „Achtsamkeit für Andere“ und „Sorgebereitschaft“ sollen die Quintessenz der methodisch erarbeitenden, kommenden Workshops des Projektes sein.

 

Vermittelnde Worte helfen

Als Begegnungsort für die Menschen in den Gemeinden wurde das Cafe Vogl und das Reparatur Cafe vorgestellt. Die Unternehmerin Elisabeth Vogl vom gleichnamigen Cafe weiß, dass einsame Menschen gerne die Gesellschaft in ihrem Cafe suchen und „manch einer schon so gut wie zur Familie gehört“. „Wir sind oftmals erste Anlaufstelle für die kleinen Probleme unserer Kunden und können oft durch vermittelnde Worte kurzfristig helfen.“, so die Unternehmerin.

 

Herr Walk erzählt von der wertvollen, nachhaltigen Arbeit im Reparatur Cafe. „Reparieren statt wegschmeißen ist unsere Devise“, so Walk. Er würde sich auch über Verstärkung im Team freuen. Technisch versierte Männer und an Nähmaschinen interessierte Frauen sind herzlich willkommen.

 

Peter Martschini, selbst ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Roten Kreuz, erzählt bei einem Gespräch über seinen Unfall und wie sich dadurch sein Leben verändert hat. „Sogenannte Freunde haben sich abgewendet, dafür haben sich wertvolle neue Freundschaften gebildet. Diese Hilfe ist manchmal unabdingbar“, so Martschini, der seit seinem Unfall im Rollstuhl sitzt.

 

Mit viel Wärme in Eferding aufgenommen

Frau Zahra aus Afghanistan erzählt den Gästen, wie wohl sie sich in Eferding fühlt. Sie und ihre Kinder sind sehr gut integriert. „Achtsamkeit Anderer versus Gleichgültigkeit“ sind für Birgit Weberndorfer, Flüchtlingsbetreuerin beim Roten Kreuz Eferding, von großer Bedeutung in einer sorgenden Gemeinde. Sie und ihre Teamkollegen leisten in Eferding täglich Integrationsarbeit für Asylsuchende. Nach wie vor dringend gesucht werden Menschen, die Asylwerber beim Erlernen der deutschen Sprache und der Integration unterstützen.

 

Das sind nur wenige Beispiele einer sorgenden Gemeinde, die in den Gesprächsrunden der Veranstaltung aufgezeigt wurden.

 

Schauspielerisch auf den Punkt gebracht wurde das Thema der sorgenden Gemeinde von Mitgliedern des Jugendrotkreuzes Eferding. Bei einem schlechten Nachbarschaftsverhältnis wird ungern Hilfe geleistet, bei einer sehr gut gelebten Nachbarschaft wird im Ernstfall jedoch sofort erstklassige Hilfe angeboten.

 

Beim Eintauchen in die Themen wie Einsamkeit, Nachbarschaft, Achtsamkeit, Vereine als Orte der Begegnung, wurden während der Gesprächsrunden von den Anwesenden ihre erlebten Geschichten von mehr oder weniger gelebter Zwischenmenschlichkeit niedergeschrieben.

 

Die Auswertungen dieser und weiterer Ergebnisse durch die kommenden Workshops und sorgenden Gespräche werden bei einem Bürgerforum in ca. einem Jahr präsentiert. Ausgearbeitet und evaluiert werden alle Ergebnisse bis dahin von den Wegbegleitern der Uni Graz Prof. Dr. Klaus Wegleitner, Dr. Patrick Schuchter und Mag. Daniela Martos.

 

Spuren der Achtsamkeit hinterlassen

Projektleiterin Eva Wurzinger möchte gemeinsam mit den Bürgern des Zukunftsraumes „Spuren der Achtsamkeit und der Hilfe- und Sorgebereitschaft im Leben hinterlassen“. „Der erste Schritt ist getan, gehen wir den 2. und viele weitere Schritte miteinander“, so Wurzinger.

Am 2. Juli 2019 um 17 Uhr ist der Start der ersten Workshop-Serie in der Rotkreuz-Bezirksstelle Eferding, wo Menschen eingeladen werden, die sich mit Fragen des Mit- und Füreinander beschäftigen wollen und bereit sind, mit den Mitmenschen im eigenen Umfeld ins Gespräch zu kommen und Gehörtes sowie Erlebtes und am eigenen Leib Erfahrenes in Form eines Fotos, Bildes oder geschriebener Zeilen zu dokumentieren.

 

Rotkreuz-Bezirksstellenleiterin Mag. Michaela Schwinghammer-Hausleithner möchte dabei zur tatkräftigen Mitarbeit aufrufen.

Infos zum Pilotprojekt beider Modellregionen Eferding und Groß Enzersdorf gibt es auf www.sorgenetzwerke.at

Viele weitere Fotos zur Auftaktveranstaltung finden Sie unter: www.eventfotos.at

 

Bilder: ÖRK/Wolfgang Kunasz/ eventfoto.at

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