14.09.2019 09:50

Welt-Erste-Hilfe-Tag: Lorenz und Julian als Ersthelfer in den Bergen

Der Welt-Erste-Hilfe-Tag, welcher heuer am 14. September gefeiert wird, soll den Menschen einmal mehr in Erinnerung rufen, wie wichtig und auch einfach es doch ist, Erste Hilfe zu leisten – und wie sehr doch dankbare Worte der Geretteten einen freuen. Das Rote Kreuz Vorarlberg holt als vorbildliches Beispiel Lorenz Baumann – einen 16-jährigen Schüler, der bei der Rotkreuz-Jugend Dornbirn aktiv ist – und seinen gleichaltrigen Freund Julian Müller vor den Vorhang.

Welt-Erste-Hilfe-Tag: Lorenz und Julian als Ersthelfer in den Bergen
Lorenz und Julian (v.l.n.r.)

Am diesjährigen Staatsfeiertag marschierten die beiden Freunde auf den Karren in Dornbirn. Plötzlich hörten sie panische Hilfeschreie einer Frau. Diese war mit ihrem etwa 70-jährigen Partner talwärts etwas abseits des Weges unterwegs, als der Mann plötzlich zusammensackte und nicht mehr aufstehen konnte.

 

Lorenz und Julian sprangen sofort weiter den Hügel rauf und eilten dem Paar aus Innsbruck zu Hilfe. Der Mann hockte auf dem Boden, hatte keine äußerlichen Anzeichen einer Verletzung, war jedoch sehr blass. Lorenz‘ Versuch, dem Mann auf die Beine zu helfen, scheiterte – dieser hatte einfach keine Kraft.

 

Währenddessen beruhigte Julian die Frau. Lorenz holte seinen Erste-Hilfe-Pack, welchen er in den Bergen immer mit dabei hat, aus dem Rucksack, streifte die Gummihandschuhe über und half dem Innsbrucker, sich niederzulegen. „Unter die Knie schob ich den Rucksack und legte ihm eine wärmende Rettungsdecke über den Körper“, erklärt der 16-Jährige seine ersten Schritte. Danach führte er beim Wanderer noch einen Bodycheck durch, um mögliche Verletzungen auszuschließen und seine erste Vermutung eines Schwächeanfalls erhärtete sich.

 

 

 

 

Perfekte Rettungskette

Mit diesem Wissen wählte er den Notruf 144 und forderte die Bergrettung an. Dem Disponent der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle Vorarlbergs konnte er den ungefähren Standort mitteilen und mittels Ortungsdienst wurde dann der konkrete Standort ermittelt.

 

Währenddessen widmete sich Julian ganz der psychischen Betreuung des Patienten und dessen Partnerin. Der Mann bekam Wasser zu trinken, aufstehen konnte er noch immer nicht, doch er hatte nach einer Weile wieder etwas Farbe im Gesicht. „Wir merkten einfach, dass die beiden heilfroh und sehr dankbar waren, dass wir zu Hilfe geeilt sind, sich um sie kümmerten, die Rettungskette in Gang gesetzt wurde und die Hilfe der Einsatzkräfte nahte“, erinnern sich die beiden jungen Männer zurück.

 

Bis zum Eintreffen der Bergrettung vergingen lediglich 20 Minuten. Julian wies die Einsatzkräfte der Bergrettung ein und Lorenz half anschließend den Bergrettern, den Patienten via Schleifkorbtrage zum Auto der Bergrettung zu befördern.

 

„Die Frau hat sich noch einige Male herzlich bei uns bedankt und der Mann gab uns seine Visitenkarte mit. Wir könnten uns jederzeit melden, wenn wir nach Innsbruck kommen und bei ihnen vorbeischauen möchten“, freuen sich die beiden Freunde über den glücklichen Ausgang ihres Einsatzes und sind zurecht stolz auf ihre tolle Leistung.

 

Engagiert bei Feuerwehr und Rotem Kreuz

Lorenz Baumann hat schon einige Male Zivilcourage bewiesen und Erste Hilfe geleistet, etwa als jemand mitten im Stadtbus einen Hitzekollaps erlitt. Der Schüler ist nicht nur bei der Rotkreuz-Jugend Dornbirn seit April dieses Jahres aktiv, er befindet sich außerdem bei der Feuerwehr am Ende der Grundausbildung kurz vor dem Übergang in den Aktivstand. „Ich helfe einfach gerne Menschen in Notlage, darum bin ich zur Feuerwehr und dem Roten Kreuz!“, erläutert der Schüler seine Beweggründe für sein ehrenamtliches Engagement. Natürlich ist auch bei der Feuerwehr die Erste Hilfe ein Teil der Ausbildung. Mit den Kollegen der Rotkreuz-Jugend Dornbirn trifft sich Lorenz einmal wöchentlich und übt Erste Hilfe theoretisch als auch praktisch. „Eine sehr gute Auffrischung und festigt mein Erste-Hilfe-Wissen von Mal zu Mal“, sagt der junge Dornbirner Schüler.

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